Fußball Champions-League
Ende gut - aber längst nicht alles gut

Nach zwei deprimierenden Niederlagen im DFB-Pokal und in der Bundesliga hat sich der FC Schalke 04 seinen Frust in der Champions League von der Seele gespielt und kann in der Champions League vom Einzug ins Achtelfinale und weiteren Millionen-Einnahmen träumen. Der deutsche Vize-Meister bezwang Fenerbahce Istanbul mit 2:0 (1:0) und errang gegen das Team des deutschen Trainers Christoph Daum den ersten Sieg im laufenden Wettbewerb der "Königsklasse". Der in die Kritik geratene Trainer Ralf Rangnick dürfte seine Position damit wieder etwas gestärkt haben.

GELSENKIRCHEN. Ende gut - aber längst nicht alles gut, muss man wohl sagen: Denn die zweite Halbzeit offenbarte, dass bei den Königsblauen längst noch nicht wieder alles im Lot ist. Nach einer starken ersten Hälfte enttäuschte das Rangnick-Team nach dem Wechsel. Dabei spielten die Schalker mehr als eine halbe Stunde lang sogar nur gegen neun Mann, weil der spanische Schiedsrichter Luis Medina Cantalejo zwei Istanbuler vom Platz stellte. Während eine intakte und selbstbewusste Mannschaft die Partei gegen die über weite Strecken harmlosen Gäste wohl frühzeitig entschieden hätte, wusste das Rangnick-Team mit der Überzahl überhaupt nichts anzufangen und zitterte sich dem Schlusspfiff entgegen. Erst Sands spätes Tor in der Nachspielzeit sorgte für die späte Erlösung.

In der Gruppe E der Champions League ist nun wieder alles offen. Schalke ist mit fünf Zählern punktgleich mit dem Dritten AC Mailand Zweiter und hat nur noch zwei Zähler Rückstand auf Tabellenführer PSV Eindhoven, der gestern Abend Milan zu Hause besiegte. Aber auch Fenerbahce (vier Punkte) hat weiter alle Chancen auf ein Weiterkommen.

„Die Erleichterung ist groß, dass wir gewonnen haben. Das war absolut wichtig, damit wir in den nächsten Wochen wieder ruhig arbeiten können. Wenn wir jetzt am Samstag in Duisburg gewinnen, sind die Diskussionen hier hoffentlich beendet“, sagte Nationalspieler Fabian Ernst. Die 90 Minuten analysierte er treffend: „In der ersten Halbzeit haben wir stark gespielt, in der zweiten Halbzeit trotz der Überzahl nicht mehr so.“ Rangnick meinte erleichtert: „Wir hatten bereits vor dem Spiel gesagt, dass wir noch zwei Endspiele in dieser Gruppe haben. Eins haben wir für uns entschieden. Durch das andere Ergebnis ist die Situation noch spannender geworden. Wir sind natürlich froh. Wir haben eine überragende erste Hälfte gespielt. Aber nach dem zweiten Platzverweis wurde es schwer, man weiß ja, wie solche Spiele manchmal laufen können.“

Für Schalke war die Ausgangslage vor dem Spiel gegen die Mannschaft des deutschen Trainers Christoph Daum klar: Ein Sieg musste her. Erstens um das angeknackste Selbstvertrauen nach der 0:6 Pokalpleite gegen Eintracht Frankfurt und der 0:1 Niederlage in der Bundesliga beim Hamburger SV wieder zu kitten. Und zweitens um die Chance auf das Achtelfinale in der Champions League zu wahren.

Trainer Rangnick setzte deshalb in der ersten Halbzeit zunächst auf kontrollierte Offensive: Kevin Kuranyi war die einzige Spitze. Doch seine Spieler gingen von Beginn an hochmotiviert und – konzentriert zur Sache. Die Knappen hatten viele gute Szenen – nur vor dem Tor merkte man dem Team die Verunsicherung an. Keiner fasste sich ein Herz, jeder spielte lieber ab oder überlegte zu lange, anstatt direkt zu schießen. Symptomatisch dafür war die achte Minute, in der Mladen Krstajic auf Lincoln flankte, der mit der Brust auf Christian Poulsen ablegte. Statt direkt zu schießen, dribbelte der Mittelfeldspieler erst noch. Als Poulsen sich schließlich – angetrieben vom Gebrüll der Zuschauer - ein Herz fasste, war es zu spät, er trat mehr den Rasen als den Ball.

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