Fußball DFB: DFB-Boss Zwanziger bekräftigt "9 gegen 9"-Pläne

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DFB-Boss Zwanziger bekräftigt "9 gegen 9"-Pläne

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger hat bei einem Diskussionsforum in Frankfurt erneut bekräftigt, dem absehbaren Mannschaftsschwund im Amateurfußball mit einem revolutionären "9 gegen 9"-Konzept entgegenwirken zu wollen.

Dr. Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), bleibt bei seinen revolutionären Reformplänen: Der 61-Jährige hat bekräftigt, dem absehbaren Mannschaftsschwund im Amateurfußball mit einem "9 gegen 9"-Konzept begegnen zu wollen.

"Das ist ein Versuch, das Bewusstsein zu bilden und den Wettbewerb zu erhalten. Der Geburtenrückgang wird sich auf die Mannschafszahlen in den oberen Jugendklassen und bei den Senioren durchschlagen", mahnte Zwanziger bei einem Diskussionsforum in Frankfurt/Main und erklärte seinen Vorstoß: "Vorausschauende Sportpolitik muss frühzeitig solche Entwicklungen aufzeigen, sie thematisieren und nach Lösungen suchen."

Geht es nach Zwanziger, soll es künftig auch Spielrunden mit Teams mit jeweils nur neun Spielern geben. Das könne dazu beitragen, dass Mannschaften "gerettet werden", meint der "Mann der Basis" voller Zuversicht.

Zwanziger will mit dem Modellversuch auf die demografische Entwicklung reagieren, die alarmierend ist: Während es derzeit in Deutschland rund 5,5 Millionen Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren gibt, werden es in zwölf Jahren nur noch etwa 4,4 Mill. sein.

"Wir müssen Vorsorge treffen"

"Wer glaubt, am Fußball wird das spurlos vorübergehen, der irrt gewaltig. Wir müssen Vorsorge treffen", kündigte der DFB-Chef an, dem aber auch dabei der Wettkampfgedanke wichtig ist. Zwanziger: "Unser Sport darf nie auf eine Meisterschaftsrunde verzichten. Denn eine Meisterschaft in der Kreisklasse feiert sich genauso schön wie eine in der Bundesliga."

Dass dem 61-Jährigen dabei reichlich Gegenwind von der Basis entgegenweht, hat er am Rande des vom Fachmagazin kicker und dem DFB initiierten Diskussionsforum am vergangenen Freitag erfahren. 17 ausgewählte Teilnehmer, darunter unter anderem Abteilungs- und Jugendleiter diverser Klubs aus dem Bundesgebiet, äußerten Zweifel an der Durchführbarkeit der "9 gegen 9"-Revolution. Ein Knackpunkt könnte die Größe der Spielfelder sein, ein anderer die Tradition der "11 Freunde".

Zwanziger zeigte Verständnis für die Skepsis, wies aber gleichzeitig auf das vor allen Dingen in ländlichen Regionen vorhergesagte "dramatische" Mannschaftssterben hin. Von 1991 bis 2006 sank die Gesamtanzahl der Teams von 69 214 auf 62 768 - was ein Rückgang von fast zehn Prozent bedeutet. "Das zeigt, wir stehen vor einer großen Herausforderung", betonte der Jurist, der mit Blick auf den DFB-Bundestag am 26. Oktober in Mainz an einem so genannten Fußball-Entwicklungsplan bastelt.

Ständiger Kontakt zur Basis

Mit der Basis wird Zwanziger weiter in ständigem Kontakt bleiben, um die Planungen für das "9 gegen 9"-Konzept zu forcieren. Zudem hält der Frauenfußball-Fan in Zukunft eine Belohnungsstrategie für Vereine denkbar, die alle Jugend- sowie Senioren-Staffeln besetzen. "Das ist zwar nicht leicht umzusetzen. Aber es muss einen Anreiz geben", sagte Zwanziger, der außerdem die Schulsport- und Starterpaket-Initiative forciert und auch andere Kampagnen plant.

Demnächst startet ein DFB-Pilotprojekt, bei dem im Rahmen kleiner Events in den Städten und Dörfern mit Hilfe von Leinwänden Kurzschulungen abgehalten und neue Ideen vermittelt werden. Eine Ideenbörse im Internet soll die Korrespondenz des DFB mit den Landesverbänden erleichtern und neue Impulse geben.

© SID

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