Fußball Champions-League
Werders Woche der Wahrheit startet gegen Sofia

Will Werder Bremen in der "Hammer-Gruppe" A überhaupt noch eine Chance haben, den FC Chelsea oder den FC Barcelona von einem der ersten beiden Plätze zu verdrängen, muss heute ein Sieg gegen Lewski Sofia her.

Die Formkurve der Torfabrik Werder Bremen zeigt steil nach oben. Nach der 6:0-Gala beim VfL Bochum soll heute gegen Lewski Sofia (20.45 Uhr/live im DSF und bei Premiere) nun auch der erste Sieg in der Champions League folgen, ehe am Samstag der Liga-Gipfel gegen den Erzrivalen Bayern München bevorsteht.

"Das sind zwei wegweisende Spiele", sagt Nationalspieler Torsten Frings, der vor dem Auftritt in der "Königsklasse" volle Konzentration fordert: "Wir dürfen jetzt nicht abheben. Eine Niederlage gegen Sofia können wir uns nicht leisten." Vielmehr ist ein Sieg gegen den bulgarischen Meister Pflicht, wenn Werder seine Chance auf das Achtelfinale wahren will. "Wenn wir weiter von der nächsten Runde reden wollen, müssen wir die beiden Spiele gegen Lewski erfolgreich gestalten", meint Bremens Trainer Thomas Schaaf.

"Müssen beiden Spiele gegen Sofia erfolgreich gestalten"

In der Hammer-Gruppe A rangiert der viermalige deutsche Meister nach der 0:2-Auftaktniederlage beim FC Chelsea und dem achtbaren 1:1 gegen Titelverteidiger FC Barcelona derzeit auf Rang drei. "Das Spiel gegen Barca hat uns viel Kraft gegeben", erklärt Schaaf. Auf keinen Fall aber werde man den vermeintlichen Underdog aus Sofia (0 Punkte/1:8 Tore) unterschätzen: "Es steht viel auf dem Spiel. Die Champions League ist schließlich nicht irgendein Bananen-Cup."

In der Bundesliga verbuchten die Norddeutschen zuletzt zwei leichte Siege mit insgesamt 9:0 Toren gegen Borussia Mönchengladbach (3:0) und in Bochum. Einziges Manko in den vergangenen Wochen war - trotz der Torflut - der Bremer Angriff. Nationalstürmer Miroslav Klose erzielte sein letztes Tor für Werder am 19. August, "Sorgenkind" Ivan Klasnic ist seit Monaten außer Form und traf in dieser Saison noch gar nicht. Lediglich Youngster Aaron Hunt war in den beiden vergangenen Partien jeweils einmal erfolgreich.

Der K.u.K.-Sturm als Sorgenkind

Während Klasnic zunehmend im Abseits steht, lässt Schaaf auf Klose nichts kommen. "Er bringt immer seine Leistung und spielt unheimlich mannschaftsdienlich", sagt der Coach. Dennoch brennt der Torschützenkönig der WM sowie der vergangenen Bundesligasaison darauf, endlich wieder zu treffen: "Wenn es gegen Sofia nicht klappt, dann eben am Samstag gegen die Bayern. In dieser Woche wird es knallen."

Werder muss gegen Sofia auf Nationalspieler Tim Borowski und Frank Baumann verzichten. Kapitän Baumann laboriert an Problemen an der Achillessehne, Borowski wird aus Gründen der Vorsicht geschont. "Die Achillessehnen-Probleme, die bei "Baumi" im Spiel gegen Bochum wieder schlimmer geworden sind, haben sich nicht gebessert. Tim konnte wieder mit der Mannschaft trainieren. Einige seiner Bewegungen sind aber noch nicht wieder so frei, wie sie sein müssten. Deswegen haben wir uns entschieden, keine weiteren Verletzungen zu provozieren und ihn noch einmal pausieren zu lassen", sagte Trainer Thomas Schaaf.

Gute Erinnerungen hat Werder im Übrigen an die beiden bislang einzigen Duelle mit Lewski vor genau 13 Jahren. Im Oktober 1993 setzten sich die Bremer in Hin- und Rückspiel der 2. Runde der Champions League gegen die Bulgaren durch (2:2, 1:0). Derzeit ist der Hauptstadtklub Tabellenführer der bulgarischen A-Liga und hat in neun Spielen noch nicht ein Gegentor (26:0) kassiert.

Bekanntester Spieler im Team ist der frühere Bundesligaspieler Daniel Borimirow, der von 1995 bis 2003 für 1 860 München spielte. Kurz vor der Abreise nach Bremen hatte der 36-Jährige noch eine Schrecksekunde zu überstehen, als in der Nacht von Sonntag auf Montag in Sofia in einen Autounfall verwickelt war, allerdings unverletzt blieb.

© SID

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