Fußball DFB: DFB forciert Wechsel von adidas zu Nike

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DFB forciert Wechsel von adidas zu Nike

Mit einer eigens in Auftrag gegebenen Umfrage hat der DFB neue Argumente für einen Ausrüsterwechsel von adidas zu Nike gesammelt. Ergebnis der Umfrage: 72 Prozent der deutschen Fans würden diesem Schritt zustimmen.

Die Zeit von adidas scheint beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) tatsächlich zu Ende zu gehen. Der DFB forciert vor dem Länderspiel gegen die Schweiz in Düsseldorf am Mittwoch (20.00 Uhr/live im ZDF) den Weg für einen Ausrüster-Wechsel hin zu Nike. Nach dem Rechtsgutachten, das derzeit noch vom aktuellen Ausrüster aus Herzogenaurach bewertet wird, legte der DFB am Montag mit einer in der vergangenen Woche in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage nach.

Demnach befürworten 72 Prozent der Fans den anvisierten Wechsel des Verbandes ab 1. Januar 2011 vom langjährigen Partner adidas zum US-Sportartikel-Giganten Nike, falls die jährlichen Mehreinnahmen von 40 Mill. Euro in die Nachwuchsförderung und in Bolzplätze investiert werden.

Zwanziger: "Dies ist ein eindeutiges Votum für uns"

"Diese Umfrage macht auf jeden Fall Sinn. Es geht hier nicht nur um die Nationalmannschaft, sondern um die Verantwortung, die der Verband als Treuhänder für seine 27 000 Vereine sowie für die Kinder und Jugendlichen hat", meinte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, der acht Jahre lang bei Nike unter Vertrag stand und nach eigenen Angaben noch immer gute Kontakte zum US-Ausrüster unterhält.

DFB-Boss Theo Zwanziger, der seit Wochen den Wechsel zu Nike vorantreibt, meinte: "Dies ist ein eindeutiges Votum für uns, dass die Bevölkerung einen Wechsel zu Nike für sinnvoll hält, wenn das Geld vor allem in Projekte zu Gunsten von Kindern und Jugendlichen fließt. Und genau das wollen wir."

Weiter Spannung zwischen Bierhoff und Rummenigge

Der Frage, ob der Verband grundsätzlich von adidas zu Nike wechseln sollte, stimmten allerdings nur 19 Prozent zu. 40 Prozent waren dagegen. Unter der Einbeziehung des ökonomischem Aspekts, dass der DFB von Nike jährlich 40 Mill. Euro mehr bekommt als zuvor von adidas, waren die Meinungen geteilt: 34 Prozent sprachen sich dafür aus, 34 Prozent lehnten ab.

"Wir möchten die Umfrage nicht näher kommentieren, überlassen es aber jedem selbst, sich auf Grund der Fragestellung und der daraus resultierenden, veröffentlichten Ergebnisse ein eigenes Urteil zu bilden", erklärte adidas-Sprecher Oliver Brüggen am Montag auf zu den Erkenntnissen der Meinungsforscher.

Verwundert zeigte sich Bierhoff erneut über die emotionale Kritik von Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, der den ehemaligen Angreifer als "Ich-AG vom Starnberger See" tituliert hatte: "Das war eine Unverschämtheit", meinte der DFB-Manager. Das von DFB-Boss Zwanziger anberaumte Gespräch im Zuge des Länderspiels gegen die Eidgenossen zwischen Bierhoff und Rummenigge wird nicht stattfinden: "Wir haben ein sehr emotionales Telefongespräch geführt. An unserem jeweiligen Standpunkt hat das nichts geändert. Ich bin nicht Manager bei adidas, sondern beim DFB. Wir werden bestimmt sprechen, aber nicht im Rahmen des Länderspiels", meinte Bierhoff.

Metzelder unterstützt Bierhoff

Abstand nahm Bierhoff auch von seinen Rücktrittsdrohungen. Ihm mache die Arbeit beim DFB "viel Spaß" und er werde seinen Vertrag bis 2010 auch "sicher erfüllen." Zudem spielte der ehemalige Nike-Werbepartner seine Rolle als Bote des 500-Millionen-Angebotes erneut herunter. Er selbst sei nicht so vermessen zu glauben, dass "ich einem Unternehmen eine halbe Mrd. Euro aus der Tasche ziehen" könne. Der Verband müsste ihm eine "Statue vor den DFB" bauen, wenn er als Manager alleine für das Angebot verantwortlich gewesen wäre.

Unterstützung erhielt Bierhoff auch von Christoph Metzelder. Der Dortmunder Innenverteidiger, der gegen die Schweiz am Mittwoch an der Seite von Per Mertesacker nach mehr als einem halben Jahr DFB-Pause sein Comeback beim WM-Dritten gegen wird, betonte, die Mannschaft lasse sich die gute Zusammenarbeit mit Bierhoff nicht kaputtreden: "Er hat im Vorfeld der WM 2006 fantastische Arbeit geleistet, nimmt der Mannschaft und dem Bundestrainer sehr viel ab. Er hat uns Spielern auch geholfen, uns mehr zu öffnen."

Nike hatte dem DFB für einen Acht-Jahres-Vertrag ab 2011 insgesamt 500 Mill. Euro in Aussicht gestellt. adidas, dass immer noch von einer Verlängerung des Kontrakts mit dem DFB im Zuge der freien Schuhwahl für die Nationalspieler bis 2014 ausgeht, zahlt derzeit elf Mill. Euro pro Jahr. Die Entscheidung durch ein unabhängiges Schiedsgericht wollen sowohl der DFB als auch adidas akzeptieren.

© SID

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