Fußball DFB
Erdmann zum Vorsitzenden im adidas-Streit gewählt

Prof. Dr. Willi Erdmann ist zum Vorsitzenden für das Schiedsgerichtsverfahren zwischen dem Deutschen Fußball-Bund und adidas gewählt worden. Beide Parteien streiten um die Verlängerung des Ausrüster-Vertrages.

Das Schiedsgerichtsverfahren zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und Sportartikelhersteller adidas kann beginnen. Die Schiedsrichter beider Parteien haben Prof. Dr. Willi Erdmann, Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof, zum Vorsitzenden des Verfahrens gewählt. Der DFB und adidas streiten um die Verlängerung des Ausrüster-Vertrages.

Der 69-Jährige war bis vor fünf Jahren Vorsitzender Richter des unter anderem für Urheberrecht, Verlagsrecht und gewerblichen Rechtsschutz zuständigen I. Zivilsenats am Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Neben seiner über 20-jährigen Tätigkeit als Richter am Bundesgerichtshof ist er durch wissenschaftliche Publikationen zu Fragen des Urheber- und Markenrechts hervorgetreten.

Professor Erdmann komplettiert das Schiedsgericht, dem außerdem die von den beiden Parteien benannten Universitätsprofessoren Harm Peter Westermann von der Universität Tübingen für den DFB und Peter W. Heermann von der Universität Bayreuth für adidas angehören. Über weitere Details des Verfahrens haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Entscheidungs-Termin noch offen

Sowohl DFB als auch adidas hatten erklärt, dass sie sich der möglichen Entscheidung des Schiedsgerichts unterwerfen werden; eine weitere juristische Auseinandersetzung ist somit ausgeschlossen. Wann eine Entscheidung durch das Schiedsgericht getroffen wird, ist weiter völlig offen.

Zu Unstimmigkeiten zwischen den langjährigen Partnern adidas und dem DFB war es gekommen, nachdem der amerikanische Sportartikel-Riese und Konkurrent Nike dem DFB ein Angebot von 2011 an über insgesamt eine halbe Milliarde Euro (62,5 Mill. Euro per annum) für acht Jahre unterbreitet hatte. Zuletzt hatte adidas sein Angebot von elf auf 22 Mill. Euro pro Jahr verdoppelt.

Das DFB-Präsidium hatte das verbesserte Angebot von adidas lediglich "zur Kenntnis genommen" und angekündigt, die Verhandlungen mit adidas um einen Vertrag ab dem 1. Januar 2011 fortsetzen zu wollen. Die derzeitige Vereinbarung endet am 31. Dezember 2010.

DFB streitet automatische Verlängerung ab

Adidas geht unverändert davon aus, dass der bestehende Vertrag mit dem DFB bereits im August 2006 bis mindestens 2014 wirksam verlängert wurde. Dies wurde dem fränkischen Unternehmen nach eigenen Angaben von einer Expertengruppe, bestehend aus internen und externen Fachanwälten und Rechtsprofessoren, ausdrücklich bestätigt. Dies bestreitet der DFB und sieht das durch ein Rechtsgutachten auch als belegt an.

© SID

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