Fußball DFB
Bierhoff verlängert beim DFB per Handschlag

Beim Deutschen Fußball- Bund (DFB) wird langfristig gedacht. Rund sieben Monate vor Beginn der WM im eigenen Land hat der Verband ein Zeichen gesetzt und den Vertrag mit Manager Oliver Bierhoff per Handschlag verlängert.

Oliver Bierhoff bleibt der deutschen Nationalmannschaft als Manager auch über die WM 2006 im eigenen Land hinaus erhalten. Rund sieben Monate vor den Titelkämpfen hat der Geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger Nägel mit Köpfen gemacht und den Vertrag mit dem Golden-Goal-Schützen von 1996 per Handschlag verlängert.

"Das ist erledigt. Wir haben zehn Minuten zusammengesessen, mehr Zeit brauchten wir nicht. Anschließend gab es einen Handschlag. Ich gehe davon aus, er verbindet damit das Gleiche wie ich", sagte Zwanziger in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" und freute sich über die schnelle Einigung: "Er hatte einen Wunsch, ich hatte einen Wunsch - und beide Wünsche ließen sich in einem kurzen Gespräch zusammenführen. Oliver Bierhoff und ich sind uns einig, dass wir über die WM 2006 hinaus weitermachen werden."

Bierhoff bestätigt Einigung

Bierhoff, dessen Vertrag nach dem Turnier in Deutschland ausgelaufen wäre, bestätigte die Übereinkunft grundsätzlich. "Wir sind uns so gut wie einig. Unterschrieben ist aber noch nichts", erklärte der Nationalmannschafts-Manager. Unklarheiten gibt es offenbar allein noch bei der Länge des künftigen Kontraktes. Bierhoff stellte klar: "Ich werde auf keinen Fall bis 2009 verlängern. Entweder bis 2008 oder 2010."

Vor dem letzten Länderspiel des Jahres am Samstag in Paris gegen Frankreich (21.00 Uhr/live im ZDF) hat Zwanziger damit die erste wichtige Personalie für die Zeit nach der Heim-WM unter Dach und Fach gebracht. Der ehemalige DFB-Kapitän Bierhoff hatte zuletzt immer wieder seine Bereitschaft zu einer Vertragsverlängerung betont, aber gleichzeitig seinen Anspruch auf ein Mitspracherecht bei einer etwaigen Trainersuche nach der WM 2006 untermauert.

"Ich freue mich, dass die Gespräche positiv verlaufen sind. Allerdings ist die Arbeit des Managers wie auch im Verein unabhängig von der Arbeit des Trainers", sagte Klinsmann, bei dem Zwanziger Tendenzen hin zu einer Vertragsverlängerung ausgemacht haben will, im Vorfeld des Länderspiels in Paris.

Klinsmanns Zukunft hängt von sportlicher Entwicklung ab

Auch bei Bundestrainer Jürgen Klinsmann will Zwanziger Tendenzen hin zu einer Vertragsverlängerung ausgemacht haben. "Am Anfang hatte ich den Eindruck, er ist nur hier, um Weltmeister zu werden. Aber das hat sich geändert", betonte der DFB-Boss und begründet: "Jürgen glaubt jetzt, dass er künftig in der Nachwuchsförderung und vielen anderen Bereichen etwas bewegen kann." Deshalb wolle er mit Klinsmann über 2006 hinaus zusammenarbeiten. Dazu Klinsmann: "Ich habe schon gesagt, dass meine Bereitschaft da ist, nach der WM weiterzumachen. Das hängt jedoch weiterhin von der sportlichen Entwicklung ab."

Selbst die Kritik an den jüngsten Leistungen der Nationalmannschaft spielt für Zwanziger im Bemühen um den einstigen Torjäger keine Rolle. Er mache das nicht von Statistiken oder kommenden Spielen abhängig, sondern von dem, was er spüre: "Nämlich den Geist einer Veränderung, die Öffnung des deutschen Fußballs für globale, internationale Erkenntnisse."

Der Geschäftsführende DFB-Präsident zeigt sich allerdings skeptisch gegenüber dem von Klinsmann für den Posten des Sportdirektors ins Gespräch gebrachten Berti Vogts. Zwanziger: "Vogts hat meinen Respekt, aber er hat selbst gemerkt, dass es für ihn in diesem Verband schwierig ist." Bierhoff ergänzte: "Wir hatten Berti Vogts vorgeschlagen, aber er ist beim DFB-Präsidium nicht so gut angekommen. Jetzt müssen wir weitersehen. Aber das Thema wird erst in den kommenden Tagen wieder besprochen."

© SID

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