Fußball Champions-League
Inter und "Barca" müssen zittern

Sowohl Inter Mailand als auch der FC Barcelona stehen vor dem letzten Gruppenspiel in der Champions-League unter Siegzwang. Dynamo Kiew hofft derweil auf ein Wunder.

Das Vorrunden-Aus wäre eine Blamage, der Imageschaden fatal: Für Inter Mailand und Titelverteidiger FC Barcelona wird das Gruppen-Finale in der Champions League zum Nervenspiel. "Das ist unser Spiel des Jahres", sagte Coach Josep Guardiola vor Barcas Gastspiel bei Dynamo Kiew. Für Italiens Meister geht es hingegen am sechsten Spieltag am Mittwoch (alle 20. 45 Uhr/live bei Sky) gegen Rubin Kasan aus Russland nicht nur um den Einzug ins Achtelfinale, sondern auch um die Zukunft von Startrainer Jose Mourinho.

"Sollte er nicht die Champions League gewinnen und stattdessen schon frühzeitig auf diese Art und Weise ausscheiden, wird Jose Mourinho am Ende des Jahres zurücktreten", prophezeite Inter-Legende Sandro Mazzola (1960 bis 1977) in einem Rundfunkinterview und wurde durch die Schlagzeilen in den italienischen Sporttageszeitungen am Dienstag bestätigt.

Mourinho unter Druck

Denn der Tabellenführer der italienischen Serie A muss gegen Russlands Meister gewinnen, um sicher die K.o.-Runde zu erreichen. Alle anderen Ergebnisse würden Inter in Abhängigkeit vom Ausgang der Begegnung in Kiew bringen, wo Spitzenreiter Barcelona (8 Punkte) vor den punktgleichen Italienern und Kasan (beide 6) sowie Kiew (5) mit einem Sieg alle Zweifel beseitigen will.

Der Druck auf Mourinho, den bestbezahlten Trainer der Welt (12,5 Mill. Euro pro Saison), wächst zunehmend, seit Präsident und Eigentümer Massimo Moratti seinen Unmut über die 1:2-Niederlage im Prestigeduell der Liga am vergangenen Samstag gegen Juventus Turin Luft machte. Für Inter ist in der "Königsklasse" Wiedergutmachung angesagt.

Guardiola: "Dürfen nicht ausscheiden"

Barcelona, das in der Champions League bisher nur einmal (2000/01) in der Vorrunde scheiterte, geht mit dem Rückenwind eines souveränen 3:1-Sieges gegen Deportivo La Coruna in das Duell mit Kiew. Die Ukrainer können sich ebenfalls noch Hoffnung auf den großen Coup machen. "Ich bin davon überzeugt, dass wir ein gutes Spiel machen werden. Wir dürfen einfach nicht ausscheiden", sagte Guardiola, dessen Leistungsträger Xavi sein 100. Spiel in der Champions League bestreiten wird.

Im Gegensatz zum Starensemble aus Barcelona hat sich Liga-Konkurrent FC Sevilla in der Gruppe G bereits für die Runde der besten 16 Mannschaften qualifiziert. In Sevilla sitzen die Weltstars auf der Tribüne: Tom Cruise und Cameron Diaz, die zu Aufnahmen in Andalusien weilen, werden den Kampf der Gastgeber zur Verteidigung von Platz eins gegen das Tabellen-Schlusslicht Glasgow Rangers live verfolgen. Hinter Sevilla (10 Punkte) streiten der VfB Stuttgart und Unirea Urziceni aus Rumänien um Rang zwei.

Gruppe E: Fernduell um Gruppensieg

Ebenfalls um die Tabellenführung (Gruppe E), die den insgesamt acht Gruppenersten als nächsten Gegner jeweils den Zweiten einer anderen Gruppe sowie das Heimrecht im Achtelfinal-Rückspiel garantiert, geht es im Spiel AC Florenz gegen den FC Liverpool (steht als "Absteiger" in die Europa League fest).

In der Gruppe H kann der FC Arsenal (13 Punkte) bereits vor dem Gastspiel beim Zweiten Olympiakos Piräus (7) als Gruppenerster für die nächste Runde planen. Ein Sieg der Londoner würde auch Standard Lüttich (4) wieder ins Geschäft bringen. Der belgische Meister empfängt den niederländischen Titelträger AZ Alkmaar (3), dessen neuer Trainer Dick Advocaat auf der Tribüne sitzen wird. Der belgische Verband erteilte seinem Nationalcoach am Montagabend die Freigabe, bis zum 2. Mai 2010 in Personalunion auch Alkmaar zu betreuen. Der 62-Jährige tritt bei AZ die Nachfolge von Ronald Koeman an.

© SID

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