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Hoyzer-Verfahren vor komplettem Neubeginn

Das letzte Wort ist im Manipulations-Prozess der Bundesliga noch lange nicht gesprochen. Wie schon zuvor alle Angeklagten legte nun auch die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil vom Donnerstag Revision ein.

Die in den Wett- und Manipulationsskandal verwickelten Parteien können sich auf einen lange andauernden Strafprozess einstellen, bevor mit endgültigen Urteilen zu rechnen ist. Nun hat auch die Staatsanwaltschaft Berlin Revision gegen das Urteil vom Donnerstag eingelegt. "Wir fechten das Urteil in Hinblick auf alle fünf Angeklagten an", erklärte Sprecher Michael Grunwald. Besonders das Strafmaß gegen Ex-Schiedsrichter Dominik Marks soll geprüft werden.

Der 30-Jährige war zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden, die Anklagebehörde hatte eine Haftstrafe gefordert. Zudem geht es um die rechtliche Einordnung der Tatvorwürfe gegen alle Angeklagten. Die Entscheidung über eine Berufungsverhandlung trifft der Bundesgerichtshof.

Auch Marks´ Anwältin Astrid Koch (Leipzig) kündigte an, das am Donnerstag gesprochene Urteil voraussichtlich nicht zu akzeptieren: "Ich gehe davon aus, dass wir in Revision gehen", sagte sie dem Sport-Informations-Dienst (sid). Zwar sei man momentan noch in der Entscheidungsfindung, doch vieles deute auf eine Revision hin.

Sapina-Brüdern droht auch in Griechenland ein Verfahren

Kochs Mandant war im Gegensatz zu seinem Ex-Schiedsrichterkollegen Robert Hoyzer mit einer Bewährungsstrafe davon gekommen. "Wir finden diese Strafe für den Sachverhalt jedoch zu hoch", begründet Koch. Marks sei allerdings beruhigt gewesen, dass für ihn keine Gefängnisstrafe ausgesprochen worden ist.

Noch im Gerichtsgebäude hatte auch die Seite von Robert Hoyzer angekündigt, in Revision gehen zu wollen. Gleiches erklärte Klaus Gedat, Anwalt des "Drahtziehers" Ante Sapina. Robert Hoyzer war wegen Beihilfe zum Betrug zu zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt worden, Sapina wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu zwei Jahren und elf Monaten. Seine Brüder Milan und Filip erhielten die erwarteten Bewährungsstrafen von einem Jahr und vier Monaten beziehungsweise von einem Jahr.

Donnerstagabend wurde bekannt, dass sich die Familie Sapina wohl auch noch in Griechenland wegen bandenmäßigen Betrugs vor Gericht verantworten muss. Dies berichteten griechische Medien unter Berufung auf den Athener Oberstaatsanwalt Spyros Mouzakitis. Auch in Südeuropa soll Ante Sapina nach Aussagen von Hoyzer gewettet haben.

© SID

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