Fußball Copa America
Brasilien holt sich achten "Copa"-Titel

Brasilien hat zum achten Mal die Copa America gewonnen. Die "Selecao" setzte sich im Finale glatt mit 3:0 (2:0) gegen Argentinien durch, das schon bei der vorigen Auflage im Endspiel dem Erzrivalen unterlegen war.

Unmittelbar nach dem Gewinn der Copa America war der brasilianische Nationalcoach Carlos Dunga auf der Presskonferenz der gefeierte Mann. Während der ehemalige Stuttgarter jedoch mit tosendem Applaus empfangen wurde, verzog sich sein Kollege Alfio Basile in den Schmollwinkel. Der argentinische Nationaltrainer war nach dem 0:3 (0:2) im Finale sprachlos, überließ wie sein Team in den 90 Minuten zuvor seinem Konkurrenten das Feld.

Dunga kristisiert Urlauber Kaka und Co.

Und dieser nutzte die ungeteilte Aufmerksamkeit am Ende seines Premieren-Jahres als Trainer zum moderaten Rundumschlag. Als erstes traf es die Stars Kaka und Ronaldinho, die der Südamerika-Meisterschaft den Urlaub vorgezogen hatten. "Jeder Spieler, der zur Selecao kommt und eine gute Arbeit macht, ist natürlich im Vorteil gegenüber demjenigen, der nicht kommt. Wie soll ich jetzt einen aus diesem Team nehmen?", fragte der 43-Jährige.

Dann ging es an die kritischen Stimmen aus der Heimat, die dem Team des Weltmeister-Kapitäns von 1994 eine defensive und unattraktive Spielweise vorwarfen. "Ich beschäftige mich nicht damit, die Kritiken zu erwidern. Ein Team, das siegt, braucht keine anderen Antworten", sagte Dunga, der nun als zweiter Brasilianer nach dem "Alten Wolf" Mario Zagallo die Selecao als Spieler und Trainer zu Titeln führte.

Baptista legt Grundstein zum Sieg

Nach der Absage der Star-Duos wollte Dunga die Rolle des Spielmachers Ze Roberto geben. Dieser kehrte jedoch lieber zu Bayern München zurück, Julio Baptista wurde nachnominiert. Und ausgerechnet der Akteur von Real Madrid legte vor 40 000 Zuschauern im Estadio Pachencho Romero mit seinem frühen Tor in der vierten Minute den Grundstein für den achten Copa-Erfolg der Selecao, den vierten bei den letzten fünf Turnierauflagen.

Dunga bewies auch im Finale ein glückliches Händchen, wechselte für den verletzten Elano nach einer halben Stunde Daniel Alves ein. Der Rechtsverteidiger schlug in der 40. Minute die Flanke, die Gaucho-Kapitän Roberto Ayala ins eigene Tor abfälschte, und beendete mit dem 3:0 (69.) nach einem Konter den Traum der Argentinier auf eine erfolgreiche Revanche für die verlorenen Finals bei der Copa America 2004 und dem Konföderationen-Cup 2005.

"Das zweite Tor hat unseren Willen getötet", meinte Rekordnationalspieler Ayala (34), der eine große Spielergeneration um Torhüter Roberto Abbondanzieri (34), Javier Zanetti (34), Hernan Crespo (32) und Juan Sebastian Veron (32) anführt, die jetzt wohl mit dem Makel leben muss, die titellose Zeit seit dem Copa-Sieg 1993 nicht beendet zu haben.

"Traurigkeit ohne Ende"

Entsprechend enttäuscht reagierte auch die Presse am Rio de la Plata. "Traurigkeit ohne Ende", titelte das Sportblatt Ole, und La Nacion schrieb: "Noch eine Niederlage, die in der Seele schmerzt." Für Clarin erlebte Argentinien "einen Albtraum".

Die "Albiceleste" beklagte ihr Pech bei einem Pfostenschuss von Juan Roman Riquelme (9.), der wie der zuvor hoch gelobte Lionel Messi blass blieb. Dagegen begann die brasilianische Sambaparty schon vor dem Abpfiff. Die Ersatzspieler sangen: "Ich bin Brasilianer, mit viel Stolz und viel Liebe." Robinho hüllte sich in eine Nationalflagge und erhielt anschließend die Auszeichnung als bester Torschütze (6 Treffer) und bester Spieler des Turniers.

Die schwere Copa-Trophäe nahm im Beisein von Fifa-Präsident Joseph S. Blatter der von Leverkusen zum AS Rom gewechselte Spielführer Juan gemeinsam mit dem gesperrten Kapitän Gilberto Silva entgegen. Für das Siegerfoto posierten auch das Bremer Duo Diego und Naldo sowie die beiden Berliner Mineiro und Gilberto, der den Unterschied zum Gegner erklärte: "In das Finale haben wir unser ganzes Herz gelegt."

© SID

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