Fußball DFB
DFB weist Kritik der Polizei-Gewerkschaft zurück

Der DFB hat die jüngste Kritik der Polizei-Gewerkschaft als "völlig deplatziert und fahrlässig" zurückgewiesen. Die Gewerkschaft hatte im Zusammenhang mit gewaltgefährdeten Spielen deren Absage im Vorfeld gefordert.

Mit Nachdruck hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Kritik der Polizei-Gewerkschaft Dpoig zurückgewiesen, nach der die Polizei für Versäumnisse der Klubs bei Ausschreitungen von Hooligans herhalten müsse.

"Es ist völlig deplatziert und fahrlässig, den Eindruck erwecken zu wollen, dass bei gewalttätigen Ausschreitungen die Versäumnisse dafür auf Seiten der Vereine liegen und die Polizei dafür herhalten muss", widersprach der DFB-Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn der Gewerkschaft in einer Pressemitteilung des Verbandes am Mittwoch. Die Gewerkschaft hatte sogar gefordert, die Kommunen sollten künftig das Recht erhalten, die Austragung von Fußballspielen zu verbieten.

Spahn reagierte auf die Krawalle am Sonntag bei der Fünftliga-Partie zwischen Dynamo Dresden II und Lok Leipzig. Es hatte 229 Festnahmen und vier verletzte Polizisten gegeben. Am 10. Februar wurden bei einer Straßenschlacht nach einer Pokalpartie des 1. FC Lok Leipzig 39 Polizeibeamte verletzt.

Der DFB habe mehrfach betont, dass bei diesem diffizilen Thema keinerlei einseitige Schuldzuweisungen hilfreich seien, sondern hier alle aufgefordert seien, sich im Kampf gegen ein negatives Phänomen in unserer Gesellschaft zu engagieren. Spahn: "Deshalb macht es auch keinen Sinn, pauschal und populistisch zu fordern, dass die Kommunen die Austragung von Fußballspielen verbieten können, sofern mit gewalttätigen Auseinandersetzungen zu rechnen ist, und zu behaupten, der DFB habe die Situation nicht unter Kontrolle."

Spielabsagen würden die eigentliche Problematik nicht lösen, sondern nur verlagern. Spahn: "Gleichzeitig wäre die Entscheidung, künftig Spiele abzusagen, eine Kapitulation vor kriminellen Gewalttätern und eine Bestrafung der Mehrheit der friedlichen und positiven Fans."

Die Aussagen der Polizei-Gewerkschaft seien auch deshalb unverhältnismäßig, weil sich gerade bei der WM 2006 die gute Zusammenarbeit von DFB und Polizei bewährt habe. Grundsätzlich müsse der DFB darauf aufmerksam machen, dass es zum gesetzlichen Auftrag der Polizei gehöre, dass nicht nur bei sportlichen Veranstaltungen die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten sei.

"Die jüngsten Ereignisse haben erneut gezeigt, dass der Kampf gegen gewalttätige Chaoten nur gemeinsam geführt werden kann. Deshalb ist es schade, wenn nun die Polizei-Gewerkschaft bei aller Fürsorgepflicht für ihre Mitglieder, völlig undifferenziert behauptet, die Bemühungen des DFB seien auf ganzer Linie gescheitert", so Spahn.

Unterdessen will das sächsische Innenministerium noch in diesem Jahr die seit längerer Zeit angekündigte Polizeiverordnung verabschieden, wonach die Klubs bei Verstoß gegen bestimmte Auflagen die Kosten für Polizeieinsätze - die über das normale Absicherungsmaß hinausgehen - mittragen müssen.

© SID

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