Fußball Bundesliga
Zwei "Finals" elektrisieren die Bundesliga

Der Meistertitel ist vergeben, spannend wird es aber am letzten Spieltag der Bundesliga dennoch: Hamburg und Bremen kämpfen im direkten Duell um die Champions League, Wolfsburg und Kaiserslautern gegen den Abstieg.

Neun Partien, davon zwei echte Finals: Die Spannungs-Quote am letzten Bundesliga-Spieltag kann sich sehen lassen. Dabei kämpfen zum einen im ohnehin stets emotionalen Nordderby der Hamburger SV und Werder Bremen um die Vizemeisterschaft und damit den direkten Einzug in die Champions League, während zum anderen im Spiel zwischen dem VfL Wolfsburg und dem 1. FC Kaiserslautern der dritte Absteiger nach Köln und Duisburg ermittelt wird.

Der Rest der Liga bemüht sich derweil um ein versöhnliches Ende in Spielen, in denen es nur noch um kleine Verschiebungen in der Tabelle geht. Mit einer Ausnahme: Während Bayern München ein 90-minütiges Vorspiel bis zur erneuten Überreichung der Meisterschale absolviert, hat Gegner Borussia Dortmund mit einem Sieg noch die Chance, den UI-Cup zu erreichen. Dafür brauchen die Westfalen aber auch noch die Unterstützung des 1. FC Nürnberg, der Hertha BSC bezwingen muss.

HSV und Wolfsburg haben es selbst in der Hand

Im Norden tobt dagegen der Kampf um Mill. und ums Überleben im Oberhaus. Ausverkaufte Stadien in Hamburg und Wolfsburg, Fans zwischen Angst und Erwartung, Geheimtrainings und beschwörende Apelle der Trainer an ihre Spieler, "noch einmal über die Schmerzgrenze zu gehen". Dabei haben auf dem Papier die Heimmannschaften HSV und Wolfsburg mit je einem Punkt Vorsprung die bessere Ausgangsposition zum Erreichen ihrer Ziele, doch die Gäste aus Bremen und der Pfalz reisen jeweils mit Selbstvertrauen und einem psychologischen Plus an.

"Wir waren darauf vorbereitet, schon abgestiegen zu sein", sagte FCK-Trainer Wolfgang Wolf, der sein Team im Trainingslager in Marburg auf das Finale vorbereitete: "Jetzt haben wir es erstmals selbst in der Hand, eine katastrophale Saison vergessen zu machen." Wolf vertraut dabei erneut seiner "Bubi-Truppe", auch wenn er noch um den Einsatz von Sebastian Reinert bangen muss.

Um nach neun Jahren Erstliga-Zugehörigkeit den ersten Abstieg zu verhindern, stellt Wolfsburgs Trainer Klaus Augenthaler sein Team nach einem "Nerven-TÜV" auf. Der Slowake Miroslav Karhan hat bereits seinen Stammplatz verloren und auch Nationalspieler Mike Hanke steht auf der Kippe. "Ich spüre eine Jetzt-erst-recht-Stimmung", sagt Augenthaler: "Der Klassenerhalt wäre so schön wie eine Meisterschaft".

Größter Erfolg seit 1987

"Nur" um die Vizemeisterschaft geht es derweil vor 57 000 Fans in Hamburg. Für den HSV wäre dies allerdings der größte Erfolg seit 1987, als noch der legendäre Ernst Happel den Klub trainierte. Zehn Mill. Euro Einnahme wären dem Zweiten durch den direkten Sprung in die Champions League garantiert. Es ist das 84. Bundesliga-Nordderby und beide Klubs waren bislang je 26-mal erfolgreich. Bei beiden Teams fehlt in Rafael van der Vaart (Knöchel) und Johan Micoud (Sperre) außerdem der überragende Spielmacher.

© SID

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