Fußball Champions League: Die Bayern feiern ihre Niederlage

Fußball Champions League
Die Bayern feiern ihre Niederlage

Der FC Bayern München ist auch in Madrid so ideenlos und uninspiriert ihrem Gegner hinterhergelaufen, wie zuletzt in der Bundesliga. Dass die Hitzfeld-Schützlinge dennoch ihre Chance auf das Erreichen des Viertelfinals der Champions League gewahrt haben, verdanken sie einem Einbruch der Königlichen in der Schlussphase und Mark van Bommel: Mit einem 18-Meter-Schuss gelang dem Niederländer in der 88. Minute der ganz wichtige zweite Treffer bei der 2:3 (1:3)-Niederlage des deutschen Fußball-Rekordmeisters bei Real Madrid.

MADRID. Nun reicht den Bayern in der zweiten Begegnung am 7. März im Olympiastadion bereits ein 1:0- oder 2:1-Sieg zum Weiterkommen. „Wir haben den ersten Schritt gemacht, nun müssen wir in München den zweiten machen. Das 2:3 am Ende war eminent wichtig“, sagte Ottmar Hitzfeld, der bei van Bommels Treffer wie von der Tarantel gestochen von der Trainerbank aufgesprungen war. „In der zweiten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft. Jetzt sind wir wieder im Spiel“, meinte Clubchef Franz Beckenbauer, ohne die Schnitzer der ersten Hälfte zu vergessen: „So viele Fehler wie wir macht man normalerweise in drei, vier Spielen. Wir haben die Real-Spieler ja geradezu eingeladen, Tore zu machen.“ Skeptisch blickte er auf die angesichts des Last-Minute-Anschlusstores zufriedenen Gesichter bei den meisten Bayern: „Ich warne trotz des knappen Ergebnisses: Wir haben verloren, ein Unentschieden reicht nicht, wir müssen gegen Real gewinnen.“

Zur Zufriedenheit gab es angesichts der Leistung der Bayern insbesondere in der ersten Halbzeit eigentlich auch keinen Grund. Schon vor der Partie waren sich alle einig: Wer das Aufeinandertreffen der beiden in ihren Ligen strauchelnden Topklubs Real Madrid und Bayern München im Viertelfinale der Champions League gewinnen würde, könnte sich freispielen, vorerst jedenfalls. Oder sie würden bei einem 0:0 irgendwie beide drin stecken bleiben. Ersteres ist eingetreten, die Bayern müssen am Mittwochmorgen mit der Frage in die Heimat zurückreisen, wie tief es eigentlich noch nach unten gehen kann. Nach dem 3:2 am Dienstagabend im mit 80 000 Zuschauern ausverkauften Bernabeu-Stadion müsste in vierzehn Tagen beim Rückspiel in der Allianz-Arena schon eine komplett andere Mannschaft auflaufen, um den Rückstand wett zu machen.

Und das einer Elf, die seit Wochen ebenfalls nur noch damit beschäftigt ist, sich zu fragen, was eigentlich schief läuft. Ist es der Catenaccio von Trainer Fabio Capello, sind es Spieler wie Raul, Beckham, Roberto Carlos, Helguera, Cannavaro oder Emerson, alle jenseits ihrer besten Tage. Oder jene Jungspieler wie Gago, Torres oder Higuain, die jene guten Tage erst noch erwarten. Der Italiener sei es, hatten sich zuletzt Spaniens Sportblätter festgelegt und am Dienstag unisono berichtet, der knorrige Übungsleiter werde noch diese Woche hinschmeißen.

So wirkte es denn auch wie eine Art Abschiedsgeschenk des 60-Jährigen, eine Elf gegen die Bayern aufs Feld zu schicken, die offensiver nicht hätte sein können. Er stellte Neuzugang Gonzalo Higuain neben Ruud van Nistelrooy in die Spitze, flankiert von David Beckham und Raul auf den Außenbahnen sowie Spielmacher Guti im Zentrum. Die Bayern bekamen das von Beginn an zu spüren. Schon in der 5. Minute setzte van Nistelrooy einen Einwurf von Beckham knapp über die Latte. Fünf Minuten später passte der Niederländer einen Kopfball von Daniel van Buyten in den Rücken der Münchener Abwehr, den ersten Schuss von Raul konnte Oliver Kahn noch abwehren, der zweite landete im leeren Tor.

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