Fußball Champions-League
Für Bordon zählt nur ein Sieg, "egal wie"

Das 100. Europapokalspiel in der Vereinshistorie von Schalke 04 soll im kommenden Februar das Achtelfinale in der Champions League sein. Grundlage dafür soll heute (20.45 Uhr) ein Auftaktsieg gegen den FC Valencia sein.

Die Zielsetzung ist unmissverständlich. Sein Jubiläum will Schalke 04 in edlem Ambiente mit Europas Fußball-Prominenz feiern. Das 100. Europapokalspiel in der Vereinsgeschichte soll im kommenden Februar das Achtelfinale in der Champions League sein. Dafür allerdings muss der Vizemeister im dritten Anlauf erstmals die Gruppenphase der Königsklasse überstehen. Ein Sieg zum heutigen Auftakt (20.45 Uhr/live bei Premiere) gegen den FC Valencia ist daher Pflicht.

"Wir spielen zu Hause, wir müssen gewinnen, egal wie", sagte Kapitän Marcelo Bordon vor dem 94. Europacup-Auftritt der Schalker, die 2001 und 2005 jeweils nicht über die Gruppenspiele in der Königsklasse hinauskamen. "Wir haben schon gezeigt, dass wir auch gegen die Großen Europas mithalten können", meinte der Brasilianer und erinnerte an den bislang letzten Versuch vor zwei Jahren, als ein einziges Tor zum Weiterkommen fehlte. "Drei Punkte wären das richtige Signal", ergänzte Manager Andreas Müller, der auf den "Rückenwind" vom 1:1 bei Bayern München setzt.

Um im dritten Anlauf endlich das große Ziel zu erreichen, müssen die Königsblauen eine der beiden "Krachermannschaften" (Fabian Ernst) der Gruppe hinter sich lassen: Englands neureichen FC Chelsea, der seit dem Einstieg des russischen Öl-Milliardärs Roman Abramowitsch rund 400 Mill. Euro für neue Stars ausgegeben hat, oder eben den sechsmaligen spanischen Meister Valencia, der sich vor der Saison immerhin für 50 Mill. Euro verstärkte. Der norwegische Rekordmeister Rosenborg Trondheim gilt als krasser Außenseiter.

Schalke peilt Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe an

"Mit Wasserpistolen gegen Maschinengewehre" sah Schalkes Manager Andreas Müller seinen Verein im Vergleich zu Europas Topklubs ausgerüstet, als er im Sommer auf Einkaufstour ging. Doch jetzt fühlen sich die Königsblauen gerüstet für das Duell mit dem Besten des Kontinents.

"Wir haben sehr, sehr gute Waffen mittlerweile", sagte Müller. Auch wirtschaftlich sehen sich die Schalker nicht mehr in aussichtsloser Position. "Bei Chelsea ist viel Schotter im Hintergrund, Valencia kann ich nicht beurteilen, aber auch wir haben wirtschaftliche Potenz", erklärte Präsident Josef Schnusenberg.

Dank der dritten Qualifikation für die Königsklasse peilt Schalke "einen Umsatz von 120 bis 125 Mill. Euro" an. Schnusenberg: "Wir planen, konservativ gerechnet, mit 15 bis 16 Mill. Euro aus der Champions League."

Ein Weiterkommen ist auch aus finanzieller Sicht wichtig. Denn anders als vor zwei Jahren, als der Klub aus Champions-League-Vorrunde und vier anschließenden Uefa-Cup-Runden etwa 28 Mill. Euro einnahm, ist wegen der neuen Zentralvermarktung im "Cup der Verlierer" nur noch vergleichsweise wenig zu verdienen. "Bei unseren Ansprüchen müssen wir schon Champions League spielen", betonte Schnusenberg.

Trainer Mirko Slomka muss auf der Tribüne Platz nehmen

Ein Auftaktsieg gegen Valencia wäre für die Schalker, bei denen Trainer Mirko Slomka wegen einer Sperre auf der Tribüne sitzt, eine Premiere. Bislang kassierten sie zum Start stets Niederlagen (0:2 gegen Panathinakos Athen, 0:1 bei PSV Eindhoven). Die Spanier dagegen, bei denen Nationaltorwart Timo Hildebrand wohl erneut auf der Ersatzbank Platz nehmen muss, sind Schnellstarter: Sie gewannen bislang alle fünf Auftaktspiele.

Nach dem durchwachsenen Start in der Primera Division mit der peinlichen 0:3-Heimpleite gegen Villarreal und den mühsamen 2:1-Siegen gegen Almeria und Valladolid fühlte sich Trainer Quique Sanchez Flores aber sogar bemüßigt, sich bei den Fans zu entschuldigen.

Ihren Gegner aus der Bundesliga kennen die Spanier, die seit 1966 (2:1 im Messepokal beim 1. FC Nürnberg) in acht Europapokalspielen in Deutschland ohne Sieg sind, offensichtlich gut. "Schalke ist eine gefährliche Mannschaft am ruhenden Ball", sagte Stürmer Fernando Morientes.

Allerdings müssen die Gastgeber definitiv Lewan Kobiaschwili ersetzen. Der Georgier laboriert seit nunmehr vier Wochen an einer Leistenverletzung. Ein Einsatz wäre frühestens zum Bundesliga-Spiel am Samstag gegen Arminia Bielefeld ein Thema.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Schalke: Neuer - Rafinha, Westermann, Bordon, Pander - Jones, Ernst - Rakitic - Asamoah, Kuranyi, Lövenkrands. - Trainer: Slomka

Valencia: Canizares - Miguel, Albiol, Marchena, Moretti - Joaquin, Albelda, Baraja, Silva - Morientes, Villa. - Trainer: Flores

Schiedsrichter: Jan Wegereef (Niederlande)

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%