Fußball Champions-League
Remis rettet Bayerns Ehre

Hoch erhobenen Hauptes ist der FC Bayern aus der Königsklasse ausgeschieden. Nach der 0:4-Klatsche aus dem Hinspiel kam München zu Hause zu einem 1:1 gegen den FC Barcelona.

Das historische Wunder ist ausgeblieben, die hochfliegenden Träume geplatzt: Bayern München ist zum wiederholten Male im Viertelfinale der Champions League gescheitert. Nach dem denkwürdigen Debakel sechs Tage zuvor beim FC Barcelona (0:4) musste der deutsche Rekordmeister auch noch ohne den erhofften Sieg von der europäischen Bühne abtreten. Trotz eines feinen Treffers des diesmal ausgezeichneten Franck Ribery (47.) reichte es für die Münchner nach Seydou Keitas Ausgleich (73.) nur zu einem 1:1 (0:0). Zu wenig, um sich den in Barcelona verloren gegangenen Stolz zurückzuholen.

Seit dem Titelgewinn 2001 ist der FC Bayern aber zum vierten Mal im Viertelfinale der Champions League gescheitert. Zweimal war bereits im Achtelfinale Schluss gewesen, einmal in der Vorrunde. Im Vorjahr waren die Münchner unter Trainer Ottmar Hitzfeld dagegen im Uefa-Cup böse unter die Räder gekommen und nach einem 0:4 bei Zenit St. Petersburg im Halbfinale gescheitert. Barca ist derweil auf dem besten Wege, die Landesmeister-Trophäe zum dritten Mal nach 1992 und 2006 zu gewinnen, zunächst aber wartet im Halbfinale der FC Chelsea mit Michael Ballack.

Guter Start der Bayern

Mit Anstand, hatte der von den Anhängern erneut angefeindete Trainer Jürgen Klinsmann angekündigt, wolle sich der FC Bayern nach dem 0:4 im Hinspiel in Barcelona sechs Tage zuvor aus der Champions League verabschieden. Und tatsächlich begannen die Münchner derart energisch, als wollten sie ein historisches Wunder vollbringen: Ein 4:0 hatte es in bislang 177 Hinspielen in der Europapokal-Geschichte gegeben, nie aber hat die unterlegene Mannschaft diesen Rückstand im Rückspiel wettmachen können. Die Bayern waren nie wirklich dran an der Premiere, auch wenn sie sich nach Kräften mühten.

Es waren gerade einmal fünf Minuten gespielt, als die von den Zuschauern zunächst frenetisch angefeuerten Bayern schon in Führung hätten liegen können: Nach einer Flanke von Jose Ernesto Sosa kam Luca Toni völlig frei aus kurzer Distanz zum Kopfball, traf jedoch das Spielgerät nur ungenügend. Zehn Minuten später zielte der stark verbesserte Franck Ribery knapp über die Latte. Barca schien etwas beeindruckt zu sein, verlegte sich zunächst auf die Ballsicherung und nahm den Bayern damit prompt den Wind aus den Segeln, weshalb die Begegnung bis zu Riberys Treffer eher dahinplätscherte.

Nur Henry nicht auf dem Platz

Der FC Barcelona nahm die Begegnung trotz des beruhigenden Polsters aus dem Hinspiel offensichtlich dermaßen ernst, dass der gesperrte Trainer Josep Guardiola nahezu die Bestbesetzung für das Rückspiel aufgeboten hatte: Allein Thierry Henry saß wegen Fiebers zunächst auf der Bank, Sturmpartner Lionel Messi dagegen besetzte wie üblich die rechte Seite. Dort traf er diesmal auf erheblichen Widerstand in Person von Lahm, der den zweifachen Torschützen des Hinspiels zumeist sehr gut unter Kontrolle hatte.

Der Tabellenführer der spanischen Primiera Division wirkte gegen die einsatz- und spielfreudigen Bayern in der Tat sehr konzentriert und darauf bedacht, die Gastgeber vor 66 000 Besuchern nicht allzu sehr Fahrt aufnehmen zu lassen. Dies gelang zunächst nur bis zur 47. Minute, als der gute Andreas Ottl einen Steilpass auf Ribery spielte und der im Hinspiel untergetauchte Franzose mit einem Kabinettstückchen seinen vierten Champions-League-Treffer erzielte. Danach drehte Barca prompt ein wenig auf und kam durch Keita zum verdienten Ausgleich.

Klinsmann engagiert an der Seitenlinie

Klinsmann hatte im Vergleich zum Hinspiel in Barcelona vier Änderungen vorgenommen. In der Anfangself fehlten Massimo Oddo (Knöchel), Breno, Hamit Altintop und Bastian Schweinsteiger, der sich am Montag das Knie verletzt hatte und wie Lukas Podolski (Wadenprobleme) nicht einmal auf der Bank saß. Dafür spielten Lucio sowie Lahm, für den Christian Lell auf die rechte Abwehrseite wechselte, zudem Ottl und Sosa. Klinsmann selbst marschierte so oft die Außenlinie auf und ab, als wolle er auch noch mitspielen.

© SID

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