Fußball DFB
DFB-Präsident "MV" geht erhobenen Hauptes

DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder wird am Freitag mit einem reinen Gewissen und stolz geschwellter Brust aus seinem Amt ausscheiden. "Keiner hat meinen Skalp am Gürtel", zog der 73-Jährige sein persönliches Fazit.

Wenn am kommenden Freitag auf dem Außerordentlichen Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes Gerhard Mayer-Vorfelder aus seinem Amt ausscheidet, dann ist sein Gewissen rein. Nach seiner jahrzehntelangen Tätigkeit im nationalen und internationalen Fußball hat der DFB-Präsident ein positives Fazit gezogen. "Gerade mir hat man gerne etwas ans Bein gebunden, um mich zu Fall zu bringen. Das aber hat keiner geschafft - keiner hat meinen Skalp am Gürtel. Und darauf bin ein Stück weit stolz", sagte der 73-Jährige im Interview mit der Frankfurter Rundschau (Dienstag-Ausgabe).

"Wenn Du ein Mann mit Profil bist und Ecken und Kanten hast, ist es logisch, auch anzuecken. Als ein konservativer Politiker in einer linkslastigen Zeit hat mein Kurs nicht immer Freude erregt", führte der ehemalige Kultus- und Finanzminister von Baden-Württemberg weiter aus. Im Fußball biete man automatisch Reibungsflächen, wenn jemand länger ein Amt besetze: "Deshalb war meine Position oft eine Kampfposition. Aber es gab nie den Punkt, dass ich aufhören wollte. Immer dann wenn es besonders kritisch wurde, habe ich mich besonders herausgefordert gefühlt."

"Ohne mich hätte Klinsmann manchmal ziemlich alleine gestanden"

Mayer-Vorfelder strich im Gespräch besonders sein gutes Verhältnis zu Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann heraus. Er habe den Kurs des ehemaligen Nationalmannschaftskapitäns stets voll und ganz unterstützt. "Es war für den Jürgen sehr wichtig, dass sich zu jedem Zeitpunkt jemand neben, vor und hinter ihn gestellt hat - bei all den Angriffen, die zum einen aus den eigenen Reihen, zum anderen von den Medien und den Obergurus kamen. Ohne mich hätte er da manchmal ziemlich alleine gestanden", so Mayer-Vorfelder im FR-Interview. Dass Klinsmann nach der WM seinen Rücktritt erklärt, sei für ihn nicht überraschend gekommen.

"Ich kenne ja den Jürgen sehr lange - mit Ausnahme beim VfB Stuttgart hat er es nirgendwo lange ausgehalten. Seine Persönlichkeitsstruktur ist davon geprägt, projektbezogen zu arbeiten", äußerte der langjährige Vereins-Chef des Bundesligisten VfB Stuttgart.

Auf die Frage, ob er am Freitag in Frankfurt/Main als DFB-Ehrenpräsident verabschiedet werde, sagte Mayer-Vorfelder: "Das weiß ich nicht. Ich habe mich nicht nach meiner Ehrung erkundigt - ich brauche nicht um eine Ehrung zu buhlen. Ich weiß, was ich persönlich für den Fußball geleistet habe und da gibt es aus meiner Sicht schöne Eckpunkte wie die Talentförderung, auf die ich stolz bin."

© SID

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