Fußball DFB
Dr. Theo Zwanziger als DFB-Präsident wiedergewählt

Auf dem 39. ordentlichen DFB-Bundestag in Mainz ist Dr. Theo Zwanziger als DFB-Präsident bestätigt und für weitere drei Jahre bis 2010 gewählt worden. Als neuer DFB-Schatzmeister wurde Horst R. Schmidt gewählt.

Einstimmiges Vertrauensbekenntnis für DFB-Boss Dr. Theo Zwanziger, Verjüngungskur im Präsidium und eine Spielklassenreform auf den Weg gebracht: Der 39. ordentliche Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes in Mainz war gekennzeichnet durch die starke Rolle des ohne Gegenstimme von den 252 Delegierten bis 2010 wiedergewählten Präsidenten aus Altendiez, große Harmonie und die personelle Blutauffrischung im höchsten Entscheidungsgremium, in dem künftig unter anderem auch die Ex-Nationalspieler Oliver Bierhoff und Matthias Sammer sitzen werden. Statt 14 umfasst das DFB-Präsidium in Zukunft 18 Personen, darunter in Hannelore Ratzeburg als Vize-Präsidentin erstmals eine Frau.

"Es ist das schönste Amt, das es in Deutschland zu vergeben gibt", bekannte der neue und alte DFB-Chef Zwanziger nach seiner Wahl, "ich werde alles in meiner Kraft stehende tun, um ihm gerecht zu werden." Mit den langfristigen Verlängerungen der Verträge von Nationalcoach Joachim Löw sowie dessen Trainer- und Betreuerstabs (bis einschließlich der WM 2010) und von Weltmeistermacherin Silvia Neid (bis 2013) hatte Zwanziger schon am Donnerstag für tosenden Applaus der Delegierten gesorgt.

Schmidt neuer Schatzmeister, Niersbach Generalsekretär

Dem DFB-Chef zur Seite steht als neuer Schatzmeister der bisherige Generalsekretär Horst R. Schmidt, der ebenfalls einstimmig gewählt wurde. Neuer Generalsekretär ist der bisherige DFB-Direktor Wolfgang Niersbach. Nach seiner Wahl nahm der 56 Jahre alte neue DFB-"General" allerdings fälschlicherweise den Platz von Präsident Theo Zwanziger auf dem Podium in der Rheingoldhalle ein. Der DFB-Boss flachste: "Kaum ist er gewählt, will er schon mehrere Stühle einnehmen."

Der zweitägige Bundestag war indes wenige Tage vor der Vergabe der Frauen-WM 2011 am kommenden Dienstag in Zürich, wo Deutschland gegen Kanada um die Gastgeberrolle kämpft, durch große nach außen getragene Harmonie gekennzeichnet. Zwanziger hat den größten Sportfachverband der Welt (rund 6,5 Mill. Mitglieder) fest im Griff und war auch um moderate Töne in Richtung Ligaverband bemüht. Fast alle Personalentscheidungen wurden einstimmg getroffen, nur bei der Wahl von Volker Roth zum Vorsitzenden des Schiedsrichterausschusses gab es 77 Enthaltungen der kompletten Liga. Nur Bayern München stimmte für den Ex-Referee aus Salzgitter.

Mit einem Drei-Punkte-Programm hatte Zwanziger, der mit seiner Rede die "Abgeordneten"überzeugte, seine zweite Amtszeit eingeläutet. Er gab in seiner Ansprache ein klares Bekenntnis zum Leistungssport und zur Eliteschulung, der Nachwuchsförderung und der basisorientierten Arbeit ab. "Von diesen Orientierungsrichtlinien werde ich nicht abrücken, so bin ich halt", verkündete Zwanziger in seiner knapp einstündigen Ansprache. Seit dem vergangenen Jahr hatte er als alleinverantwortlicher DFB-Boss fungiert. Zuvor hatte Zwanziger, ehemals DFB-Schatzmeister, seit 2004 zusammen mit Gerhard Mayer-Vorfelder eine Doppelspitze gebildet.

Der wiedergewählte DFB-Chef aus Altendiez war ganz offensichtlich darum bemüht, die gute bisherigen Zusammenarbeit mit dem Ligaverband herauszustellen, um im bevorstehenden Poker um einen neuen Grundlagenvertrag nicht neues Öl ins Feuer zu gießen. "Es ist das Recht der Liga, sich klar zu positionieren. Aber der Fußball ist nur in seiner Gänze stark, wenn er auseinanderfällt, hat keiner etwas davon", mahnte Zwanziger und sprach von der "großartigen Marke" Bundesliga. Er habe keine Zweifel, dass die Gespräche mit der Liga zum Wohle des gesamten Fußballs zu einem guten Ende geführt werden.

Liga-Präsident Reinhard Rauball nahm den Doppelpass auf und ergänzte: "Ich gehe von einem sauberen und vernünftigen Kompromiss aus und dass wir das Thema im ersten Halbjahr 2008 erledigt haben." Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte zuletzt kein Hehl daraus gemacht, den durch den Grundlagenvertrag geregelten Fluss der Geldströme zwischen Dachverband und Liga zu ihren Gunsten verändern zu wollen.

Einführung der 3. Profiliga perfekt

Perfekt ist schon die Einführung der neuen 3. Profiliga und das Comeback von Relegationsspielen ab der Saison 2008/2 009. Die 252 Delegierten votierten einstimmig für den Start der 20 Mannschaften umfassenden, dritthöchsten Spielklasse nach dem Ende der Euro 2008 in Österreich und der Schweiz. Zudem segneten die Delegierten auch die Wiedereinführung der Relegationsspiele ab, die letztmals 1991 ausgetragen wurden.

Zum Abschluss wurde zudem beschlossen, dass der 40. ordentliche Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes 2010 in Essen stattfindet.

© SID

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