Fußball DFB
DFB willigt in Vergleich mit adidas ein

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sich für eine weitere Zusammenarbeit mit adidas als Ausrüster der Nationalmannschaft entschieden. Das DFB-Präsidium stimmte am Freitag in Frankfurt dem Vergleichsvorschlag zu.

In einer umstrittenen Entscheidung hat sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) für eine weitere Zusammenarbeit mit adidas als Ausrüster der Nationalmannschaft bis 2018 und damit gegen die Offerte des US-Konzerns Nike entschieden. Für die Treue zum Sportartikel-Hersteller aus Herzogenaurach verzichtet der DFB auf Mehreinnahmen von rund 250 Mill. Euro und hat zudem die Kluft zur Deutschen Fußball Liga (DFL) vergrößert.

Das DFB-Präsidium stimmte in Frankfurt dem Vergleichsvorschlag mit adidas gegen die Stimmen der drei Vertreter der Bundesliga zu und nahm damit den vom Schiedsgericht angemahnten Vergleich mit dem langjährigen Partner an. Weitere Details sollen am kommenden Montag auf einer Pressekonferenz in Herzogenaurach bekanntgegeben werden.

Scharfe Kritik von Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball

Während DFB-Boss Theo Zwanziger am Freitag keine Stellung nahm, äußerte Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball scharfe Kritik. "Sowohl in Bezug auf die Laufzeit als auch auf Vertragsinhalte bestehen erhebliche Bedenken", erklärte Rauball: "Die Tatsache, dass die Liga-Vertreter als Treuhänder den Interessen der 36 Profi-Klubs verpflichtet sein müssen, hat eine Zustimmung unmöglich gemacht."

Adidas wird für die Ausrüstung der Nationalelf statt bisher elf ab sofort 20 Mill. Euro und ab 2011 dann 25 Mill. pro Jahr zahlen. Darüber hinaus wird der DFB-Partner den Bau von Bolzplätzen finanziell unterstützen. Nike hatte für einen Acht-Jahres-Vertrag ab dem 1. Januar 2011 allerdings 62,5 Mill. Euro per annum geboten.

"Größter Verlust in der Geschichte des deutschen Fußballs"

Rauball zeigte für das Votum gegen Nike kein Verständnis. "Angesichts der Tatsache, dass wir extrem kurzfristig detaillierte Informationen und Unterlagen erhalten haben und darüber hinaus keine Akteneinsicht nehmen konnten, haben wir zusätzliche Schritte zur Klärung der Angelegenheit angeregt", sagte Rauball. Immerhin erhält die Liga 18 Prozent aus dem neuen Vertrag. Mit Nike als Ausrüster wären es fast 50 Mill. Euro für die Liga mehr gewesen.

Im Vorfeld hatte sich bereits der Deutschland-Chef von Nike, Hubertus Hoyt, kritisch zu Wort gemeldet und vom "größten Verlust in der Geschichte des deutschen Fußballs" gesprochen: "Der große Verlierer ist der Fußball."

© SID

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