Fußball Champions-League
Ferguson und Wenger prophezeien Absturz

Die englischen Teams sind in den europäischen Vereinswettbewerben derzeit das Maß aller Dinge. Dennoch warnen die Startrainer Arsene Wenger und Alex Ferguson vor einem Absturz.

Sir Alex Ferguson und Arsene Wenger schlagen Alarm. Die Teammanager der englischen Spitzenklubs Manchester United bzw. FC Arsenal, die sich in der "Battle of Britain" am Mittwochabend im Halbfinalhinspiel der Champions League gegenüberstanden, warnen davor, dass dem englischen Fußball ein Absturz drohen könnte. Auch wenn dies angesichts von drei Teams in der Vorschlussrunde der Königsklasse anno 2009 fast wie ein Witz anmutet.

Wenger: "Das ist ein Zyklus"

Wenger fast fatalistisch: "England wird die Vorherrschaft im europäischen Fußball nicht mehr lange verteidigen können." Auch Ferguson gibt sich keinen Illusionen hin: "Das Fernsehgeld und die Anwesenheit der besten Spieler der Welt garantieren die Präsenz englischer Mannschaften in den Halbfinals. Lasst uns davon noch einmal profitieren! Aber das ist ein Zyklus. Vor neun Jahren waren es die Spanier."

Soll heißen: es gibt keinen Automatismus für die englischen Klubs, auch in den nächsten Jahren den Ton in der Champions League anzugeben. Nach dem torlosen Remis zwischen dem FC Barcelona und dem FC Chelsea am Dienstag deutet indes einiges sogar wieder auf ein rein englisches Endspiel in der Königsklasse am 27. Mai in Rom hin. Wie im Vorjahr im Übrigen, damals setzte sich Manu im Elfmeterschießen gegen Chelsea durch.

Auch Deutschland hat Phasen im Europacup erlebt, als die Bundesligisten das Maß der Dinge waren. Man erinnere sich nur an das komplett deutsche Halbfinale im Uefa-Pokal 1980 mit Eintracht Frankfurt, Borussia Mönchengladbach, Bayern München und dem VfB Stuttgart. Vor zwölf Jahren holten Borussia Dortmund (Champions League) und Schalke 04 (Uefa-Cup) zwei Titel im Europacup.

Der Grund für die Warnungen vonseiten der beiden renommierten Fußballlehrer Ferguson und Wenger sind neben des Verfalls des Pfunds Sterling neue Steuergesetze, denn auch das Königreich braucht in der Finanzkrise frisches Geld. Es gibt Pläne in Großbritannien, für Jahreseinkommen ab 170 000 Euro für jeden Euro mehr 50 Prozent an Steuern zu verlangen. Viele Top-Profis aus ganz Europa verdienen das pro Woche. Beispiel Kaka: Um den Star des AC Mailand seinerzeit für wöchentlich 175 000 Euro zu verpflichten, waren damals 120 000 Pfund hinreichend. Jetzt wären schon 160 000 fällig.

Sinkender Kurs steigert Kosten der Klubs

Der Witz an der Geschichte ist, dass die Insulaner oben im Nordwesten des Kontinents sich bislang beharrlich geweigert haben, der europäischen Währungsgemeinschaft beizutreten. Das Pfund aber sinkt und sinkt und wird auf Gramm reduziert. Da Stars wie Ballack und Co. ihre Verträge in der Regel auf Euro- oder Dollar-Basis abgeschlossen haben, wachsen die Kosten den englischen Vereinen über den Kopf.

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hatte sich bereits im Herbst vergangenen Jahres besorgt über den Anstieg der Schulden in England gezeigt. Der englische Verbands-Vorsitzende David Triesman hatte den Schuldenberg im englischen Fußball auf 3,85 Mrd. Euro beziffert. Laut Lord Triesman sind allein die vier englischen Top-Klubs Manchester United, FC Liverpool, FC Chelsea und FC Arsenal für ein Drittel der Verschuldung, rund 1,2 Mrd. Euro, verantwortlich.

© SID

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