Fußball DFB: Ende von 50+1 könnte DFB viel Geld kosten

Fußball DFB
Ende von 50+1 könnte DFB viel Geld kosten

Eine Abschaffung der 50+1-Regel könnte für den DFB teuer werden. Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft will in diesem Fall Millionenforderungen für Sicherheitsdienste stellen.

Die Abschaffung der sogenannten 50+1-Regel im deutschen Profifußball könnte den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Klubs teuer zu stehen kommen. Rainer Wendt, der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (Dpolg), stellt in der Sport Bild Millionenforderungen für Sicherheitsdienste, sollten private Investoren die Mehrheit an Profiklubs übernehmen dürfen, und droht mit Spielverboten.

"Pauschalgebühr von 50 Mill. Euro pro Jahr"

"Die Privilegien der Bundesliga sind schon jetzt unverdient, denn die Vereine sind kommerzielle Unternehmen. Ihre Übernahme durch Investoren würde unsere Forderung an den DFB noch verschärfen: eine Pauschalgebühr von 50 Mill. Euro pro Jahr", sagte Wendt, der die für Fußballspiele jährlich anfallenden Personalkosten der Polizei auf insgesamt 100 Mill. Euro (975 000 Arbeitsstunden) beziffert.

Wendt setzt den DFB, der eine mögliche Finanzierung über den Grundlagenvertrag mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) regeln müsste, unter Druck: "Wenn die Polizei wegen Personalmangels die Sicherheit nicht mehr gewährleisten kann, wird es zu einem Verbot von Bundesliga-Spielen kommen. Einen G8-Gipfel können wir nicht ausfallen lassen, als erstes fällt der Fußball aus."

Die Vereine direkt zur Kasse zu bitten, lehnt Wendt ab. Es können nicht sein, dass sich der FC Bayern zwei Hundertschaften leisten kann und kleinere Vereine nur eine: "Die Polizei ist keine Söldnertruppe."

Gelassenheit bei Niersbach und Rauball

DFB und DFL sehen den Forderungen gelassen entgegen. DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach verwies in Sport Bild darauf, dass der Verband und die Klubs Steuern zahlten und eine Bezahlung der Polizeieinsätze einer "Doppel- und Dreifachbesteuerung" gleichkäme. "Das gibt die Rechtslage nicht her. Sicherheit ist keine Frage des Geldbeutels. Das wird es in diesem Land nie geben, dass man für Sicherheit bezahlen muss", sagte Niersbach. Auch Liga-Boss Reinhard Rauball erklärte, dass es für Wendts "populistische Forderung" keine rechtliche Grundlage gebe.

Die 50+1-Regel besagt, dass ein Klub bei einem Einstieg eines Investors weiter die Anteilsmehrheit halten muss. Vor allem Martin Kind, Klubchef von Bundesligist Hannover 96, läuft seit Monaten Sturm gegen die Regelung und will sie notfalls gerichtlich prüfen lassen. Im November hatte die Liga-Mitgliederversammlung über das Thema beraten und war ergebnislos auseinandergegangen.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%