Fußball Champions-League
Milan gegen Donezk zum Siegen verdammt

Timo Hildebrand, Christoph Metzelder und Bernd Schuster müssen mit ihren Klubs heute in der Champions League nach Möglichkeit punkten. Ernst wird es dagegen für die Finalisten des Vorjahres, Liverpool und Milan.

Während der Auftakt für Timo Hildebrand, Christoph Metzelder und Bernd Schuster in der aktuellen Champions-League-Saison nicht ganz nach Maß verlief, sind vor dem dritten Spieltag (20.45 Uhr) die Finalisten des vergangenen Jahres zu echten Sorgenkindern avanciert. Der FC Liverpool im Endspiel 2006 Sieger über den AC Mailand, droht in der Gruppe A den Anschluss zu verlieren. Und beim amtierenden Titelträger Milan sprechen angesichts der offensichtlichen Probleme in der heimischen Serie A sogar schon die Verantwortlichen von einer Krise.

Aus persönlicher Sicht betrachtet befindet sich derzeit Hildebrand in der unangenehmsten Lage. Der deutsche Nationaltorwart muss die Begegnung des FC Valencia gegen Rosenborg Trondheim in der Schalker Gruppe B voraussichtlich von der Ersatzbank aus verfolgen. Konkurrent Santiago Canizares kassierte am Wochenende bei Deportivo La Coruna zwei Gegentreffer (4:2), ist aber fit und damit bis auf Weiteres gesetzt. Mit einem Sieg gegen Trondheim könnte Valencia (3 Punkte) Schalke (3) und den FC Chelsea (4) überholen.

Besser stehen Metzelder und Schuster mit Real Madrid da. In der Bremer Gruppe C können die Königlichen (4 Punkte) mit einem Sieg den punktgleichen Tabellenführer Olympiakos Piräus ablösen. Spätestens nach dem 1:2 im Ligaspiel am Samstag bei Espanyol Barcelona steht Real aber auch unter dem Druck, endlich eine überzeugende Leistung in dieser Saison zu zeigen. Schusters Vorgabe, neben erfolgreichem auch attraktiven Fußball zu spielen, wurde bislang kaum umgesetzt.

Kritik an den derzeitigen Leistungen sei allerdings nicht angebracht, behauptet Veteran Michel Salgado. "In Madrid wird sehr viel darüber geredet, dass wir in dieser Saison nicht überzeugend spielen. Aber so schlecht sind wir nicht", sagte der Verteidiger. Tatsächlich war die Niederlage bei Espanyol die erste für Real in einem Pflichtspiel unter Schuster. Der Trainer hat für die Kritik ebenfalls wenig Verständnis: "Schicken Sie mir ein Fax mit Ihren Vorschlägen", entgegnete er am Wochenende gereizt den Reportern.

Real plagen angesichts sicherer und drohender Ausfälle von Arjen Robben und Gabriel Heinze sowie Mahamadou Diarra und Fabio Cannavaro Personalprobleme, Olympiakos gibt sich nach dem 3:1 bei Werder Bremen am zweiten Spieltag unterdessen ziemlich kess. "Der Sieg und vor allem die Art und Weise lassen uns glauben, dass wir überall gewinnen können. Wir gehen ins Bernabeau, um zu gewinnen", sagte Abwehrspieler Raul Bravo, der seit dieser Saison bei Piräus spielt - nach elf Jahren bei Real Madrid.

Die Sorgen des spanischen Rekordmeisters hätte der spanische Trainer des FC Liverpool wohl nur zu gerne. In der Gruppe A liegen die von Rafael Benitez trainierten Engländer mit nur einem Zähler hinter Olympique Marseille (6 Punkte) und dem FC Porto (4) nur auf Rang drei - ein Sieg bei Besiktas Istanbul (0) ist Pflicht. Benitez aber hat sich erst mal hausinternen Ärger eingebrockt, weil er am Sonntag beim 2:1 im Lokalderby gegen den FC Everton den daraufhin ziemlich wütenden Kapitän Steven Gerrard auswechselte.

Miserabel ist die Stimmung auch beim AC Mailand, erst recht nach der blamablen Heimniederlage am Wochenende gegen Empoli (0:1). Zu Hause hat Milan in der Serie A noch keine der vier Begegnungen in dieser Saison gewonnen, der Rückstand auf Titelverteidiger und Stadtrivale Inter beträgt bereits zehn Punkte. Nicht einmal die Verantwortlichen reden die Lage schön. Die Bezeichnung "Chaos" sei nicht korrekt, betonte Milan-Vizepräsident Adriano Galliani, fügte allerdings hinzu: "Krise trifft es besser."

In der Gruppe D droht weiteres Ungemach für die heimschwachen Italiener (3 Punkte): Zu Gast ist Schachtjor Donezk, der Tabellenführer (6). In der zweiten Partie trifft Benfica Lissabon (0) auf Schottlands Meister Celtic Glasgow (3).

© SID

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