Fußball Bundesliga
Würfel in Hamburg gefallen - HSV hält an Doll fest

Der Hamburger SV hält trotz seiner sportlichen Misere weiter an Thomas Doll fest. Auf einer Pressekonferenz gab der Tabellenvorletzte bekannt, dass der Trainer und Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer im Amt bleiben.

Der Hamburger SV will geschlossen durch die momentane Krise gehen. Thomas Doll bleibt auch weiterhin Trainer des krisengeschüttelten Bundesligisten. Nach dreitägigen Beratungen hat sich der Vorstand mit Klubboss Bernd Hoffmann am Mittwoch einstimmig dafür entschieden, die Zusammenarbeit mit dem sportlich umstrittenen Coach fortzusetzen. Doll wird am 27. Dezember mit der Vorbereitung auf die Rückserie beginnen, an deren Ende der Tabellenvorletzte zumindest den Klassenerhalt unter Dach und Fach gebracht haben möchte.

"Wir haben unseren Beschluss nach anfänglich teilweise kontroversen Debatten aus voller Überzeugung getroffen. Für Thomas Doll waren in der Hinserie keine optimalen Möglichkeiten gegeben. Er soll nun die Gelegenheit bekommen, mit besseren Bedingungen zu arbeiten", begründete Hoffmann das Festhalten am ehemaligen Nationalspieler.

Hoffmann: "Es zählen nur noch nackte Ergebnisse"

Im gleichen Atemzug allerdings machte der Vorstandsvorsitzende aber auch allen Beteiligten klar, dass im neuen Jahr auch ein neuer Wind beim abstiegsbedrohten Klub wehen wird: "Es zählen nur noch nackte Ergebnisse, alles wird dem Erfolg untergeordnet. Für Mätzchen Einzelner gibt es keinen Raum mehr." In Anspielung auf eine Plakataktion der Profis pro Doll ergänzte Hoffmann: "Ich erwarte ab sofort 120 Prozent Arbeit auf und neben dem Platz und nicht nur beim Malen von Plakaten."

Der 40 Jahre alte Doll hatte an den Vortagen offensichtlich seine letzte Gelegenheit genutzt, den Vorstand mit einem von ihm ausgearbeiteten Konzept zu überzeugen. Mit einem Lächeln, aber ohne jeden Kommentar, verließ der frühere Nationalspieler am Mittag die AOL-Arena, anschließend informierte die Vereinsspitze den Aufsichtsrat von seiner Entscheidung. Die Planungen Dolls beinhalteten die Verpflichtung eines weiteren Co-Trainers, diesen Job übernimmt nach Weihnachten der einstige HSV-Profi Michael Schröder, zuletzt als Chefscout beschäftigt.

Sportchef und Vorstandsmitglied Dietmar Beiersdorfer, der insbesondere nach einem schwachen Auftritt bei der unter skandalösen Umständen abgebrochenen Mitgliederversammlung in der vergangenen Woche ebenfalls unter Beschuss geraten war, räumte interne Schwierigkeiten vor Saisonbeginn ein: "Wir hatten Integrationsprobleme, keine Frage." Diese zukünftig schneller auszuräumen, ist die wichtigste Aufgabe Schröders, der, so Beiersdorfer, "die Trainingsinhalte individualisieren soll."

Mangelnde Alternativen bei der Trainerwahl

Bei der Entscheidung pro Doll spielte sicherlich aber auch eine Rolle, dass Hoffmann die personellen Alternativen fehlten. Sämtliche ins Gespräch gebrachte und zum Teil auch kontaktierten potenziellen Nachfolger standen aus unterschiedlichen Gründen nicht zur Verfügung. So winkte der frühere Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld ebenso ab wie der ehemalige HSV-Profi Thomas von Heesen, der nach eigenem Bekunden seinen Vertrag beim Ligarivalen Arminia Bielefeld erfüllen will.

Der HSV, als einziges Gründungsmitglied der Bundesliga noch nie aus der deutschen Eliteliga abgestiegen, hatte in den vergangenen Monaten eine beispiellose sportliche Talfahrt hingelegt. In den 17 Vorrundenspielen gab es nur einen einzigen Sieg bei insgesamt 13 Punkten, in der Champions League gingen fünf von sechs Partien verloren, und im DFB-Pokal scheiterten die Norddeutschen bereits in der ersten Runde am Drittligisten Stuttgarter Kickers.

© SID

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