Fußball Champions-League
Madrids "Messias" ist gelandet

Die Ankunft von Weltfußballer Cristiano Ronaldo versetzte die spanische Hauptstadt in einen kollektiven Ausnahmezustand.

Zu den Klängen von Nessun Dorma, begleitet von den Fußball-Idolen Alfredo di Stefano und Eusebio und ganz in strahlendem Weiß hat Cristiano Ronaldo vor 80 000 begeisterten Fans im ausverkauften Estadio Santiago Bernabeu seine ersten öffentlichen Schritte als neuer Superstar von Real Madrid gemacht. Die offizielle Präsentation des teuersten Fußballers der Welt wurde "königlich" zelebriert.

"Ich bin sehr glücklich, bei Real zu sein. Für mich geht ein Kindheitstraum in Erfüllung, hier zu spielen", sagte der portugiesische Stürmerstar, der für 94 Mill. Euro von Manchester United nach Madrid gekommen ist.

Funke springt sofort über

Der Funke zu den Fans sprang sofort über, als Ronaldo in kompletter Fußball-Kluft mit der Rückennummer neun den klassischen Real-Schlachtruf anzählte. "Eins, zwei, drei", sagte Ronaldo - "Hala Madrid" (Vorwärts Madrid), schallte es aus 80 000 Kehlen zurück. "Für Real Madrid ist es eine Ehre, einen der besten Spieler aller Zeiten jetzt bei uns zu haben", sagte Real-Präsident Florentino Perez, der nach seiner Rückkehr mit Ronaldo, dem Brasilianer Kaka (65 Millionen) und dem Franzosen Karim Benzema (35 Millionen) eine zweite Ära der "Galaktischen" einläuten will.

Schon seit dem Morgen war ganz Madrid im Ronaldo-Fieber. "Der Tag ist gekommen", titelte die Sportzeitung AS vor der Ankunft des teuersten Spielers der Welt bei Real Madrid. Die Stimmung in der Metropole glich der vor wichtigen Spielen gegen den Erzrivalen. "Als wäre es Real gegen Barca", schrieb AS.

Massenauflauf wie bei Spitzenspiel

Der erste öffentliche Auftritt des Weltfußballers im Bernabeu-Stadion am Abend wurde vor mehr als 600 akkreditierten Journalisten ein Massenauflauf wie bei einem Spitzenspiel, nachdem Ronaldo selbst über das Sportblatt Marca seine eigene kurze Einladung an die Anhänger gesandt hatte - auch wenn es der wohl kaum noch bedurfte: "Wir sehen uns am Abend im Bernabeu!" Und so war das Stadion wirklich rappelvoll. Aus ganz Spanien waren die Fans angereist, einige hatten bereits seit 12.00 Uhr mittags dem Öffnen der Stadiontore entgegengefiebert - bei Temperaturen von 35 Grad.

Wie ein Staatsgast war der Superstar am Vormittag unter Ausschluss der Öffentlichkeit auf dem Madrider Militärflughafen Torrejon gelandet und wurde auf geheimen Wegen zum Medizincheck sowie einem Interview mit dem vereinseigenen TV-Sender gefahren. Auf Schritt und Tritt begleitet wurde Ronaldo von Reals Generaldirektor Jorge Valdano, der den Mega-Transfer vom englischen Meister Manchester United zu den Königlichen eingefädelt hatte.

Vertragsunterschrift um 19.00 Uhr

Um 19.00 Uhr unterschrieb Ronaldo dann im Beisein aller 15 Real-Vorstände in den Geschäftsräumen des Vereins seinen Sechs-Jahres-Vertrag, bevor er sich um 21.00 Uhr erstmals seinen neuen Fans präsentierte. Eine Woche nach der Ankunft des brasilianischen Topstars Kaka, der bei seiner Vorstellung 50 000 Anhänger angezogen hatte, bekam Madrid einen Vorgeschmack auf das, was der portugiesische Weltfußballer in den kommenden Wochen und Monaten mit jedem seiner Auftritte entfachen wird: eine

In den vergangenen Tagen elektrisierte der 24-Jährige die Massen, ohne überhaupt in seinem neuen weißen Trikot mit der Rückennummer 9, das seit Montagaband offiziell verkauft wird, gegen einen Ball getreten zu haben. Zahlreiche Medien hatten einen regelrechten Countdown bis zum Tag von Ronaldos Ankunft gestartet. Die übrigen Neuverpflichtungen des spanischen Rekordmeisters, ob sie nun Kaka, Benzema oder Albiol heißen, gerieten dabei fast zu Statisten.

Befürchtungen, dass die Rekord-Transfersumme zu einer Last für ihn werden könnte, hatte Ronaldo aber bereits vor seinem ersten öffentlichen Auftritt für den neuen Klub vom Tisch gewischt. "Ich glaube, dass die Ablösesumme gerechtfertigt ist. Große Fußballer kosten viel Geld", sagte der Flügelstürmer selbstbewusst. Er sei stolz, der teuerste Spieler der Welt zu sein und werde beweisen, dass er das Geld wert sei.

© SID

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