Fußball Champions-League
Bayern mit breiter Brust nach Lissabon

Ein gutes Spiel gegen Berlin, und schon schweben die Münchner Bayern wieder auf Wolke sieben. Das Champions-League-Spiel bei Sporting Lissabon soll deshalb nur eine Durchgangsstation auf dem Weg zum Gruppensieg sein.

Das berühmte Bayern-Gefühl "Mir san mir" ist zurück in der Landeshauptstadt. Die Spieler der Münchner haben ihre Dienstreise nach Portugal mit einem klaren Auftrag im Gepäck angetreten: Siegen! "Egal, ob wir gegen Sporting spielen oder gegen sonst wen: Wir wollen am Mittwoch mit neun Punkten aus drei Spielen oben stehen. Mit einem Sieg wären wir fast durch", sagt Trainer Felix Magath vor dem Spiel in der Champions League am heutigen Abend bei Sporting Lissabon (20.45 Uhr/live bei Premiere).

Alles andere als der dritte Erfolg in Serie wäre für Magath enttäuschend, schließlich glaubt er, dass sich seine Mannschaft beim 4:2 gegen Hertha BSC Berlin endlich gefunden hat. "Ich mache mir keine Sorgen. Wir werden mit breiter Brust auflaufen und gewinnen", prophezeit der Trainer. Mark van Bommel, der die Rolle als Leitwolf im Mittelfeld immer besser ausfüllt, ergänzt: "Wenn wir so weiter machen wie gegen Berlin, können wir noch etwas Schönes erreichen in dieser Saison."

So spielen wie beim Sieg in Mailand

Zunächst gilt es, beim Tabellenzweiten der portugiesischen Liga den zweiten Auswärtssieg in der "Königsklasse" in Folge zu erringen - ein Kunststück, das den Bayern zuletzt im Spätherbst 2001 gelang. "Wir müssen so spielen, wie wir das in Mailand getan haben", fordert van Bommel im Rückblick auf den Auswärtserfolg bei Inter (2:0) und versichert: "Wenn alle das machen, was sie können, können wir jeden Gegner schlagen." Selbstverständlich auch Sporting.

Hinter dem Einsatz von Verteidiger Willy Sagnol steht allerdings ein Fragezeichen. Der französische Nationalspieler musste am Dienstagabend das Abschlusstraining wegen einer Reizung im rechten Knie abbrechen. Ob Sagnol dennoch auflaufen kann, entscheidet sich erst kurz vor dem Anpfiff.

Doch nicht nur deswegen sind die hohen Herren aus der Vorstandschaft allerdings ein wenig skeptisch. "Am Samstag war unser bestes Saisonspiel, es wäre schön, in diesem Stil weiterzumachen, aber ich befürchte, es wird schwerer in Lissabon. Ich wäre zufrieden, wenn wir nicht verlieren würden", sagt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und betont: "Noch haben wir gar nichts erreicht." Manager Uli Hoeneß, der wegen seiner Sperre durch die Europäische Fußball-Union (Uefa) bei den beiden Spielen gegen die Portugiesen nicht mal in die Kabine darf, sieht in Sporting sogar den "wahrscheinlich stärksten Gegner" der Gruppe D, behauptet aber auch: "Wenn wir gewinnen, sind wir weiter."

Magath lässt Drei-Stürmer-Taktik offen

Zum Sieg beitragen könnte Magaths Drei-Stürmer-Taktik in der Besetzung mit Claudio Pizarro, Roy Makaay und Lukas Podolski. Gegen Hertha BSC wurden die Vorgaben des Trainers endlich mit Erfolg umgesetzt. "Das hat so gut geklappt, das werden wir auf jeden Fall wiederholen", sagt Magath. Offen ließ er allerdings, ob die Fortsetzung bereits in Lissabon folgt: Wie beim Auswärtssieg gegen Inter Mailand "sind wir auch diesmal nicht in der Pflicht, das Spiel machen zu müssen", betont er und gibt zu bedenken, dass Sporting "schön und schnell nach vorne" spielt.

Pizarros Konzentration jedenfalls gilt vorerst nur noch den Bayern. Offenbar wegen Querelen mit Perus Nationaltrainer Franco Navarro gab der Goalgetter vor der Reise nach Portugal seinen Boykott von Länderspielen für sein Heimatland bekannt, so lange Navarro weiter für die Südamerikaner verantwortlich ist.

Die Statistik spricht auf jeden Fall für den deutschen Rekordmeister: In 16 Vergleichen mit portugiesischen Teams gab es nur eine Niederlage - wenn auch eine sehr schmerzhafte. 1987 verlor der FC Bayern das Finale im Europapokal der Landesmeister gegen den FC Porto (1:2). Personell kann Magath (nahezu) aus dem Vollen schöpfen. Es fehlen ihm zwar die Langzeitverletzten Sebastian Deisler, Valerien Ismael, Owen Hargreaves und Andreas Görlitz. Doch die angeschlagenen Pizarro und van Bommel (muskuläre Probleme) werden spielen können.

© SID

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