Fußball DFB: DFB-Boss Zwanziger fürchtet schwierige Amtszeit

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DFB-Boss Zwanziger fürchtet schwierige Amtszeit

Der Präsident des DFB, Theo Zwanziger, erwartet nach seiner bevorstehenden Wiederwahl im Oktober eine schwierige Amtszeit. "Ich gehe viel Risiko ein", so der 65-Jährige.

DFB-Präsident Theo Zwanziger hat Fehler im Zuge der Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Joachim Löw eingeräumt und rechnet wegen des weiter schwelenden Schiedsrichterskandals nach seiner bevorstehenden Wiederwahl im Oktober mit einer schwierigen Amtszeit. "Die drei nächsten Jahre werden sicher nicht einfacher. Ich gehe viel Risiko ein. Weil das letzte halbe Jahr mich noch eine Weile verfolgen wird. Die Ereignisse werden wieder in die Berichterstattung einfließen", sagte der 65-Jährige in einem Interview mit dem Magazin stern.

Vor allem der noch längst nicht aufgeklärte Skandal um den ehemaligen Schiedsrichterbeobachter Manfred Amerell sowie den früheren Fifa-Referee Michael Kempter schwebt weiter wie ein Damoklesschwert über Zwanziger. Der DFB-Boss stellte noch einmal klar, dass es ihm bei der Aufarbeitung der Affäre "nicht um die Bewertung privater Beziehungsgeflechte" gegangen sei: "Es ist zu sexuellen Handlungen gekommen, und zwar von einem, der durch ein Amt im Verband die Macht hatte und diese offensichtlich missbrauchte."

Allerdings scheint auch Zwanziger zunehmend von Kempter, den er zu Beginn des Skandals noch als "Vorbild" bezeichnet hatte, Abstand zu nehmen. "Wenn die Staatsanwaltschaft Kempter ein Vergehen nachweist, wird er vom Kontrollausschuss genauso behandelt werden wie Amerell. Wer seine Amtspflichten verletzt, der muss gehen. Das gilt für Amerell wie für Kempter. Solange das nicht geklärt ist, kann er auch nicht pfeifen", sagte Zwanziger. Kempter darf derzeit weder auf Bundes- noch auf Landesebene Spiele leiten.

Vor allem wegen des weiter schwelenden Schiedsrichterskandals hatte DFB-Boss Zwanziger in den vergangenen Monaten sogar dreimal mit dem Rücktritt geliebäugelt. "Ich würde lügen, wenn ich sagte, dass mich die Kritik nicht berührt hat. Ich bin nun mal emotional, da bin ich unserem Sportdirektor Matthias Sammer nicht unähnlich. Ich sage auch mal etwas, was ich nicht sagen sollte", meinte Zwanziger.

Auch abseits des Schiedsrichterskandals offenbarte Zwanziger, dass er in den vergangenen zwölf Monaten als DFB-Boss nicht immer ein glückliches Händchen hatte. Im Zuge der zunächst gescheiterten Vertragsverlängerung mit Joachim Löw habe er im Februar "vielleicht zwei Fehler" gemacht. "Der erste war, dass ich die Vertragswerke, die Oliver Bierhoff uns auf den Tisch legte, nicht gleich selbst gelesen habe. Ich dachte, es werde ohnehin keine Probleme mit der Einigung geben", sagte Zwanziger.

Zwanziger hatte Ende des vergangenen Jahres vorschnell eine Einigung mit Löw via Handschlagvertrag öffentlich gemacht, obwohl die Vertragsdetails noch längst nicht ausgearbeitet waren. Teammanager Bierhoff war dann zu Beginn des Jahres 2010 als Verhandlungsführer des Trainerstabs in die Kritik geraten, da die Forderungen für das DFB-Präsidium angeblich zunächst nicht akzeptabel gewesen waren.

Zwanziger wies zurück, dass es seinerzeit ein Ultimatum an Löw gegeben habe. Allerdings hätte er eigenen Angaben zufolge lieber noch einmal das Gespräch mit dem Bundestrainer gesucht. "Ich hätte am Abend vor der Präsidiumssitzung noch einmal bei Jogi Löw anrufen sollen, um dem Ganzen die Schärfe zu nehmen. Stattdessen begann über die Medien ein Muskelspiel", sagte Zwanziger. Nach der WM hatten Löw und sein Trainerstab sowie Bierhoff ihre Verträge dann doch bis 2012 verlängert.

© SID

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