Fußball Champions-League
Werder zum Auftakt gleich in der Pflicht

Zum Start der Champions League empfängt Werder Bremen Anorthosis Famagusta. "Wir müssen Famagusta einfach schlagen", weiß Mittelfeldspieler Torsten Frings um die Favoritenrolle.

Gegen die unbekannten Zyprer von Anorthosis Famagusta bei ihrem Champions-League-Debüt will Werder Bremen heute (20.45 Uhr/live bei Premiere) im Weserstadion den ersten Sieg landen. "Wir spielen zu Hause, da müssen wir Famagusta einfach schlagen", fordert Nationalspieler Torsten Frings. Schließlich hat sich der deutsche Vizemeister zum sechsten Mal insgesamt und zum fünften Mal hintereinander für die "Königsklasse" qualifiziert.

Werder erwartet erneut ein Geduldsspiel

Wie schon beim 3:0-Sieg in der Bundesliga gegen Tabellenschlusslicht Energie Cottbus erwartet die Hanseaten ein Geduldsspiel, mit einer offensiven Einstellung der Gäste rechnet an der Weser niemand. "Wir werden wohl wieder das Spiel machen müssen", vermutet Werder-Trainer Thomas Schaaf, Frings formuliert drastischer: "Die werden sich hinten reinstellen und auf einen Punkt hoffen."

Sportdirektor Klaus Allofs allerdings möchte Famagusta nicht in einen Topf mit den Lausitzern stecken: "Das ist keine schwache Mannschaft, das haben unsere Scouts ganz klar analysiert." Dafür spricht auch, dass das Team von der geteilten Mittelmeerinsel in der Qualifikation alle drei Heimspiele ohne Gegentor gewann und in der letzten Runde Olympiakos Piräus ausschaltete. Gegen die Griechen kassierte Werder im Vorjahr in der Gruppenphase gleich zwei Niederlagen.

"Man kennt uns jetzt in Europa"

Doch auch wenn Geld keine Tore schießt: Mit einem Jahresetat von rund sechs Mill. Euro ist die Mannschaft des georgischen Trainers Temuri Ketsbaja in der Hansestadt krasser Außenseiter. Und auf einen Überraschungseffekt, so der 40-Jährige, könne man jetzt nicht mehr hoffen: "Man kennt uns jetzt in Europa." Aus seinem Team kennt man in Deutschland am ehesten noch den Niederländer Jeffrey Leiwakabessy, der in der Bundesliga für Alemannia Aachen spielte.

Der Sprung unter die 32 besten Vereinsmannschaften Europas ist für den 97 Jahre alten Traditionsklub im Übrigen weit mehr als ein sportlicher Erfolg. Anorthosis verkörpert auch die Sehnsucht der griechischstämmigen Zyprer, die 1974 bei der Teilung der Insel aus der seither türkischen Zone, zu der Famagusta momentan gehört, nach Larnaca flohen. Dort hat man zunächst eine vorläufige Heimat gefunden.

© SID

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