Fußball Champions-League
"Fener" empfängt Milan, Lyon reist nach Madrid

Der deutsche Trainer Christoph Daum von Fenerbahce Istanbul will am heutigen Abend mit einem Sieg gegen Milan für positive Schlagzeilen sorgen. Real Madrid sinnt nach turbulenten Wochen gegen Lyon auf Wiedergutmachung.

Christoph Daum vom türkischen Meister Fenerbahce Istanbul will eine Woche nach dem Skandalspiel im Sükrü-Saracoglu-Stadion zwischen der Türkei und der Schweiz seine Wahlheimat mit einem Sieg gegen den AC Mailand wieder in die positiven Schlagzeilen bringen. Um den sportlichen Ruf geht es für Spaniens Rekordmeister Real Madrid, bei dem die Meldung über die vermeintliche Verpflichtung von Michael Ballack zur kommenden Saison für weiteres Aufsehen sorgte.

"Das, was vor einer Woche passiert ist, war nicht typisch für die Türkei. Wir werden Europa und der ganzen Welt zeigen, dass in diesem Land Gastfreundschaft groß geschrieben wird", sagte Daum vor dem Spiel am Mittwoch (20.45 Uhr/live bei Premiere).

Der Klub hatte eine Delegation aus drei Vize-Präsidenten zum Flughafen geschickt, um die Mailänder bei ihrer Ankunft mit Blumen zu empfangen. Die Flughafen-Behörden wurden angewiesen, für eine schnelle Abfertigung zu sorgen. Für die Fahrt zum Hotel wurde den Italienern eine Eskorte bereit gestellt.

Milan ließ sich dennoch von eigenem Sicherheitspersonal begleiten. Trainer Carlo Ancelotti geht mit einem mulmigen Gefühl in die Partie. "Es kann nicht sein, dass wir in einer Art Kriegszustand spielen", erklärte Ancelotti. Den Schweizer Kapitän Johann Vogel, der sich vor einer Woche wie zahlreiche seiner Teamkollegen Blessuren zugezogen hatte, ließ er als Vorsichtsmaßnahme daheim.

Daum prophezeit großes Spiel gegen Mailand

Beiden Mannschaften droht in der Gruppe E das Aus. "Der AC ist eine große Mannschaft, aber wir werden ihnen einen großen Kampf liefern", sagte Daum, der dem Klub weiter treu bleiben will und Angeboten diverser Nationalverbände mit Blick auf die WM 2006 in Deutschland eine Absage erteilt hat. Die Mailänder, die in zwei Wochen zum Abschluss auf Schalke 04 treffen, müssen auf den verletzten brasilianischen Weltmeister Cafu verzichten.

Madrid ist zwar ebenso wie Gegner Olympique Lyon schon für das Achtelfinale qualifiziert, doch steht für die Königlichen viel auf dem Spiel. Für das Starensemble geht es nicht nur um den Sieg in der Gruppe F, sondern nach der 0:3-Schmach in der Primera Division gegen Erzrivale FC Barcelona am vergangenen Samstag um Wiedergutmachung. Für Trainer Wanderley Luxemburgo, der ohne Raul auskommen muss, geht es um den Job.

Im Mittelpunkt des Interesses stand bei Real am Dienstag aber Michael Ballack. Laut eines Berichts der spanischen Sportzeitung Marca soll sich der Mittelfeldspieler von Bayern München und Kapitän der deutschen Nationalmannschaft bereits mit Real Madrid über einen Wechsel zu den "Königlichen" zum 1. Juli 2006 einig sein. Das Blatt titelte am Dienstag mit einem Foto von Ballack und der Schlagzeile: "Der Deutsche hat die Konditionen von Real Madrid akzeptiert."

Ballacks Berater, der Anwalt Michael Becker, dementierte eine angebliche Einigung jedoch umgehend. "Ich habe keine Konditionen mit Real Madrid ausgehandelt", sagte er dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Folgerichtig kann Michael auch noch nichts akzeptiert haben. Im Übrigen hat er sich noch nicht entschieden, wo er im nächsten Jahr spielen wird."

Chelsea benötigt Sieg in Anderlecht

Den Achtelfinal-Einzug perfekt machen wollen Titelverteidiger FC Liverpool und der englische Meister FC Chelsea in der Gruppe G. Während den Reds mit dem deutschen Nationalspieler Dietmar Hamann ein Remis gegen Betis Sevilla reichen würde, benötigen die Blues mit National-Verteidiger Robert Huth beim RSC Anderlecht einen Sieg. Allerdings hat Chelsea in der Königsklasse seit über einem Jahr auswärts nicht mehr gewonnen.

In der Gruppe H hat Inter Mailand gegen Artmedia Bratislava den Sprung in die K.o.-Runde im Visier. Sollte Inter gewinnen und die Glasgow Rangers ihr Spiel beim FC Porto siegreich gestalten, stünden auch die Rangers als erster schottischer Achtelfinalteilnehmer in der Champions League fest.

© SID

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