Fußball Confederations-Cup
Südafrika glänzt – aber Brasilien im Finale

Aus der Traum für die Bafana Bafana, die Seleção erreicht auch ohne heißen Samba-Fußball das Endspiel: Titelverteidiger Brasilien hat Südafrika im Halbfinale des Confederations Cups durch ein Last-Minute-Tor bezwungen.

Joker Dani Alves schoss den erst spät erwachenden Topfavoriten mit einem Traumtor ins Finale. Der Rechtsverteidiger vom Champions-League-Sieger FC Barcelona verwandelte gegen den couragiert auftrumpfenden WM-Gastgeber Südafrika in der 88. Minute einen Freistoß von der Strafraumgrenze zum insgesamt schmeichelhaften 1:0 (0:0)-Erfolg. Erst sechs Minuten zuvor war Alves eingewechselt worden. Der Rekord-Weltmeister und Titelverteidiger Brasilien darf damit am Sonntag im Endspiel gegen die USA in Johannesburg (20.30 Uhr, live im DSF) vom dritten Confed-Cup-Titeltitel nach 1997 und 2005 träumen. Die Südafrikaner unter den 48 049 Zuschauern im Ellis Park Stadion feierten anschließend ihre grandios aufspielende Nationalmannschaft für eine Glanzleistung gegen den Favoriten. Im Spiel um Platz drei wollen die Gastgeber am Sonntag (15 Uhr/DSF) nun auch Europameister Spanien ärgern.

"Manchmal ist Fußball unfair. Wir haben heute echt hart gearbeitet", meinte der Ex-Dortmunder Steven Pienaar. Die Enttäuschung saß kurz nach der unglücklichen Niederlage so tief, dass sich Pienaar (noch) nicht über seine Auszeichnung als "Man of the Match" freuen konnte.

Trotz empfindlich-kühler acht Grad Celsius brodelte es im Ellis Park: Die Fans waren heiß auf die Partie, machten mit Tänzen, Gesängen und dem ohrenbetäubenden Lärm der Vuvuzelas Stimmung - und ihrer Bafana Bafana Mut. Auf der Ehrentribüne saß Staatspräsident Jacob Zuma in der grünen Team-Jacke neben Fifa-Präsident Joseph Blatter. Südafrikas brasilianischem Trainer Joel Santana standen bei den Nationalhymnen Tränen in den Augen.

Bevor der Ball rollte, verlasen die Kapitäne Lucio (Brasilien) und und Aaron Mokoena (Südafrika) einen Appell gegen Rassismus, ins Bild passte dazu auch ein Plakat im Stadion mit der Aufschrift "Mandela is brazilian". Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela hatte am Vortag jedem südafrikanischen Fußballer persönlich Glück gewünscht.

Anders als beim 3:0-Triumph gegen Weltmeister Italien war die "Selecao" von einer Gala-Vorstellung meilenweit entfernt. Wer von einer einseitigen Angelegenheit zugunsten der Brasilianer ausgegangen war, sah sich getäuscht. Die Gastgeber boten mit einem leidenschaftlichen Auftritt den Brasilianern überraschend Paroli und weckten damit ein Jahr vor WM-Beginn große Hoffnungen im eigenen Land.

Denn bei widrigen Verhältnissen - im 1 750 Meter hoch gelegenen Johannesburg lagen die Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt - präsentierten sich "Bafana Bafana" in der Defensive gut sortiert und suchten mit viel Herz und großem läuferischen Aufwand selbst ihr Glück in der Offensive. So war das magische Trio Kaka, Robinho und Luis Fabiano lange Zeit abgemeldet.

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