Fußball
Cottbus feiert trotz 0:3 - Bayern wahren Gesicht

Die „alten“ Bayern haben weit abseits vom spannenden Titelfinale doch noch einmal gewonnen - doch selbst der Verlierer Energie Cottbus ließ sich dadurch die Festtagsstimmung nicht vermiesen.

dpa COTTBUS. Die „alten“ Bayern haben weit abseits vom spannenden Titelfinale doch noch einmal gewonnen - doch selbst der Verlierer Energie Cottbus ließ sich dadurch die Festtagsstimmung nicht vermiesen.

Im vorletzten Spiel vor dem großen Umbruch, den die Münchner Führung nach der enttäuschendsten Saison seit Jahren laut angekündigt hatte, siegte der entthronte Meister in Cottbus mit 3:0 (2:0). Durch die Treffer von Roy Makaay (33. Minute/Foulelfmeter), Daniel van Buyten (35.) und Roque Santa Cruz (61.) konnte der FC Bayern München damit zumindest sein „Gesicht wahren“, wie Trainer Ottmar Hitzfeld verlangt hatte. Zuvor hatte der auf Rang vier abgeschlagene Rekordtitelträger in drei Partien nur einen Punkt geholt.

Energie Cottbus bleibt trotz der Heimniederlage - die insgesamt sechste in dieser Spielzeit - eines der Überraschungsteams in der Fußball-Bundesliga. 41 Punkte hatten die Lausitzer zuvor im Oberhaus noch nie geholt. „Wir hatten immer Bodenhaftung und die werden wir auch jetzt behalten“, versprach Trainer Petrik Sander. Wie schwer die Aufgabe für das „kleine“ Cottbus in der Beletage des deutschen Fußballs bleibt, erlebte die Mannschaft jüngst in Hannover (0:2) und jetzt im Heimspiel gegen München, in dem Energie ohne den letzten Biss und ohne Organisation chancenlos blieb. Dennoch feierte Cottbus mit 120 Kästen Freibier, 20 000 spendierten Bratwürsten und Gesang.

Die Gäste, bei denen Hitzfeld gleich auf sieben verletzte Stammkräfte verzichten musste und die wieder mit Oliver Kahn im Tor antraten, dominierten die Partie vor 22 500 Zuschauern im ausverkauften Stadion der Freundschaft deutlich. Besonders Makaay wollte offensichtlich nochmals zeigen, dass er bei allen Spekulationen um neue Stars wie Luca Toni in der neuen Bayern-Mannschaft wieder ein Erfolgsgarant werden kann. Drei Mal visierte der Niederländer schon in der ersten halben Stunde das Tor von Energie-Keeper Tomislav Piplica an.

Als Schiedsrichter Peter Gagelmann nach einem ungestümen Einsteigen von Steffen Baumgart gegen Claudio Pizarro auf Elfmeter entschied, ließ sich Makaay die Chance auf sein 16. Saisontor nicht entgehen. Wenig später knallte der 32-jährige Stürmer einen Freistoß aus 22 Metern an die Latte, der später ausgeschiedene van Buyten staubte zu seinem dritten Saisontreffer ab. Nach der Pause erhöhte eine der Saison-Enttäuschungen, Santa Cruz, nach Ecke von Mark van Bommel per Kopf auf 3:0. Der Rettungsversuch von Tomasz Bandrowski auf der Linie misslang. Kahn geriet erst nach 84 Minuten durch einen Freistoß des eingewechselte Daniel Gunkel erstmals in ernste Gefahr.

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