Fußball
BVB-Turbulenzen in Nürnber ad acta gelegt

Dem gefühlten Sieg folgte das klare Treue-Bekenntnis der Vereinsspitze: Borussia Dortmunds Trainer Bert van Marwijk kann nach einer turbulenten Woche wieder ruhigeren Zeiten in der Fußball-Bundesliga entgegenblicken.

dpa NüRNBERG. Dem gefühlten Sieg folgte das klare Treue-Bekenntnis der Vereinsspitze: Borussia Dortmunds Trainer Bert van Marwijk kann nach einer turbulenten Woche wieder ruhigeren Zeiten in der Fußball-Bundesliga entgegenblicken.

„Der Trainer war schon vorher über den Berg. Selbst wenn wir 0:4 verloren hätten, wäre diese Diskussion beendet gewesen“, sprach BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke seinem leitenden Angestellten nach dem 1:1 (0:0) beim 1. FC Nürnberg das Vertrauen aus - und legte im DSF nach. „Gehen Sie davon aus, dass sich Bert van Marwijk im Januar mit Dortmund auf die Rückrunde vorbereitet und die dann auch überlebt“.

Dank des späten, aber verdienten Ausgleichs durch den Brasilianer Tinga (87.) kam für den zuletzt heftig kritisierten Van Marwijk das Unentschieden fast einem Sieg gleich: „Das war ein richtig gutes Signal nach den Wochen, die hinter uns liegen.“ Vier Tage nach der Pokalblamage gegen Hannover 96 zeigte sein Team trotz der tagelangen öffentlichen Personaldebatte die „fußballerisch stärkste Leistung in dieser Saison“, wie Watzke sein „Kompliment an Trainer und Mannschaft“ formulierte. Die gezeigte Leistung bedürfe allerdings einer „gewissen Nachhaltigkeit“, forderte er zugleich.

Selbst FCN-Coach Hans Meyer, der eigentlich die „Unsicherheit“ der Dortmunder ausnutzen wollte, haderte trotz des späten Gegentreffers nicht mit Glücksgöttin Fortuna. „Wenn wir beide Halbzeiten zusammen nehmen, hat sich Dortmund dieses Remis verdient“, sagte Meyer, dessen Team durch einen von Jawhar Mnari (59.) verwandelten Strafstoß in Führung gegangen war. Zuvor hatte Philipp Degen den Slowaken Marek Mintal zu Fall gebracht.

Der demonstrative Schulterschluss zwischen Vereinsführung und Van Marwijk wird aber nur dauerhaft Bestand haben, wenn die Ergebnisse stimmen. In den Bundesliga-Heimspielen gegen Bielefeld und Aachen ist nun vor allem die Mannschaft gefragt. Der Niederländer indes gab sich selbstbewusst: „Zwei Jahre lang wurden wir gelobt und auf einmal war das alles weg. Das habe ich nicht verstanden, aber ich glaube, das ist jetzt vorbei“, sagte Van Marwijk.

Auch BVB-Kapitän Christian Wörns geht davon aus, dass nun Ruhe einkehrt. „Es ist ein positives Zeichen des Vorstands, das sie klar hinter dem Trainer stehen“, sagte Wörns, der van Marwijks System- Umstellung auf den Dreier-Sturm mit Ebi Smolarek, Alexander Frei und Nelson Valdez besonders lobte. „Wir sind auf dem richtigen Weg“, befand der Ex-Nationalspieler. Und: „Wir müssen Leidenschaft an den Tag legen und kämpfen.“

An der kämpferischen Einstellung seines Teams hatte Meyer nichts zu bemängeln, allerdings bescheinigte der Nürnberger Trainer nach dem siebten Liga-Remis in Serie seinen Profis „mangelnde Klasse in der einen oder anderen Situation“. Vor allem der emsige Valdez stellte die wacklige „Club“-Defensive um Abwehrchef Glauber wiederholt vor große Probleme. Doch angesichts des Status' als einziger noch unbezwungener Erstligist fiel das Fazit von Nürnbergs Manager Martin Bader nach gut einem Viertel der Saison wohlwollend aus: „Wenn mir einer gesagt hätte, dass wir nach neun Spieltagen 13 Punkte haben, hätte ich gesagt, das ist ein guter Saisonstart.“

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