Fußball DFB
Kartellamt lässt DFB- und DFL-Büros untersuchen

Am Dienstag wurden die Büros von DFB und DFL in Frankfurt am Main durchsucht. Auf Anordnung des Bundeskartellamtes wurden auch Unterlagen beschlagnahmt.

Die Geschäftsräume des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Frankfurt/Main sind am Dienstag von Beamten der Kriminalpolizei und der Bundeskartellamtes untersucht worden. Die Durchsuchung, bei der auch Unterlagen beschlagnahmt wurden, erfolgte aufgrund eines auf Antrag des Bundeskartellamtes erlassenen Beschlusses des Amtsgerichts Bonn. Die Aktion wurde im Rahmen eines gegen DFB und DFL eingeleiteten Ordnungswidrigkeiten-Verfahrens wegen "des Verdachts wettbewerbsbeschränkender Absprachen" durchgeführt.

Nach Darstellung des Bundeskartellamtes sollen der DFB und die DFL eine Arbeitsgruppe für den Bereich des Sponsorings mit dem Ziel gebildet haben, den Wettbewerb zwischen dem DFB und den Lizenzvereinen um Sponsoren auszuschließen. Auslöser der Durchsuchung war ein vor knapp einem Jahr erschienener Pressebericht. DFB und DFL, denen das Ordnungswidrigkeiten-Verfahren und der darin geschilderte Verdacht bislang völlig unbekannt waren, weisen die Vorwürfe zurück.

DFB lässt Rechtmäßigkeit der Ermittlungen prüfen

Der DFB wird alle Facetten der Rechtmäßigkeit dieser Ermittlungsmaßnahme überprüfen lassen, insbesondere die Verhältnismäßigkeit der Durchsuchung. Außerdem zieht der DFB auch Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die beteiligten Behörden in Erwägung.

DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach sagte: "Dieser Vorfall ist für uns alle unfassbar. Da wir stets korrekt und fair mit allen Behörden zusammenarbeiten, was besonders bei der WM 2006 ein Erfolgsgeheimnis war, gibt es nicht den geringsten Grund, etwas zu verschleiern. Hätte uns das Bundeskartellamt direkt kontaktiert, hätte es eine saubere Antwort mit allen gewünschten Unterlagen erhalten. Wir erkennen nicht den Hauch eines Ansatzes für unrechtmäßiges Verhalten bei uns. Die Durchsuchung, die auf dem Verdacht einer Ordnungswidrigkeit und nicht einer Straftat basiert, ist ein trauriges Beispiel dafür, wie in der Zusammenarbeit mit Behörden jede Vertrauensbasis zerstört werden kann."

Beim Bundeskartellamt sieht man die Sache völlig anders. "Die WM hat mit dem aktuellen Tatverdacht nichts zu tun. Es besteht ein begründeter Verdacht, dass der Wettbewerb um Sponsoren zwischen DFB, DFL und den Vereinen ausgeschaltet wurde", erklärte Pressesprecherin Silke Kaul auf Anfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid). Den Vorwurf der Unverhältnismäßigkeit wies sie zudem zurück: "Wir haben unsere Gründe dafür, warum wir die Form einer Hausdurchsuchung gewählt haben. Es gibt auch die Möglichkeit, sich schriftlich Sachverhalte darstellen zu lassen, aber wir haben bewusst darauf verzichtet."

Kaul betonte zudem, dass es sich nicht um eine "große Aktion" gehandelt habe, sondern es in solchen Fällen eben auch mal Verbände treffen könne. "Wir führen uns nicht auf wie Rambos, sondern machen nur vernünftig unsere Arbeit."

Ausdrücklich erklärte die Kartellbehörde am Dienstag, dass die angeordnete Durchsuchung in keinem Zusammenhang mit den aktuellen TV-Ausschreibungen der DFL steht.

© SID

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