Fußball DFB
DFB fordert Spieler zu Selbstanzeigen auf

Um mehr Licht in den neuerlichen Wettskandal zu bringen, setzt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf die Spieler. Alle Akteure, die wegen möglichen Manipulationen angesprochen wurden, sollen sich selber anzeigen.

Der neuerliche Wettskandal im deutschen Fußball fordert neue Maßnahmen zur Aufklärung. Nun sollen die Spieler bei einer möglichen Kontaktaufnahme durch potenzielle Betrüger oder einer Verwicklung in den Skandal per Selbstanzeige die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Frankfurt unterstützen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat am Freitag alle Vereine der 2. Bundesliga und der Regionalliga schriftlich aufgefordert, dass Akteure, die für eine Manipulation angeworben werden sollten, bis zum 29. März Meldung beim Verband erstatten sollen. Sollte ein Spieler angesprochen worden sein und dies bis zum kommenden Mittwoch nicht beim DFB anzeigen, droht ihm eine Bestrafung wegen unsportlichen Verhaltens. Laut DFB-Chefjustiziar Götz Eilers wurden die Erstligisten dagegen nicht angeschrieben, da die Staatsanwaltschaft Frankfurt nicht in diese Richtung ermittele.

Geständnis soll strafmildernd wirken

Nach einem Gespräch mit der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Mittwoch entschied der DFB-Kontrollausschussvorsitzende Horst Hilpert, dass einem Spieler, der sich auf Geldangebote der mutmaßlichen Drahtzieher eingelassen hat und das vor dem 29. März anzeigt, zugesichert wird, dass ein "Geständnis strafmildernd in einem Strafverfahren berücksichtigt wird."

Die Ermittlungen der Behörden in München und Frankfurt will der DFB vorerst aber weiter abwarten und nicht torpedieren. Auch zu dem ominösen Informanten, der in der ARD-Sendung "Plusminus" einen namentlich nicht genannten Nationalspieler in Verbindung mit den Manipulationsvorwürfen gebracht hatte, besteht offenbar derzeit kein Kontakt.

Zwanziger lobt Zusammenarbeit mit den Staatsanwaltschaften

"Wenn in einem Magazin etwas dargestellt wird, was ermittlungstechnisch relevant ist, dann ist das Sache der Ermittlungsbehörden. Die Zusammenarbeit mit den Staatsanwaltschaften ist von wechselseitigem Vertrauen geprägt. Jeder der sich in dieser Sache jetzt als Einzel-Spieler hervortun will, wird der Sache nicht gerecht", erklärte der Geschäftsführende DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger.

Sollten in den kommenden Tagen und Wochen allerdings Vorwürfe gegen einzelne Spieler oder am Spiel beteiligte Personen konkret werden, kündigte Zwanziger ein hartes Vorgehen seitens der DFB-Gerichtsbarkeit an. "Der richtige Weg kann nur sein, konkrete Hinweise an die Staatsanwaltschaften oder den DFB zu geben. Falls sich dabei herausstellen sollte, dass Spieler - gleich ob prominent oder weniger bekannt - ein Fehlverhalten begangen haben, werden diese von den sportrechtlichen Gremien genauso konsequent und hart bestraft wie die Verursacher des Wettskandals 2005", sagte Zwanziger.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%