Fußball DFB
Breite Zustimmung für Grundlagenvertrag

Auf dem Außerordentlichen Bundestag des DFB in Düsseldorf wurde der neue Pakt zwischen Dachverband und Profi-Fußball (Laufzeit bis 2012) ohne Gegenstimme angenommen.

DFB-Chef Theo Zwanziger und Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball haben mit flammenden Plädoyers für die Einheit des Fußballs geworben und anschließend breite Zustimmung für den neuen Grundlagenvertrag erhalten. Auf dem Außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in der Stadthalle des Congress Centers in Düsseldorf wurde der neue Pakt zwischen Dachverband und Profi-Fußball (Laufzeit bis 2012) ohne Gegenstimme von den Delegierten abgenickt; es gab lediglich eine Enthaltung.

"Zur Einheit des Fußballs gibt es keine Alternative", hatte Zwanziger an die Vertreter der Basis in seiner emotionalen Rede appelliert und Unterstützung für die Fortsetzung der seit 2001 praktizierten Partnerschaft mit dem Profi-Fußball eingefordert. Auch Rauball verdeutlichte, dass die Profis nach wie verlässliche Partner für die Amateure seien und ihrer Verantwortung auch weiterhin nachkommen werden: "Der Glaube an die Solidarität ist intakt. Die Liga wird ihren Beitrag leisten."

Zwanziger: "Ich bin stolz"

Sowohl Zwanziger als auch Rauball zeigten sich nach dem klaren Votum erleichtert. "Ich bin stolz auf meine Jungs und Mädels aus den Landesverbänden, die die Notwendigkeit des neuen Grundlagenvertrages erkannt haben", sagte Zwanziger. Rauball ergänzte: "Es ist weitaus besser mit einem so überragenden Ergebnis in das Leben diese Grundlagenvertrages zu gehen. Viel deutlicher kann der Rückenwind nicht ausfallen."

Der neue Grundlagenvertrag muss allerdings noch vom DFB-Präsidium endgültig verabschiedet werden. Dies gilt angesichts der breiten Zustimmung der Basis nun jedoch nur als Formsache. Voraussichtlich am Donnerstag kommender Woche wird dies geschehen.

Der Grundlagenvertrag beinhaltet unter anderem auch das Vorziehen eines Sonntagsspiels der Bundesliga ab der neuen Saison auf 15.30 Uhr. Dies hatte zuvor zu Protesten einiger Amateurvertreter geführt, die Einnahmeverluste bei ihren parallel stattfindenden Spielen am Sonntag befürchten. Die groß angekündigte Demonstration von Gegner des 15.30-Uhr-Spiels am Sonntag erwies sich in Düsseldorf allerdings als Sturm im Wasserglas. Nur 20 Unentwegte hatte sich zur Stadthalle aufgemacht, um ihrer Forderung nach Rückkehr zu den bisherigen Anstoßzeiten Nachdruck zu verleihen.

Dortmund sticht Gelsenkirchen aus

Einen Sieg für Dortmund im Kohlenpott-Derby gegen Gelsenkirchen gab es dagegen bei der Frage nach dem Standort für das nationale deutsche Fußball-Museum. Im Duell der Erzrivalen votierten 137 von 251 Delegierten auf dem DFB-Bundestag für Dortmund, während der letzte verbliebene Konkurrent von insgesamt einst 14 Kandidaten auf 102 Stimmen (12 Enthaltungen) kam.

Das Museum soll gegenüber des Hauptbahnhofes errichtet werden, per annum erwartet Dortmund rund 250 000 Besucher. Das Museum soll im Frühjahr/Sommer 2012 eröffnet werden. "Wir wollen aus dem Herzen der Stadt Botschaften über den Fußball transportieren", hatte Dortmunds Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer bei der Präsentation seiner Stadt erklärt. Bereits in Kürze soll ein Architektenwettbewerb auf den Weg gebracht werden.

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers sah das Bundesland Nordrhein-Westfalen schon vor der Abstimmung als Gewinner an: "An Rhein und Ruhr wird Fußball gelebt. Es ist auf jeden Fall ein Sieg für das gesamte Ruhrgebiet und seine fußballbegeisterten Menschen." Die Entscheidung zugunsten Dortmunds kommentierte er als "herausragende Entscheidung für Nordrhein-Westfalen." Aus dem Überschuss der WM 2006 sollen dabei vom DFB zehn Mill. Euro in das Projekt investiert werden. Das Land Nordrhein-Westfalen hat Zuschüsse in Höhe von 18,5 Mill. Euro in Aussicht gestellt.

Große Enttäuschung herrschte derweil bei den Protestlern vor dem Congress Center. "Erfreut bin ich über diese Resonanz nicht", erklärte Reiner Grundmann, der Vorsitzende des Gelsenkirchener Kreisligisten SC Schaffrath und einer der Initiatoren der Protestbewegung: "Vielleicht müssen wir unsere Aktivitäten besser bündeln."

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%