Fußball Champions-League
Bayern und Bremen bleibt Hammergruppe erspart

Bayern München trifft in der Champions League auf Olympique Lyon, Steaua Bukarest und den AC Florenz. Werder Bremen spielt gegen Inter Mailand, Panathinaikos Athen und Famagusta.

Der Weg nach Rom wird für Rekordmeister Bayern München eine Reise in die Vergangenheit, für Werder Bremen dagegen ein Trip ins Ungewisse. Beim "Double"-Gewinner wurden bei der Auslosung der Champions-League-Gruppenphase in Monte Carlo sofort Erinnerungen an Franz Beckenbauers legendäre Wutrede wach - das Team von Trainer Jürgen Klinsmann muss wie beim letzten Triumph in der "Königsklasse" 2001 gegen Olympique Lyon antreten. Weitere Gegner in der Gruppe A sind der AC Florenz, ehemaliger Klub des Münchner Weltmeisters Luca Toni, und Steaua Bukarest.

Den Bremern bescherte "Glücksfee" Bruno Conti im Grimaldi-Forum neben Inter Mailand mit Startrainer Jose Mourinho und Panathinaikos Athen die "große Unbekannte". Die Hanseaten bekommen es mit Zyperns Meister Anorthosis Famagusta zu tun, der in der Qualifikation unter anderem sensationell Olympiakos Piräus ausgeschaltet hatte. Das Endspiel der Champions-League-Saison 2008/09 findet am 27. Mai im Olympiastadion von Rom statt.

"Florenz hat seinen Reiz durch Toni"

Klinsmann, der den europäischen Titel zum obersten Saisonziel erhoben hat, war zufrieden. "Diese Gruppe hat es in sich", sagte Klinsmann, der die Auslosung im Auditorium des Vereinsgeländes an der Säbener Straße in München verfolgte: "Lyon ist ein Brocken, Florenz hat seinen Reiz durch Toni. Es wird eine sehr, sehr spannende Angelegenheit." Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge warnte vor Überheblichkeit: "Eine Gruppe, die keiner unterschätzen sollte. Ein Schmankerl für Luca Toni und unsere Fans."

Kapitän Mark van Bommel scherte sich darum nicht und demonstrierte sein Selbstbewusstsein. "Wir sind der FC Bayern. Wir werden weiterkommen." Franck Ribery hätte sich sogar eine "Hammergruppe" gewünscht: "Ich hätte lieber gegen eine große Mannschaft wie Chelsea, Manchester oder Arsenal gespielt - aber nicht gegen Lyon. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die schwer zu schlagen sind." Miroslav Klose verfolgten Erinnerungen aus seiner Bremer Zeit: "Da habe ich schon mal 2:7 verloren."

Bayerns Finanzvorstand Karl Hopfner hofft auf eine Wiederholung der Geschichte: "Gegen Lyon haben wir verloren und dann doch die Champions League gewonnen. So kann es wieder kommen", sagte Hopfner, der am Donnerstag seinen 56. Geburtstag feierte: "Es hätte aber dennoch leichter kommen können."

Nach einem 0:3 in der Zwischenrunde in Lyon am 6. März 2001 hatte Beckenbauer das Bayern-Team beim abendlichen Bankett mächtig zusammengestaucht. Unter anderem verspottete der "Kaiser" die Spielweise als Auftritt der "Uwe-Seeler-Traditionsmannschaft". Die Brandrede wirkte damals wie eine Initialzündung, am Ende stand im Finale von Mailand der Triumph gegen den FC Valencia mit 5:4 im Elfmeterschießen.

Die Bayern starten am 17. September in Bukarest, Sat.1 überträgt live im Free-TV, es folgen Heimspiele gegen Lyon und Florenz. Das letzte Spiel der Münchner findet am 10. Dezember beim französischen Serienmeister Lyon statt. Torhüter Michael Rensing sah den FC Bayern nach einem Jahr im Uefa-Cup mit Blick auf die Auslosung "wieder da angekommen, wo er hingehört. Wir wollen jetzt richtig angreifen."

"Nicht spektakulär, aber interessant"

Werder-Sportdirektor Klaus Allofs fand die Bremer Gruppe B "nicht spektakulär, aber interessant. Inter Mailand ist eine große Herausforderung. Mit der Überraschung Famagusta erleben unsere Fans eine Premiere. Auch das hat seinen Reiz", meinte Allofs: "Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass wir diese Aufgabe nicht lösen können."

Trainer Thomas Schaaf erklärte, seine Mannschaft müsse aufpassen. "Insgesamt haben wir eine Gruppe bekommen, in der uns die Möglichkeiten offen stehen, ins Achtelfinale einzuziehen. Aber wir kennen zwei Mannschaften und wissen genau, wie schwer wir uns gegen sie getan haben."

Bremen startet am 16. September mit einem Heimspiel gegen Famagusta, der Abschluss erfolgt am 9. Dezember gegen Inter. "Ich hoffe sehr, dass das kein Endspiel für uns wird", sagte der Vorstandsvorsitzende Jürgen L. Born: "Aber Namen spielen keine Rolle. Wir wollen es aus eigener Kraft schaffen."

© SID

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