Fußball DFB
DFB-Forderungen verärgern deutschen Städtetag

Der deutsche Städtetag ist auf Konfrontationskurs zum Deutschen Fußball-Bund gegangen. Anlass sind die "Absichtserklärungen des Stadionbetreibers und der involvierten Stadt", die der DFB vorgelegt hat.

Der deutsche Städtetag hat sich gegen ein Schreiben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zur Wehr gesetzt und seinen Mitgliedern empfohlen, dem als "Absichtserklärungen des Stadionbetreibers und der involvierten Stadt" betitelten Papiers nicht Folge zu leisten. Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet, habe Münchnens Oberbürgermeister Christian Ude als Präsident des Deutschen Städtetages einen Brief an DFB-Präsident Theo Zwanziger verfasst, in dem Ude die Ablehnung der Anweisungen zum Ausdruck bringt.

Der DFB reagierte unterdessen mit einer schriftlichen Antwort auf die Beschwerde. Generalsekretär Horst R. Schmidt erklärte in einem Schreiben an Ude die Bereitschaft, in einem Spitzengespräch in den "Gedankenaustausch einzutreten". Dem Sport-Informations-Dienst (sid) bestätigte Schmidt am Donnerstag die DFB-Schreiben, versicherte aber: "Es gibt keinen Ausschließungsgrund, falls eine Stadt diese Empfehlungen nicht befolgen und das nicht leisten kann."

Zudem handele es sich dabei "um einen Appell und nicht wie vom Städttag dargestellt, um einen verpflichtenden Charakter. Im Sinne einer positiven Länderspiel-Atmosphäre und zu einer besseren Selbstdarstellung der austragenden Städte sind die Empfehlungen formuliert worden", erklärte Schmidt weiter. Dabei gehe es etwa um Dekorationen und Beflaggungen in der jeweiligen Stadt, in der ein Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft ausgetragen wird.

Streit um Werbeflächen

Dem Bericht der SZ zufolge ist in dem Schreiben jedoch davon die Rede, dass sich die jeweils gastgebende Kommune zur "Erfüllung aller zumutbaren Anweisungen und Wünsche des DFB" verpflichte. Dazu gehörten die "Bereitstellung von Werbeflächen" für den DFB und seine Lizenzpartner "an prominenten Stellen" in den Innenstädten, ein "Verbot von nicht vom DFB genehmigten länderspielbezogenen Marken, Werbe- und Dekorationsmaterialien in der gesamten Stadt" sowie die "Bereitstellung einer Personengruppe, die nicht autorisierte Werbung zu verhindern hat" und "Vollstreckungsmaßnahmen durchführen soll".

Ude schrieb demnach, man sei "befremdet", und begründete die Empfehlung des Städtetags-Präsidiums, die DFB-Forderungen abzulehnen, mit "erheblichen Kosten, für die in der Regel kein städtisches Budget vorhanden ist". Der Zeitung zufolge sei man im Städtetag verärgert über den Befehlston des DFB und werde keinesfalls nachgeben. Der Münchner OB hatte bereits während der WM Stellung gegen die Auflagen des Weltverbandes Fifa bezogen und diese als "Knebelverträge" bezeichnet.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%