Fußball Champions-League
Bremen reist als Außenseiter nach Madrid

Wenn heute Abend Real Madrid und Werder Bremen im ersten Gruppenspiel der Champions League (20.45 Uhr/live bei Premiere) aufeinandertreffen, haben zumindest die Spanier auf jeden Fall einen Grund zu feiern. Die Königlichen begehen ihr 300. Spiel in der europäischen Meisterklasse. Doch Werder Bremen will dabei nicht nur am Katzentisch Platz nehmen. „Wir müssen es so machen wie in Zagreb, dann können wir auch bei Real Madrid eine Rolle spielen“, glaubt Sportdirektor Klaus Allofs vor dem Duell im Bernabeu-Stadion. Das bedeutet aber auch: Mit der Leistung bei der 0:3-Bundesliga-Niederlage in Dortmund haben die Hanseaten bei der international erfolgreichsten Vereinsmannschaft der Welt keine Chance.

In der Qualifikation für die „Königsklasse“, beim 3:2-Sieg bei Dinamo Zagreb, bewiesen die ersatzgeschwächten Norddeutschen Kampfkraft und Einsatzwillen. Doch seither hat sich die personelle Situation kaum entspannt. Erneut mussten sieben Leistungsträger, angeführt von den Nationalspielern Torsten Frings, Tim Borowski und Clemens Fritz, zu Hause bleiben. Zudem klagte Abwehrspieler Per Mertesacker auf dem Flug in die spanische Hauptstadt über Unwohlsein und begab sich nach der Landung wegen einer Magenverstimmung in ärztliche Behandlung.

Am Abschlusstraining der Norddeutschen am Montagabend konnte der 22-Jährige nicht teilnehmen. Über seinen endgültigen Einsatz soll nach einem letzten Test am Dienstagvormittag entschieden werden.

Baumann: Gegen Top-Mannschaften immer gut ausgesehen

Abschlachten lassen will sich der Bundesliga-13. dennoch nicht. „Gegen Top-Mannschaften haben wir eigentlich immer gut ausgesehen, haben meistens mitgehalten und sind häufig unter Wert geschlagen worden“, erinnert sich Mittelfeldspieler Frank Baumann. Der Mannschaftskapitän ist nach acht Jahren an der Weser mittlerweile der dienstälteste der grün-weißen Werder-Profis. Auch Nationalspieler Per Mertesacker glaubt erkannt zu haben: „Manchmal vergessen die Spanier die Defensivarbeit.“

Noch länger allerdings als Baumann steht Thomas Schaaf auf der Bremer Kommandobrücke, und der Erfolgscoach freut sich auf die „besondere Hausnummer“ Real Madrid: „Sicherlich haben wir in Dortmund vieles falsch gemacht, aber wir haben auch in dieser Saison schon bewiesen, dass wir nach einem nicht so guten Spiel eine tolle Partie hinlegen können.“

Auch wenn die Öffentlichkeit nicht so viel von seinem Team erwarte, fahre man nicht nach Spanien, um nur eine Niederlage in Grenzen zu halten. „Wir müssen den Gegner beschäftigen und seine Kreise einengen“, beschreibt Schaaf seine taktischen Überlegungen.

Da tut sich selbst sein Kollege Bernd Schuster schwer, die Favoritenrolle von sich zu weisen. „Die Bremer haben einige wichtige Ausfälle, das stimmt. Aber in Spanien wissen alle, wie unangenehm es ist, gegen deutsche Mannschaften zu spielen“, behauptet der ehemalige deutsche Nationalspieler, der pflichtgemäß davor warnt, „die Bremer auf die leichte Schulter zu nehmen, denn das Bernabeu-Stadion wird sie motivieren.“

Qual der Wahl für Schuster

Ganz anders als bei den Gästen drängeln sich beim spanischen Meister die Stars um einen Einsatz. Die Qual der Wahl ist so groß, dass es sich der „blonde Engel“ erlauben kann, weiterhin auf Arjen Robben zu verzichten. Dem niederländischen Nationalspieler, für 36 Mill. Euro vom FC Chelsea verpflichtet, fehlt wegen Trainingsrückstands noch die allerletzte Fitness. Der Ex-Dortmunder Christoph Metzelder wird in der Innenverteidigung erneut den verletzten Brasilianer Pepe ersetzen. Fraglich ist der Einsatz des argentinischen Linksverteidigers Gabriel Heinze. Der Nationalspieler wurde am Samstag im Ligaspiel gegen UD Almeria (3:1) mit einer Zerrung ausgewechselt.

© SID

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