Fußball DFB
Adidas legt im Ausrüster-Poker kräftig nach

Im Ausrüster-Poker hat Adidas noch einmal finanziell deutlich nachgelegt: Der langjährige DFB-Partner hat nach Kicker-Informationen sein Angebot an den Deutschen Fußball-Bund von elf auf 22 Mill. Euro pro Jahr verdoppelt, aber offenbar reicht diese Offerte längst nicht aus, um den Konkurrenten Nike auzustechen. Der US-Gigant Nike bietet ab 2011 für einen Acht-Jahres-Vertrag über 500 Mill. Euro (62,5 Mill. Euro per annum).

"Würde das Präsidium ein finanziell deutlich niedrigeres Angebot annehmen, könnte das strafrechtliche Konsequenzen haben. In diese Gefahr begebe ich mich nicht", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger. Wie der sid erfuhr, hat der DFB deshalb ein weiteres juristisches Gutachten zur Frage der Haftbarkeit erstellen lassen. Dieses bestätigt die Position Zwanzigers. Danach würde er sich strafbar machen, sollte der DFB ein höher dotiertes Angebot ausschlagen und einer geringer dotierten Offerte den Zuschlag geben.

Laut Bild hat der DFB-Boss inzwischen eine persönliche Einladung von Nike-Chef Mark Parker in die Unternehmenszentrale nach Beaverton im US-Bundesstaat Oregon erhalten. Offensichtlich ist Zwanziger gewillt, diese Einladung anzunehmen und mit einer Delegation in die USA zu reisen.

DFB nimmt neue Offerte "zur Kenntnis"

Das DFB-Präsidium hatte vergangenen Freitag das verbesserte Angebot von Adidas nach offizieller Version lediglich "zur Kenntnis genommen" und angekündigt, die Verhandlungen mit Adidas um einen Vertrag ab dem 1. Januar 2011 fortsetzen zu wollen. Die derzeitige Vereinbarung endet am 31. Dezember 2010.

Auf der Bilanzpressekonferenz von Adidas in der vergangenen Woche in Herzogenaurach hatte Vorstands-Chef Herbert Hainer betont, dass er optimistisch sei, den Vertrag mit dem DFB in den nächsten Monaten abschließen zu können. Seit 1954 ist der Sportartikelhersteller aus Franken DFB-Partner.

Adidas vertritt nach wie vor die Auffassung, dass es eine mündliche Vertragsverlängerung mit dem DFB bis 2014 gebe, was der Verband bestreitet und durch ein Rechtsgutachten auch belegt sieht. Möglicherweise muss ein unabhängiges Schiedsgericht klären, ob im vergangenen August eine rechtlich verbindliche Verlängerung des Kontrakts stattgefunden hat. Beide Seiten, DFB und auch Adidas, hatten erklärt, dass sie sich der möglichen Entscheidung des Schiedsgerichts unterwerfen werden.

© SID

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