Fußball Confederations Cup
Torres olé: Südafrikas Popstar ist Spanier

Kreischende Mädchen, strahlende Kinderaugen, hektische Sicherheitskräfte - und Blitz-Tore: Wo Fernando Torres beim Confederations Cup auftaucht, herrscht helle Aufregung. Die südafrikanischen Fußball-Fans haben den spanischen Stürmerstar mit den blonden Strähnen und den Sommersprossen zum Popstar der Mini-WM erkoren.

dpa RUSTENBURG. "Ich fühle mich hier sehr geliebt, als ob ich zu Hause wäre", sagte der 25-Jährige vom FC Liverpool nach seinem Hattrick innerhalb von nur elf Minuten beim 5:0 (4:0)-Sieg des Europameisters in Rustenburg gegen Neuseeland. "Ich hoffe, dass Spanien nächstes Jahr bei der WM beim Publikum die Nummer zwei sein kann."

Es hätte keiner Experten-Gruppe des Weltverbandes Fifa bedurft, um den "Man of the match" zu küren: Torres war der herausragende Profi auf dem Platz: Ein Schuss aus der Distanz (6. Minute), ein Abstaubertor (14.) und ein Kopfball (17.) - die "Kiwis" bekamen schnell die große Flatter. Der Torjäger bedankte sich brav für die Trophäe - und bei seinen Kollegen: "Es ist ein Luxus, in dieser Mannschaft mit diesen großartigen Spielern zu stehen."

Drei Tore innerhalb einer Halbzeit waren dem 63-fachen Nationalspieler (insgesamt 22 Treffer) schon einmal gelungen: Im Oktober 2005 in der WM-Qualifikation gegen San Marino. Und auch für die deutsche Mannschaft ist Torres ein Schreckgespenst: Im EM-Finale des Vorjahres in Wien machte er das Tor des Tages. Nach 44 Jahren holten die Iberer damals endlich wieder einen internationalen Titel und eilen nun weiter von Sieg zu Sieg: Seit 33 Spielen ist die "Furia Roja" ungeschlagen. Wie heißt es so schön in einem Musikvideo der spanischen Rockgruppe "El canto del loco" mit Torres als Protagonist: "Ya nada volverá a ser como antes". Nichts wird mehr wie vorher sein.

"Nach so vielen Jahren des Leidens ist nun eine Epoche zum Genießen", meinte Torres lächelnd. "Das war ein großartiger Einstand für unsere Mannschaft. Meine Tore waren große Momente für mich. Wir versuchen jetzt, unser Bestes zu geben und weitere Titel zu gewinnen." Der frühere Profi von Atletico Madrid, der 2007 für 38 Mill. Euro Ablöse an die Anfield Road gewechselt war, ist offizieller Botschafter des WM-Organisationskomitees und macht sich für die Menschen am Kap stark. "Das wird eine andere WM als die bisherigen. Aber man muss die Tür der ganzen Welt öffnen. Fußball ist eine universelle Sache. Wir sind hier, um zu zeigen, dass Südafrika den Confederations Cup und die WM perfekt organisieren kann."

Fans und Funktionäre hören das nur zu gerne. Der Kurs für Fotos und Autogramme von Spaniens smartem Stürmer steigt mit jedem Tor. "Wie begrüße ich Torres auf Spanisch?", will der Kassierer am Eingang eines Nationalparks bei Rustenburg wissen. "Hola, Fernando!" Als der dreifache Torschütze nach 70 Minuten vom Platz durfte, gab"s nochmal viel Getöse: Mit aller Kraft bliesen die Zuschauer im Royal Bafokeng Stadion in ihre trompetenartigen Vuvuzelas. "Ich bin sehr stolz, dass die Leute mich sehen wollen, Autogramme von mir haben oder Fotos mit mir machen wollen", sagte Torres später.

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