Fußball DFB
DFB will WM-Gewinn in Infrastruktur investieren

Die 21 Mill. Euro Gewinn aus dem WM-Jahr 2006 will DFB-Präsident Theo Zwanziger in die Basis investieren. Mehr Bolzplätze an Schulen und eine Qualifizierungsoffensive auf Vereinsebene sind geplant.

Finanziell auf Rosen gebettet plant der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nach dem berauschenden WM-Jahr 2006 Millionen-Investitionen für die Zukunft. "Wir dürfen uns nicht auf den Lorbeeren der WM ausruhen. Wir werden in die sportliche Infrastruktur investieren und wollen so nachhaltig von der WM profitieren. Erstmals in der DFB-Geschichte gehen wir mit unseren Maßnahmen bis tief in die Basis", erklärte DFB-Boss Theo Zwanziger nach einer Präsidiumssitzung in der Frankfurter Verbandszentrale.

Insgesamt wird der größte Sportfachverband der Welt 21 Mill. Euro aus dem Überschuss des DFB-Haushalts 2006 in Maßnahmen zur Sicherung der Nachhaltigkeit der WM investieren. Das größte Projekt wird dabei der Bau von 1 000 Mini-Spielfeldern in Deutschland auf dem Gelände von Schulen und Vereinen sein. Der DFB stellt für den Bau der so genannten Bolzplätze, die für die Kinder und Jugendlichen 24 Stunden am Tag zugänglich sein sollen, insgesamt zwölf Mill. Euro zur Verfügung.

Sieben Mill. Euro für Qualifizierungsoffensive

"Der Fußball muss so wie früher auch außerhalb des Vereins nah an die Menschen kommen. Fußball spielende Kinder und Jugendliche gehören wieder mehr in das Bild unserer Städte und Dörfer in Deutschland", sagte Zwanziger, der im Sinne der Integration mit dem Bau der Mini-Spielfelder vor allem auch "Schulen in sozialen Brennpunkten aufwerten" will. Im Herbst diesen Jahres soll mit dem Bau der ersten Plätze begonnen werden.

Mit weiteren sieben Mill. Euro startet der DFB eine Art Qualifizierungsoffensive auf Vereinsebene. Zunächst erhält jeder der rund 26 000 im Verband organsisierten Vereine ein DFB-Paket mit Bällen und Trainingsleibchen sowie einen Gutschein für die neue Verwaltungssoftware des Verbandes. Zudem wird die "Aktion DFB-Mobil" gestartet, bei dem zunächst sechs Landesverbände einen Kleinbus von Partner Mercedes zur Verfügung gestellt bekommen. Damit soll die Arbeit in den Amateur-Klubs professionalisiert werden.

Zwanziger will Fußball an demografische Entwicklung anpassen

Ein wichtiger Bestandteil der DFB-Zukunftsoffensive ist zudem die Anpassung des Spielbetriebs an die demografische Entwicklung in Deutschland. Den DFB-Landeverbänden soll es erlaubt werden, beim Nachwuchs Regelungen für Meisterschaftsrunden zu erlassen, an denen Teams mit unterschiedlicher Spielerzahl teilnehmen können.

"In den nächsten zehn Jahren fehlen uns im Alter zwischen 20 und 30 Jahren rund eine Millionen Männer. Deshalb werden wir spätestens beim DFB-Bundestag im Oktober ähnliche Beschlüsse auch im Seniorenbereich haben. Wir brauchen flexible Regelungen. Ziel ist es, den Fußball als Mannschaftssportart zu erhalten", erklärte Zwanziger.

DFB will Hoyzer zur Kasse bitten

Neben den 21 Mill. Euro Überschuss aus dem Haushalt 2006 kann sich der DFB Hoffnungen auf weitere 1,8 Mill. Euro machen. Denn der Verband macht wie erwartet Schadenersatzansprüche in dieser Höhe gegen Skandal-Referee Robert Hoyzer geltend. Nach der nunmehr rechtskräftigen Verurteilung von Hoyzer durch das Berliner Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten hat der DFB die entsprechenden Schritte eingeleitet.

Der Verband hat darüber am vergangenen Donnerstag auch den Anwalt von Hoyzer informiert. Der Schriftsatz wird ihm und seinem Mandanten in der kommenden Woche zugestellt. Sollte es zu keiner gütlichen Einigung kommen, wird Klage Hoyzer eingereicht.

Die Schadenersatzansprüche von rund 1,8 Mill. Euro setzen sich im Wesentlichen zusammen aus zu Unrecht erhaltenen Schiedsrichter-Honoraren, Verfahrenskosten und den vom DFB mit dem Hamburger SV geschlossenen Vergleich im Zusammenhang mit dem von Robert Hoyzer manipulierten DFB-Pokal-Spiel beim SC Paderborn in Höhe von zwei Mill. Euro.

© SID

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