Fußball Champions-League
Der langsame Abstieg von Jermaine Jones

Nach der Verbannung vor der Partie gegen Werder Bremen steht Jermaine Jones gegen Lyon zumindest wieder im Kader von Schalke 04. Dennoch ist der US-Nationalspieler unzufrieden.

Der Tribünenplatz bleibt ihm diesmal wenigstens erspart. Nach seiner Ausmusterung am Wochenende gehört Jermaine Jones im Champions-League-Spiel gegen Olympique Lyon wenigstens wieder dem 18-Mann-Kader von Schalke 04 an. An seinem Status bei den Königsblauen hat sich freilich nichts geändert. Der US-Nationalspieler kommt bei Trainer Felix Magath nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus.

Daran dürfte auch seine Begnadigung nichts ändern. Erst am Freitag hatte Magath dem 29-Jährigen einen Denkzettel verpasst und aus dem Kader verbannt, nachdem er sich im Interview mit der Sport Bild über seine Nebenrolle beschwert und Abschiedsgedanken geäußert hatte.

So erscheint ein Wechsel im Winter durchaus realistisch. Angeblich soll der VfL Wolfsburg erneut Interesse am defensiven Mittelfeldspieler signalisiert haben. Bereits im Sommer war dies ein Thema, ein Tauschgeschäft mit Zvjezdan Misimovic scheiterte erst im letzten Moment. Der Bosnier ging schließlich zu Galatasaray Istanbul, steht dort aber inzwischen wieder auf dem Abstellgleis. So könnte der Deal mit halbjähriger Verspätung und über dem Umweg Bosporus doch noch zustande kommen.

Schalke könnte auf Jones-Weggang spekulieren

Schalke käme Jones' Weggang ganz gut zupass, gehört er schließlich mit einem Jahresgehalt von schätzungsweise vier Mill. Euro zu den Topverdienern im Klub - und das bei einer Vertragslaufzeit bis 2014. "Im Sommer hätte ich vielleicht weggehen können, ohne dass es einen interessiert hätte. Da macht man sich natürlich schon seine Gedanken", sagte Jones und ergänzte: "Ich will Jahr für Jahr Champions League spielen, das ist mein Anspruch."

Auch beklagte sich Jones über das Magath'sche Spielsystem mit der Doppel-Sechs. So habe er nicht mehr die nötigen Freiräume. Pluspunkte dürfte er mit seiner Kritik beim allmächtigen Coach kaum gesammelt haben.

Jones und Schalke - das scheint nicht mehr zu passen. In der Zeit vor Magath war das noch anders. Nach seinem Wechsel von Eintracht Frankfurt war der Mittelfeldspieler fester Bestandteil der Schalker Stammelf. Der 29-Jährige bestritt zwischen 2007 und 2009 insgesamt 60 Bundesligaspiele und war Mitglied im Spielerrat. Der in Frankfurt/Main geborene Jones kam sogar dreimal für die deutsche Nationalmannschaft zum Einsatz.

Entscheidung fällt zugunsten der USA

Nachdem ihm jedoch Bundestrainer Joachim Löw im Mai 2009 nicht für die Asien-Reise des DFB-Teams nominiert hatte, gab Jones bekannt, künftig nicht mehr für Deutschland, sondern für die USA, das Heimatland seines Vaters, auflaufen zu wollen.

Doch ein Haarriss im linken Schienbein warf Jones komplett aus der Bahn. In der vergangenen Saison bestritt er nicht ein Spiel. So verpasste er auch die WM in Südafrika und feierte erst im Oktober dieses Jahres beim 2:2 gegen Polen sein Debüt im US-Dress.

© SID

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