Fußball Champions-League
"Königsklasse" lässt Schalker Kasse klingeln

Finanziell hat sich die Champions League für Schalke 04 schon jetzt gelohnt: "Bisher haben wir insgesamt rund 28 Mill. Euro eingenommen", sagte Präsident Josef Schnusenberg.

Eigentlich ist der FC Schalke 04 nur eines von 16 Teams, die in der Champions League noch im Rennen sind. Doch finanziell dürfen sich die "Knappen" schon jetzt als Gewinner fühlen. Denn dank der Mill. aus der "Königsklasse" sieht sich der Vizemeister nach wirtschaftlich schwierigen Jahren auf dem Weg in eine rosige Zukunft. "Bisher haben wir insgesamt rund 28 Mill. Euro eingenommen", rechnete Präsident Josef Schnusenberg im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) vor: "Das bringt uns ein Riesenstück Sicherheit."

Rund 16 Mill. Euro Einnahme verbuchten die Königsblauen aus der Vorrunde, zwölf weitere Mill. spült das Achtelfinale gegen den FC Porto in die Vereinskasse. Der Rubel rollt, auch weil der russische Sponsor Gasprom internationale Erfolge besonders honoriert. So kann Schnusenberg, seit 1994 im Vorstand für die Finanzen zuständig, in Kürze seine bislang beste Bilanz vorlegen. "Der Gesamtumsatz 2007 liegt bei 155 Mill. Euro", vermeldete der 67-Jährige vorab, "aber für mich ist nicht der Umsatz entscheidend, sondern was überbleibt, und das ist ganz ordentlich."

Angesichts der aktuellen Zahlen ist es kaum nachvollziehbar, dass Ex-Manager Assauer vor der ersten Champions-League-Teilnahme 2001 freiwillig im Uefa-Cup antreten wollte. Denn, so gibt Schnusenberg zu, als zwischendurch die Mill. aus der Königsklasse fehlten, hatte Schalke einige schwierige Jahre zu überstehen. "Wir haben sicher einiges zu schnell gemacht, Stadionbau, Mannschaftsumbau. Es hat alles geklappt, aber es hätte auch anders ausgehen können. Es war sehr eng", sagte der Steuerberater.

Arena im Jahr 2015 abbezahlt

Noch vor knapp zwei Jahren mussten Privatkredite von Aufsichtsratsmitgliedern über acht Mill. Euro den Klub über Wasser halten, auch Assauer streckte 500 000 Euro aus seiner Privatschatulle vor, und Schnusenberg musste zugeben: "Wir leben von der Hand in den Mund." Jetzt sieht er die Zukunft rosig, sprach sogar davon, im Geld zu schwimmen, wenn 2015 der Kredit für die Arena zurückgezahlt ist.

"Fakt ist, wenn das Stadion bezahlt ist, haben wir zusätzliche Liquidität in der Größenordnung von 12, 13 Mill. jährlich. Das versetzt uns schon in die Lage, noch selbstbewusster aufzutreten", erklärte der Vereinschef. Die derzeit rund 130 Mill. Euro Verbindlichkeiten, vor allem für die Arena und die sogenannte Schechter-Anleihe (85 Millionen, bis 2025), bereiten ihm keine Sorgen. "Vor einigen Jahren ist der Wert von Schalke 04 auf 600 Mill. Euro taxiert worden. Im Verhältnis dazu sind die Schulden überschaubar."

Allerdings ist der Traditionsklub finanziell mittlerweile in eine Größenordnung vorgestoßen, die auf Dauer ohne Champions-League-Mill. nicht mehr zu bewältigen ist. Ein Jahr ohne die von Assauer verteufelte "Geldbeschaffungsmaßnahme" wäre zu überbrücken, aber zwei Jahre nacheinander würden kritisch. "Da muss man sich Gedanken machen, wie man das auffängt", meinte Schnusenberg. Die mittlerweile auf rund 50 Mill. Euro angestiegenen Personalkosten wären dann wahrscheinlich der erste Ansatzpunkt.

Verpasste Champions League keine Katastrophe

Sollte Schalke die Qualifikation für die nächste Champions-League-Saison verpassen, schriebe der Klub, so der Präsident, "auch bei unserem gestiegenen Gehaltsniveau am Ende eine schwarze Null. Bei etwa 115 Mill. Euro liegt der Break-Even-Punkt." Man habe wie jedes Jahr nur mit der Uefa-Cup-Teilnahme kalkuliert.

Der aktuelle finanzielle Erfolg soll sich in naher Zukunft auch sportlich niederschlagen. Noch in seiner Amtszeit, also bis 2010, will Schnusenberg deutscher Meister werden, denn "natürlich lechzen wir alle nach der Schale". Die Voraussetzungen seien gut, die Mannschaft habe "ein Riesenpotenzial". Auf Dauer, so das ehrgeizige Ziel des Diplom-Finanzwirtes, will man zum Branchenführer Bayern München aufschließen.

© SID

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