Fußball Champions-League
Lille protestiert bei Uefa gegen Spielwertung

Die Champions-League-Partie zwischen dem OSC Lille und Manchester United (0:1) erhitzt auch weiterhin die Gemüter. Lille hat mittlerweile bei der Uefa gegen die Wertung des Spiels Protest eingelegt.

Die Vorfälle rund um die Champions-League-Partie zwischen dem OSC Lille und Manchester United (0:1) werden auch in den kommenden Tagen noch die Europäische Fußball-Union (Uefa) beschäftigen. Die Franzosen haben Protest gegen die Wertung des Spiels eingelegt, da beim Gegentreffer durch Ryan Giggs angeblich ein Regelverstoß vorgelegen habe.

Die Tumulte auf den Rängen werden zunächst untersucht und von der Kontroll- und Disziplinarkommission der Uefa erst auf dem nächsten turnusmäßigen Treffen am 22. März - wie es offiziell heißt - "thematisiert". Es geht darum, ob mögliche Verletzungen von Uefa-Sicherheitsbestimmungen durch den gastgebenden Verein vorliegen. Außerdem wird "anstößiges Verhalten beider Fangruppen" untersucht.

Die Fakten sind inzwischen klar: Es waren 600 Polizisten und 450 Ordner im Einsatz. Die Gästetribüne war für 3 500 Zuschauer zugelassen, aber mit 5 000 Personen gefüllt, da 1 500 gefälschte Eintrittskarten im Umlauf waren.

Manchester soll Tickets vorab verteilt haben

Am Donnerstag lieferte Lille auf einer Pressekonferenz eine mögliche Erklärung für die Überbelegung des Fanblocks. "Der englische Klub hat die Tickets vor einem Monat an die Fans verteilt. Es wäre besser gewesen, sie erst auszugeben, als die Anhänger aus den Bussen am Stadien gestiegen sind", sagte Lille-Manager Xavier Thuilot. Lille macht Manu dafür verantwortlich, dass 1 500 englische Schlachtenbummler zusätzlich ins Stadion gelangt waren. Dass dem Gästeklub die Eintrittskarten bereits vorab zugehen, sei indes gängige Praxis.

Ein Manu-Sprecher erklärte unterdessen, dass man die Tickets erst elf Tage vor dem Spiel ausgegeben habe und die Kartenempfänger am 1. Februar informiert habe. "Bei unseren Spielen in Old Trafford verkaufen wir die Karten sechs Wochen vorher und hatten noch nie Probleme mit Fälschungen", sagte der Klubsprecher.

Wegen der überfüllten Tribüne wollten einige englische Fans über den Absperrzaun klettern. Der gab in Höhe der Eckfahne nach; zwei Frauen und ein Mann wurden evakuiert. Dann spannten Ordner eine dicke Metallkette, um die Fans in Schach zu halten. Da das zum Scheitern verurteilt war, setzte die herbeigeeilte Polizei rücksichtslos Schlagstöcke und Tränengas ein. Neun Personen befanden sich am Tag nach dem Spiel noch in Untersuchungshaft; schwere Verletzungen soll es allerdings angeblich nicht gegeben haben.

"Nicht mit zweierlei Maß messen"

Die Vorwürfe von Manchester, dass bei der Uefa eine Bestrafung von Lille wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen verlangt hat, kontert Lille inzwischen mit der Forderung nach einer Bestrafung von "Manu". Lille-Manager Xavier Thuilot: "Nachdem Feyenoord-Fans in Nancy randaliert haben, hat die Uefa Rotterdam schwer bestraft. Es darf nicht mit zweierlei Maß gemessen werden. Englische Fans sind zu uns gekommen, um ihrer Wut freien Lauf zu lassen, was sie in England nicht mehr können."

Lille war aus Sicherheitsgründen eigens in die Nachbarstadt Lens ausgewichen, deren WM-Stadion von 1998 von der Uefa für Champions League-Spiele zugelassen worden war.

Für Diskussionsstoff sorgten auch das Freistoßtor des Walisers Giggs in der 83. Minute. Der niederländische Schiedsrichter Eric Braamhaar hatte den Ball nicht per Pfiff freigegeben, sondern nur per Handzeichen, was aber nur Giggs gesehen hatte. Die Franzosen stellten noch ihre Mauer, da war der Ball schon drin. Lille hat deshalb Protest gegen die Wertung des Spiels eingelegt.

© SID

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