Fußball
Calmund-Anwalt kündigt Offensive an

In der Finanz-Affäre um undurchsichtige Provisions-Zahlungen an einen Spielervermittler will der ehemalige Bundesliga-Manager Reiner Calmund in die Offensive gehen.

dpa LEVERKUSEN. In der Finanz-Affäre um undurchsichtige Provisions-Zahlungen an einen Spielervermittler will der ehemalige Bundesliga-Manager Reiner Calmund in die Offensive gehen.

"Wir wollen die Negativfront zurückdrängen", kündigte sein Kölner Anwalt Stefan Seitz eine öffentliche Erklärung seines Mandanten voraussichtlich für den 10. März an. Dabei glaubt der Jurist die Vorwürfe entkräften zu können. "Wir haben stundenlang zusammen gesessen und festgestellt, dass an den Vorwürfen überhaupt nichts dran ist", sagte Seitz. Bayer 04 Leverkusen hatte sich von Calmund wegen einer Barzahlung von 580 000 Euro an den Spielerberater Volker Graul für die Vermittlung von zwei Spieleroptionen im Sommer 2004 getrennt.

Wie solche Options-Geschäfte in der Fußball-Branche laufen, so Seitz, sei allerdings irritierend. Dennoch könne man die Hintergründe dieses Falles "sauber aufarbeiten". Von den Ermittlungen des Kommissariats Wirtschaftskriminalität der Bielefelder Polizei gegen Calmund wegen Untreue hätten er und sein Mandant nur gehört, aber nicht direkt erfahren. "Wenn das so ist, ist es merkwürdig, dass die Kriminalpolizei öffentlich darüber spricht", sagte Seitz.

Unterdessen hat die Zeitung "Die Welt" sogar den Verdacht genährt, dass die 580 000 Euro möglicherweise nicht nur an Graul geflossen seien, sondern dieser als Mittelsmann fungiert habe. Drei Wochen nach der Barabhebung hatten die Leverkusener durch Bundesliga-Siege gegen 1 860 München (3:0) und den 1. FC Nürnberg (1:0) in der Saison 2002/03 einen möglichen Abstieg abgewendet. Der Bielefelder Chefermittler Karl-Heinz Wallmeier nannte der "Welt" als Grund für die Ermittlungen "die zweckwidrige Verwendung von Geldern". Den Verdacht der angeblichen Manipulation wollte Wallmeier der Zeitung weder bestätigen noch dementieren.

Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser wollte sich nicht an Diskussionen um mögliche Verfehlungen seines einstigen Partners beteiligen. "Spekulieren ist nicht wissen", sagte er. Derweil hat der Vorstandschef der Bayer AG, Werner Wenning, noch einmal klar gestellt, dass sich Calmund nicht "persönlich bereichert" habe. Anlass sei sein "nicht akzeptables Finanzgebaren" in dieser "sehr unerfreulichen Angelegenheit".

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