Fußball DFB
1. FC Nürnberg will Pokalflaute beenden

Der 1. FC Nürnberg und Eintracht Frankfurt spielen heute den ersten Finalisten des DFB-Pokals aus. Die Franken wollen ihr erstes Pokalendspiel seit 25 Jahren erreichen, die Eintracht ihren Vorjahrescoup wiederholen.

Im 1. FC Nürnberg und Eintracht Frankfurt streiten heute Abend (20.30 Uhr/live in der ARD) zwei Traditionsklubs um den Einzug ins Endspiel des DFB-Vereinspokals. Während aber die Hessen ihre Vorjahresbilanz wiederholen könnten, hoffen die Franken nach Jahrzehnten des Wartens endlich wieder auf eine Finalteilnahme. Vor 25 Jahren hatte der traditionsreiche Klub zum letzten Mal um den Titel des Deutschen Pokalsiegers gestritten, vor 45 Jahren den Cup letztmals gewonnen - entsprechend groß ist die Bedeutung des Halbfinales für den neunmaligen deutschen Meister gegen den Bundesliga-Konkurrenten und Angstgegner im heimischen Stadion.

FCN-Präsident Michael A. Roth spricht vom "wichtigsten Spiel der letzten Jahrzehnte", Sportdirektor Martin Bader von "einer unheimlichen wichtigen Partie, mit der sich die Spieler in die Geschichtsbücher des Vereins eintragen können".

Für beide Teams geht es um viel Geld

Doch es geht für die Nürnberger und für Frankfurt nicht nur um "ganz viel Image und Ehre" (Roth), sondern für beide Klubs auch um viel Geld. Nicht nur, dass der Einzug ins Finale am 26. Mai in Berlin weitere 1,5 Mill. Euro einbringen würde. Dem Pokalsieger, möglicherweise sogar schon dem Finalisten, winkt vor allem ein lukrativer Platz im Uefa-Cup.

Entsprechend groß ist der Ehrgeiz auf beiden Seiten, obwohl der Club als aktueller Tabellenfünfter auch noch die Chance hat, sich über die Bundesliga für das internationale Geschäft zu qualifizieren. "Wir wollen unbedingt ins Finale und mal wieder diesen Pokal, um an alte Zeiten anzunüpfen", sagte FCN-Boss Roth.

Funkel hofft auf Schub nach Sieg in Bielefeld

Auch Frankfurts Coach Friedhelm Funkel legt nach dem 4:2 in Bielefeld trotz der nach wie vor prekären Situation in der Liga das volle Augenmerk auf das Pokalspiel am Dienstag: "Der Sieg in Bielefeld hat uns einen Schub gegeben. Jetzt wollen wir auch in Nürnberg unbedingt gewinnen."

Die Eintracht, Pokalsieger von 1974, 1975, 1981 und 1988, hatte bereits in der vergangenen Saison das Finale erreicht, gegen Bayern München allerdings 0:1 verloren. Der 1. FCN, der auf dem Weg ins Halbfinale erhebliche Probleme hatte (zweimal Elfmeterschießen, einmal Verlängerung), stand zuletzt 1982 im Endspiel (2:4 gegen Bayern), der letzte Pokalerfolg gelang 1962.

Entsprechend groß ist die Euphorie und der Druck vor dem Halbfinale rund um das Team von Trainer Hans Meyer. Das Stadion ist mit knapp 47 000 Zuschauern seit Wochen ausverkauft. "Wir müssen aufpassen, dass wir den Jungs nicht zuviel Druck auferlegen. Die Anspannung ist schon groß genug", meinte deshalb auch Bader.

Nürnberg mit Personalsorgen

Personell hat Meyer, der im Tor seinem Kapitän Raphael Schäfer den Vorzug vor Pokalheld Daniel Klewer geben wird, nach wie vor mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Ein Einsatz von Jaouhar Mnari (nach Knie-OP) und Vratislav Gresko (Oberschenkelzerrung) kommt wohl zu früh. Robert Vittek, Dominik Reinhardt und Marek Mintal fallen verletzt defintiv aus. Bei Frankfurt fehlt Patrick Ochs (Meniskusbeschwerden).

Dafür werden Sotirios Kyrgiakos nach seiner Mandelentzündung und die für das Bielefeld-Spiel ausgemusterten Michael Thurk und Albert Streit wieder zum Eintracht-Kader gehören. "Ich erwarte von ihnen eine Reaktion. Sie waren zuletzt nicht in der Lage, der Mannschaft zu helfen", sagte Funkel.

Die Statistik spricht für die Eintracht. Seit dem 14. März 1987 (0:1) haben die Frankfurter in Nürnberg nicht mehr verloren. Seitdem gab es in zwölf Spielen beim Club inklusive Pokal und 2. Liga sieben Siege und fünf Remis. Zudem verließen die Hessen in den letzten 21 Pflichtspielen auswärts nur viermal den Platz als Verlierer.

© SID

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