Fußball Champions-League
Ze Roberto sichert Bayern einen Punkt

Bayern München hat im zweiten Gruppenspiel der Champions League gegen Olympique Lyon ein 1:1 (0:1)-Remis erreicht. Nach einem Eigentor von Demichelis glich Ze Roberto per Kopf aus.

Bayern München sucht unter Trainer Jürgen Klinsmann weiter einen Weg aus seiner Krise. Der angeschlagene deutsche Meister holte im zweiten Champions-League-Gruppenspiel gegen den französischen Titelträger Olympique Lyon dank Ze Roberto einen Rückstand auf, kam allerdings aufgrund seiner mangelhaften Chancenverwertung nicht über ein enttäuschendes 1:1 (0:1) hinaus. "Wir können mit dem Ergebnis leben", betonte allerdings Bayern-Klubchef Karl-Heinz Rummenigge.

"Wir haben genügend Torchancen herausgespielt, um das Spiel zu gewinnen. Den Punkt müssen wir so akzeptieren, wir hätten gerne drei gehabt, aber ich denke wir sind gut in die Champions League gestartet", sagte Klinsmann. Mit vier Punkten haben die Münchner vor der Begegnung am 21. Oktober gegen den AC Florenz aber nach wie vor gute Karten für den Einzug ins Achtelfinale. Eine bessere Ausgangsposition verdarb den Bayern Martin Demichelis mit einem laut Präsident Franz Beckenbauer "saublöden Eigentor" in der 25. Minute. Ze Roberto glich für die engagierten, aber offensiv unkonzentrierten Münchner nur noch aus (52.). Vor dem Bundesliga-Spiel am Samstag gegen den VfL Bochum steht Klinsmann nun weiter unter Erfolgsdruck.

Van Bommel erneut nur auf der Bank

Der Bayern-Trainer hatte zunächst mit seiner Startelf erneut für eine Überraschung gesorgt: Kapitän Mark van Bommel saß zum dritten Mal nur auf der Bank. Für den Niederländer rückte Demichelis auf die von ihm ungeliebte Position im defensiven Mittelfeld. "Mehr Stabilität" sollte diese Maßnahme laut Klinsmann bringen, doch der Argentinier fand zunächst nicht zu der von ihm gewohnten Leistung.

Auch in der Abwehr ging Klinsmann ein kleines Wagnis ein: Der junge Breno übernahm dort den Platz von Demichelis. Insgesamt fünf Neue brachte der Münchner Trainer, darunter erwartungsgemäß Franck Ribery. Der Franzose durfte nach überstandener Verletzung erstmals von Beginn an ran, doch an der nicht immer höchsten Geschwindigkeit seiner Dribblings war zu sehen, dass er noch etwas Rückstand hat.

Dennoch machten die Bayern vor 64 000 Zuschauern in der nicht ausverkauften WM-Arena zunächst einen wachen Eindruck. Schon in der ersten Hälfte wäre ein Treffer verdient gewesen, Miroslav Klose, Philipp Lahm, Ribery und gleich mehrfach Luca Toni vergaben jedoch ihre Torchancen. Pech hatte der deutsche Rekordmeister, als der griechische Schiedsrichter Kyros Vassaras ein Foul an Klose im Strafraum übersah (10.).

Beckenbauer: "Da könnte man zum Mörder werden"

Lyon hielt mit spielerischer Eleganz dagegen und kam ebenfalls zu guten Gelegenheiten. Beim 0:1 war der siebenmalige französische Meister aber auf Münchner Schützenhilfe angewiesen, als Demichelis einen scharfen Freistoß von Juninho aus über 40 Metern unglücklich ins Tor lenkte. "Wenn einem sowas in der Schülermannschaft passiert, dann sagt man ihm: "Spiel Klavier oder Flöte, aber nicht Fußball". Da könnte man zum Mörder werden", polterte Präsident Franz Beckenbauer in der Pause am Premiere-Mikrofon.

Nach dem Seitenwechsel drängten die Bayern von Beginn an auf den Ausgleich. Erneut war es der unkonzentriert wirkende Toni, der beste Möglichkeiten ungenutzt ließ, ehe es Ze Roberto dann besser machte: Nach einer tollen Flanke von Klose köpfte er aus 14 Metern ein. Die Bayern blieben nach dem Ausgleich am Drücker und hatten im Mittelfeld nun ein leichtes Übergewicht, vorne fehlte es jedoch an Durchschlagskraft. Lyon war seinerseits bei seltenen Gegenstößen brandgefährlich.

© SID

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