Fußball DFB
Hoyzer muss 126 000 Euro an den DFB zahlen

Der DFB hat sich mit Robert Hoyzer auf einen außergerichtlichen Vergleich geeinigt, wonach Hoyzer einen Betrag in Höhe von 126 000 Euro in Raten an den DFB zahlen muss.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat sich mit Skandal-Schiedsrichter Robert Hoyzer auf einen außergerichtlichen Vergleich geeinigt. Demnach erkennt Hoyzer einen Schadensersatzbetrag gegenüber dem DFB in Höhe von 750 000 Euro an. Insgesamt muss der frühere Referee aber nur 126 000 Euro in monatlichen Raten von 700 Euro über einen Zeitraum von 15 Jahren an den Verband zahlen, der das Geld für soziale Zwecke zur Verfügung stellen wird.

"Ich bin zufrieden, dass das Verfahren so abgeschlossen werden kann", erklärte DFB-Präsident Theo Zwanziger: "Der Vergleich und der damit verbundene Verzicht auf Geltendmachung unserer möglicherweise höheren Schadensersatzansprüche ist auch Ausdruck unserer Haltung, dass wir Robert Hoyzer nach Verbüßung seiner Haftstrafe eine Chance für seinen weiteren Lebensweg eröffnen möchten."

"Lebensperspektive" für Hoyzer

Hoyzers Anwalt Thomas Hermes erklärte per Pressemitteilung: "Herr Hoyzer hat dem Ergebnis zugestimmt, um für die Zeit nach der Haftentlassung eine Lebensperspektive zu besitzen." Hoyzer war im Rahmen eines Strafverfahrens am 17. November 2005 zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt worden.

Hoyzer muss bis spätestens 2010 mit den Zahlungen an den DFB beginnen. Zudem verpflichtet sich der Ex-Schiedsrichter, noch einmal vollständig gegenüber dem DFB zum Wett- und Manipulationsskandal von 2004 Stellung zu nehmen und dabei auch alle von ihm eingegangenen Verpflichtungen gegenüber Medien oder anderen Vertragspartnern offen zu legen. Künftig darf Hoyzer keinen weiteren wirtschaftlichen Nutzen mehr aus dem Skandal ziehen. Im Gegenzug verzichtet der DFB auf die Geltendmachung des verbleibenden Schadensersatzbetrages.

Zwanziger: "Schlussstrich unter dieses unerfreuliche Kapitel"

Den Durchbruch brachte eine erneute Verhandlungsrunde mit dem beim DFB für Rechtsangelegenheiten zuständigen Vizepräsidenten Rainer Koch, DFB-Direktor Stefan Hans und Rechtsanwalt Christoph Schickhardt sowie der von Hoyzer beauftragten Anwaltskanzlei Holthoff-Pförtner. Den Vergleich muss das zuständige Landgericht Berlin nun noch ausfertigen. Der Verkündigungstermin am 23. April ist hinfällig.

"Ich bin froh, dass es Rainer Koch, der bereits in seiner früheren Funktion als DFB-Sportgerichtsvorsitzender wesentlich zur Aufklärung und Ahndung des Wett- und Manipulationsskandals beigetragen hat, nunmehr auch gelungen ist, einen Schlussstrich unter dieses unerfreuliche Kapitel zu ziehen", erklärte Zwanziger: "Dem DFB blieb als gemeinnütziger Verband keine andere Wahl, als seine berechtigten Schadensersatzforderungen zu stellen, weil Herr Hoyzer seinerzeit gezielt manipuliert hat und damit unserem Verband neben dem Imageschaden auch erheblichen wirtschaftlichen Schaden zugefügt hat."

© SID

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