Fußball DFB
Hoeneß: "Sitzen alle in einem Boot"

Uli Hoeneß hat eine positive Zwischenbilanz zur Schiedsrichtertagung in Kamen gezogen. Vereine und Schiedsrichter säßen alle in einem Boot, um dem Fußball zu dienen.

Mit einem Plädoyer für gegenseitigen Respekt hat Bayern-Manager Uli Hoeneß die Schiedsrichter der Fußball-Bundesligen zur Weiterführug des Dialogs mit Spielern und Vereinen eingeladen. "Ob Schiedsrichter, Offizielle oder Spieler: Man hat gemerkt, dass alle in einem Boot sitzen. Wir sind dazu da, dem Fußball zu dienen", sagte Hoeneß bei der obligatorischen Sommertagung der 42 Bundesliga- und Zweitliga-Unparteiischen im Sportcentrum Kamen-Kaiserau: "Mir liegt am Herzen, dass wir immer respektvoll miteinander umgehen."

Hoeneß forderte auf der Pressekonferenz trotz einer "erheblichen Verbesserung" des Verhältnisses in den vergangenen Monaten noch mehr Kommunikation ein, würdigte nach seiner Rede zum Thema "Erwartungen an die Schiedsrichter" aber auch die "erheblichen Fortschritte" im Umgang. "Vor drei oder vier Jahren war mehr Distanz zwischen uns, es gab wenig Kontakt und Verständnis. Wenn wir uns nun auf dem Platz immer so verhalten wie hier, werden viele Probleme gar nicht entstehen", meinte Hoeneß.

Als Vorbild für das Miteinander, so Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel, könne die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz dienen. "Ich habe keine einzige brutale Aktion gesehen, es war toll. Wir hoffen, dass von der EM etwas in die Bundesligasaison hinüberschwappt", sagte Strigel, räumte aber auch ein: "Hoeneß hat uns diese Euphorie dann gleich mal genommen. Wenn der Alltag kommt und die Highlightspiele ausbleiben, wird wohl alles wie vorher."

Auch das wäre aber laut DFB-Vizepräsident Rainer Koch schon eine "extreme Verbesserung" im Vergleich mit der Situation vor einigen Jahren. "Wann gab es denn in der letzten Saison montags mal so richtig Riesentheater?", fragte Hoeneß rhetorisch: "Das Ganze hat sich doch alles sehr relativiert."

Holger Hieronymus, Geschäftsführer Spielbetrieb der Deutschen Fußball Liga (DFL), gestand ebenfalls ein, dass "Kommunikation vor zwei oder drei Jahren nicht zu unseren Stärken zählte." Inzwischen jedoch habe man erkannt, dass man ein Teil des Ganzen sei und zur Entspannung beitragen könne. Koch sprach sich daher dafür aus, auch in Zukunft engen Kontakt zu halten, um mögliche Missverständnisse ohne großes Bohei aus der Welt schaffen zu können.

Ende März hatten sich Schiedsrichtervertreter und Spitzenfunktionäre der Bundesliga-Klubs erstmals zu einem Runden Tisch getroffen. Dabei wurde beschlossen, Kontroversen in Zukunft sachlicher auszutragen und mit einem freiwilligen Verhaltens-Kodex das Verhältnis zu entspannen. Weitere Treffen zum Gedankenaustausch sollen folgen.

Die 42 Referees wurden in Kaiserau mit zwei Dvds auf die kommede Saison vorbereitet, erhielten eine eigene Abseitsschulung und wurden angewiesen, besonders auf Halten, Stoßen und den Einsatz des Ellbogens bei Kopfbällen zu achten. "Unsere Schiedsrichter sind weiterhin Weltspitze", erklärte Koch. Fehler könnten passieren, seien aber keineswegs unverzeihlich. Am Samstag steht für die Unparteiischen noch der körperliche Leistungstest im Hinblick auf die kommenden Saison an.

© SID

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