Fußball Champions-League
Neuer der Matchwinner im Elferkrimi von Porto

Der FC Schalke 04 steht erstmals im Viertelfinale der Champions League. Im Rückspiel beim FC Porto behielten die Schalker im Elfmeterschießen dank Keeper Manuel Neuer die Oberhand.

Manuel Neuer hat dem FC Schalke 04 erstmals in der Vereinsgeschichte den Einzug ins Viertelfinale der Champions League beschert und die Position des umstrittenen Trainers Mirko Slomka wieder etwas gestärkt. Beim 4:1-Erfolg der Königsblauen im Elfmeterschießen gegen den FC Porto wehrte der U21-Nationaltorhüter die Elfmeter von Bruno Alves und Lisandro Lopez ab, nachdem er schon zuvor in 120 Minuten seine Mannschaft mit glänzenden Paraden im Spiel gehalten hatte. Nur beim Gewaltschuss von Lisandro Lopez in der 86. Minute, der Porto nach dem Schalker 1:0-Hinspielerfolg in die Verlängerung rettete, war Neuer machtlos.

Jones verwandelt entscheidenden Elfmeter

Den entscheidenden Elfmeter der Schalker verwandelte Jermaine Jones. Coach Slomka, vom eigenen Vorstand in Frage gestellt und nach drei Bundesliga-Pleiten in Folge besonders unter Druck, hat jetzt wieder bessere Argumente für einen Verbleib im Amt.

Gegen den 22-maligen portugiesischen Meister, der seit der 82. Minute nach einer Roten Karte für Fucile in Unterzahl spielte, hatten es die Königsblauen alleine Neuer zu verdanken, dass sie sich nicht als letzter deutscher Klub aus der Champions League verabschieden mussten. "Ich muss mich erstmal beruhigen, das war sehr aufregend", sagte Manager Andreas Müller: "Dass wir überhaupt noch im Spiel waren, war nur Manuel Neuer zu verdanken. Wie er den Elfmeter von Lopez hält, ist Weltklasse." Auch Slomka stimmte in das Lob ein: "Porto war uns spielerisch überlegen. Aber mit Neuer hatten wir einen Super-Torwart, nicht nur im Elfmeterschießen, sondern auch schon vorher."

Der 21-Jährige, der in dieser Saison schon mehrmals gepatzt hatte, bot vor 45 316 Zuschauern im Estadio Do Dragao eine ganz starke Leistung und verhinderte mit glänzenden Reflexen einen Rückstand. Dank ihres Torhüters dürfen die Gelsenkirchener, die bislang 28 Mill. Euro in der Königsklasse einnahmen, im Viertelfinale am 1./2. und 8./9. April weitere sieben Mill. Euro in der Klubkasse verbuchen.

Neuer wächst über sich hinaus

Neuer rettete zunächst mit dem Fuß nach einem Schuss von Lopez (12.), wenige Sekunden später lenkte er den Ball nach einem Kopfball des am Fünf-Meter-Raum völlig freistehenden Tarik Sektioui mit einem sensationellen Reflex um den Pfosten (13.). Noch spektakulärer war seine Rettungstat in der 55. Minute: Sektioui köpfte aus einem Meter, erneut völlig unbedrängt, auf das Schalker Tor, doch der Gästekeeper wehrte den Ball mit dem Fuß zur Ecke ab.

In der 102. Minute rettete er nach einem katastrophalen Fehlpass von Rafinha gegen den frei auf ihn zulaufenden Ricardo Quaresma. Insgesamt waren die Schalker in der Verlängerung nicht in der Lage, ihre zahlenmäßige Überlegenheit nach der Roten Karte für Fucile (82.) auszunutzen, weil ihnen die spielerischen Mittel fehlten.

In ihrer 101. Europapokal-Partie mussten die Schalker über weite Strecken das von Slomka vorhergesagte Verteidigungsspiel bestreiten. Der portugiesische Tabellenführer, technisch, spielerisch und taktisch den Gelsenkirchenern deutlich überlegen, kombinierte allerdings nur phasenweise schnell und zielstrebig. Dann aber geriet das Tor von Neuer in Gefahr, weil allzu oft die Hintermannschaft um Kapitän Marcelo Bordon dem Kombinationsfluss der Portugiesen nur staunend zuschaute.

Vor allem Quaresma brachte die Schalker ein ums andere Mal in Schwierigkeiten. Der Star des FC Porto war überall auf dem Spielfeld zu finden, an fast jedem Angriff beteiligt und schlug zudem alle Standards. Entlastung gab es für Neuer und seine Vorderleute nur selten. Zwar mühte sich vor allem Jermaine Jones, der nach seiner Sperre in der Bundesliga ins Team zurückgekehrt war. Der Ex-Frankfurter eroberte viele Bälle und brachte auch in der Offensive als einziger Schalker Produktives zustande.

Bezeichnend war, dass ein 22-Meter-Schuss von Heiko Westermann, der deutlich das Tor verfehlte (27.), die einzig abgeschlossene Offensiv-Aktion der Schalker in der ersten Halbzeit war. Nach der Pause hatte dann allerdings Altintop den Führungstreffer auf dem Fuß. Der türkische Nationalspieler scheiterte allerdings an Torhüter Helton, der den Ball außerhalb des Strafraums ungestraft mit der Hand spielte (65.).

Slomka hatte nach dem 0:1 am vergangenen Samstag gegen Bayern München die Defensive verstärkt und von einem 4-3-3- wieder auf ein 4-4-2-System umgestellt. Zudem veränderte der Coach die Anfangsformation auf drei Positionen. Altintop, Kobiaschwili und Jones ersetzten Gerald Asamoah, Vicente Sanchez und Ivan Rakitic.

© SID

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