Fußball Champions-League: Magath: "Kein Grund, in Panik zu verfallen"

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Magath: "Kein Grund, in Panik zu verfallen"

Nach dem Bundesliga-Fehlstart hat Trainer Felix Magath von Schalke 04 den Glauben an seine Mannschaft nicht verloren. "Wir müssen die Ruhe bewahren", sagte er im SID-Interview.

Schalke 04 um den Trainer Felix Magath ist am morgigen Dienstag in der Champions-League in Lyon gefordert. Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) spricht der Coach des Vizemeisters über den vollzogenen Umbruch in seiner Mannschaft und die Neuzugänge Raul, Klaas-Jan Huntelaar und Jose Manuel Jurado.

SID: "Herr Magath, Schalke ist mit drei Niederlagen in die Bundesliga gestartet. Das ist für Sie als Trainer eine neue Erfahrung, wie gehen Sie damit um?"

Felix Magath: "Das ist mir in der Tat noch nicht passiert. Es ist nicht schön, aber es gibt Erklärungen dafür, vor allem durch den Umbruch der Mannschaft, die noch nicht oft zusammen trainiert und gespielt hat. Der Start ist schlecht, keine Frage. Aber es gibt keinen Grund, in Panik zu verfallen. Wir müssen die Ruhe bewahren und weiterarbeiten. Ich bin überzeugt von der Mannschaft und sicher, dass sie eine gute Rolle spielen wird."

SID: "Aber es besteht die Gefahr, in eine Abwärtsspirale zu kommen. Ist Hertha BSC Berlin aus der vergangenen Saison nicht ein abschreckendes Beispiel?"

Magath: "Von den Ergebnissen her ist es ähnlich. Aber Hertha ist in Hektik verfallen, hat den Trainer entlassen. Das hat sich nicht ausgezahlt. Genau deswegen müssen wir Ruhe bewahren. Alles andere wäre Aktionismus zum falschen Zeitpunkt."

SID: "Haben Sie sich beim radikalen Umbau der Mannschaft mit 14 Zugängen und 15 Abgängen verzockt?"

Magath: "Ich habe den Umbruch immer angekündigt. Jetzt ist er vollzogen. Da muss man damit rechnen, am Anfang nicht gute Ergebnisse zu bekommen. Aber wenn man den Mut nicht hätte und aus Angst vor schlechten Ergebnissen das Notwendige nicht unternähme, wäre das viel schlimmer."

SID: "Ausgerechnet jetzt beginnt die Champions League. Ist das Spiel am Dienstag bei Olympique Lyon ein Testspiel für die Bundesliga, damit die neue Mannschaft sich finden kann?"

Magath: "Ein Testspiel ist es sicher nicht. Aber es ist gut, dass ein anderer Wettbewerb anfängt, in dem wir noch nicht durch Niederlagen belastet sind. Wir haben jetzt die Chance, uns mit einer guten Leistung Sicherheit für die Bundesliga zu holen. Insofern ist es eine gute Terminierung. Dass wir auswärts beim Favoriten antreten, ist das Beste, was uns in dieser Situation passieren kann."

SID: "In Lyon wird vor allem die Abwehr gefordert sein, mit der Sie bislang überhaupt nicht zufrieden sein konnten."

Magath: "Mit der Innenverteidigung war ich in Hoffenheim sehr zufrieden. Benedikt Höwedes und Neuzugang Nicolas Plestan haben zum ersten Mal zusammen gespielt. Ich glaube, dass das Zentrum in Lyon stabil sein wird. Auf den Außenpositionen haben wir durch Verletzungen Probleme, da werden wir uns weiter strecken müssen."

SID: "In der Champions League fühlt sich vor allem Raul als Rekordtorschütze wohl. Sind Sie mit ihm bisher zufrieden, und welche Rolle spielt er für die Mannschaft?"

Magath: "Er hat in Hoffenheim ein gutes Spiel gemacht, hat sich zurückfallen lassen und das Spiel angekurbelt. Ich war richtig begeistert, wie er schon mit Klaas-Jan Huntelaar harmoniert hat. Die beiden werden auch in Lyon ihre Qualitäten zeigen. In Madrid hat Raul jedes Jahr in der Champions League gespielt, da war er verwöhnt. Hier ist das nicht selbstverständlich."

SID: "Die dritte Last-Minute-Verpflichtung Jose Manuel Jurado hat gegen Hoffenheim 79 Minuten auf der Bank gesessen. Ist er so weit, dass er in Lyon von Beginn an spielen kann?"

Magath: "Er hat gemerkt, dass in der Bundesliga mit höherem physischen Einsatz gespielt wird. Daran wird er sich gewöhnen müssen. Er ist ein technisch hervorragender Spieler, aber die Position im offensiven Mittelfeld ist die schwierigste, erst recht in einer Mannschaft, in der es nicht rund läuft. Deshalb ist das Risiko groß, da einen Neuen spielen zu lassen. Es könnte sein, dass er nicht von Beginn an dabei ist."

© SID

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