Fußball Bundesliga
Zwanziger verspricht Frauen-Bundesliga Nachhilfe

Der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger will die Frauen-Bundesliga künftig professioneller gestalten. Möglich sei die Einbindung vom WM-OK-Mitarbeitern nach der Weltmeisterschaft 2006, sagte Zwanziger.

Dem Frauen-Fußball in Deutschland soll in Zukunft stärker unter die Arme gegriffen werden. Auf nationaler Ebene plant der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger daher eine Nachhilfe der besonderen Art. Damit die Bundesliga künftig professioneller arbeiten kann, ist die Einbindung von WM-OK-Mitarbeitern nach der Weltmeisterschaft 2006 ein Thema.

"Wir hoffen, wir können mit der WM zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, indem wir guten Mitarbeitern aus dem OK nach der Veranstaltung die Chance geben, im Management der Frauen-Bundesliga zu arbeiten", sagte Zwanziger im sid-Gespräch und versprach den Erstligisten: "Wir werden jedem Klub einen Mitarbeiter aus dem Personalwirtschaftsplan des OK finanzieren."

Nachwuchs soll besser gefördert werden

Die "Entwicklungshelfer" sollen mittelfristig für professionelle Strukturen und Rahmenbedingungen in der "Drei-Klassen-Gesellschaft" Bundesliga sorgen, in der zweistellige Ergebnisse fast an der Tagesordnung sind. Besonderes Augenmerk legt Zwanziger dabei auf die Förderung des Nachwuchses. Auch in diesem Bereich gelten der Uefa-Cup-Sieger Turbine Potsdam, bei dem Zwanziger längst Mitglied ist, und der deutsche Meister 1. FFC Frankfurt als Vorzeigemodelle.

"Wir wollen die Nachwuchsförderung für alle Klubs auf ein Niveau bringen, damit die Bundesligaklubs aus einen Reservoir schöpfen können, wie es derzeit nur bei Turbine und in Frankfurt möglich ist", erklärt der DFB-Boss und will das Modell der Eliteschulen im Osten auch auf den Westen übertragen: "Davon wird der Mädchenfußball profitieren."

Zwanziger lobt Neid

Langfristiges Ziel von Zwanziger ist es, den Anteil der Nachwuchskickerinnen im DFB mit Hilfe von sportbezogenen Schulen bis 2009/2 010 zu verdoppeln. Auch Männer-Bundestrainer Jürgen Klinsmann wolle seine Tochter in den USA bald in einem Fußball-Klub anmelden, betont Zwanziger und freut sich ungemein, dass auch seine Enkelin Paula längst die Liebe zum runden Leder entdeckt hat.

Leuchtende Augen bekommt Zwanziger bereits jetzt, wenn er an die Auftritte der Frauen-Nationalmannschaft 2005 und die rosigen Aussichten für die Europameisterinnen von DFB-Trainerin Silvia Neid denkt. "Es macht einfach Spaß, diese Mannschaft spielen zu sehen", schwärmt Zwanziger und lobt die seit Juli als "Bundestrainerin" tätige Neid: "Am Anfang hat sie gesagt, sie will den Job nur machen, wenn sie mich jeder Zeit anrufen darf. Jetzt hat sie sich noch kein einziges Mal gemeldet, um sich Rat zu holen", berichtet Zwanziger lachend.

Selbstbewusstsein ist auch bei den Kickerinnen, die im Jahr 2005 in 19 Spielen 17 Siege (2 Niederlagen) feierten, Trumpf. Seit dem WM-Titel vor zwei Jahren hat sich die DFB-Auswahl um die dreimalige Weltfußballerin Birgit Prinz (Frankfurt) zum Sympathieträger und Zuschauermagneten entwickelt.

TV-Quoten steigen

Zu den drei im TV live übertragenen Qualifikationsspielen in Deutschland kamen seit September im Schnitt knapp 13 000 Zuschauer. In Ulm standen noch 13 Minuten nach dem Anpfiff der WM-Qualipartie gegen die Schweiz (4:0) etliche Fans vor den Kassenhäuschen, die TV-Quote lag bei 3,39 Mill. Zuschauern (18,4 Prozent Marktanteil). "Das ist schon unglaublich, wenn man bedenkt, dass vor ein paar Jahren gerade einmal 2000 oder 3 000 Fans kamen", meinte Torhüterin Silke Rottenberg (Duisburg).

Das Ende der Fahnenstange ist aber noch nicht erreicht. Es gibt anscheinend Überlegungen, Länderspiele der Männer und der Frauen künftig des öfteren zu koppeln. "Wir wollen uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. Es ist in jeder Beziehung noch einiges möglich", meinte Neid mit Blick auf das kommende Jahr, in dem für die Frauen-Nationalmannschaft keine Großveranstaltungen, dafür aber fünf Qualifikationsspiele für die WM 2007 in China anstehen.

© SID

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