Fußball DFB
Löw bleibt bis zur WM 2010 Bundestrainer

Der DFB hat den Vertrag mit Bundestrainer Joachim Löw bis zur Weltmeisterschaft 2010 verlängert. Der neue Kontrakt mit Silvia Neid, Trainerin der Frauen-Nationalmannschaft, läuft sogar bis 2013.

Sympathieträger Joachim Löw bleibt - unter dem tosenden Applaus der 250 Delegierten und den Augen internationaler Fußball-Prominenz wurde auf der Bühne des Staatstheaters Mainz die erwartete Vertragsverlängerung des Bundestrainers der deutschen Nationalmannschaft bis 2010 offiziell verkündet: Die sich schon lange anbahnende Einigung mit dem 47-Jährigen war um punkt 19.14 Uhr der feierliche Höhepunkt des Festaktes zum Auftakt des 39. ordentlichen DFB-Bundestages. Zudem gab DFB-Präsident Theo Zwanziger auch die Vertragsverlängerung mit Weltmeister-Trainerin Silvia Neid bis 2013 bekannt.

"Ich bin sehr glücklich darüber, dass wir die Verträge mit Silvia Neid und Joachim Löw verlängern konnten. Ich freue mich über die Fortsetzungen der Zusammenarbeit mit zwei kompetenten und erfolgreichen Trainern und ihrem Team", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger und fügte mit Blick auf die sich bereits seit Wochenbeginn abzeichnende Verlängerung mit Löw hinzu: "Die Vertragsverlängerung mit Joachim Löw ist ein deutliches Signal dafür, dass wir zuversichtlich mit seiner Philosophie in die Euro 2008 und die WM 2010 gehen."

Neid sieht "großen Vertrauensbeweis"

Löw, der in Zukunft rund 2,5 Mill. Euro jährlich verdienen soll, meinte: "Ich freue mich enorm darüber, dass ich mit meinem Team den eingeschlagenen Weg auch in den kommenden Jahren fortsetzen kann. Unser Hauptziel wird es sein, die Entwicklung der Mannschaften des DFB und damit auch die des Fußballs in Deutschland weiter voranzutreiben." Derweil bezeichnete Neid die Ausdehnung ihres Kontrakts bis zur EM 2013 als "großen Vertrauensbeweis."

Neben Löw verlängerten am Donnerstag auch sein Assistent Hans-Dieter Flick, Bundestorwarttrainer Andreas Köpke sowie Chefscout Urs Siegenthaler ihre Verträge bis 2010. "Die Trainer leisten hervorragende Arbeit, und ich bin von dem Weg, den wir gemeinsam gehen, absolut überzeugt. Die frühzeitige Verlängerung aller Trainerverträge ist ein Zeichen des gegenseitigen Vertrauens und des Glaubens an unsere Arbeit", sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff.

Zwanziger: "Ich sehe derzeit niemand anderen als Jogi Löw"

Damit setzt der DFB unabhängig vom Abschneiden des WM-Dritten bei der kommenden Europameisterschaft in den beiden Nachbarländern weiter auf Kontinuität. Selbst bei einem Scheitern in der Vorrunde wie bei der Euro 2004 in Portugal stehe laut DFB-Boss Zwanziger eine Entlassung von Löw nicht zur Debatte.

"Selbst wenn ich den Worst Case betrachte, und wir in der Vorrunde ausscheiden sollten, war ja nicht auf einmal alles falsch, was vorher richtig war. Außerdem müssten wir uns ja dann ernsthaft fragen, wer das Amt des Bundestrainers übernehmen soll. Ich sehe da derzeit niemanden anderen als Jogi Löw", sagte Zwanziger.

Starke EM-Quali gab den Ausschlag

Dabei wollte der ehemalige DFB-Assistent Löw, der im Sommer 2006 nach der WM im eigenen Land Jürgen Klinsmann als Bundestrainer abgelöst hatte und ursprünglich noch bis kommenden Sommer beim DFB unter Vertrag stand, seine Zukunft eigentlich vom Abschneiden des WM-Dritten bei der Euro 2008 in Österreich und der Schweiz abhängig machen.

Doch aufgrund der guten Arbeit des Klinsmann-Nachfolgers, der sich mit dem WM-Dritten am 13. Oktober durch ein 0:0 in Irland vorzeitig die EM-Fahrkarte gesichert hatte, forcierte der Verband um DFB-Präsident Theo Zwanziger zuletzt eine vorzeitige Verlängerung des Kontrakts mit dem 47-Jährigen bis nach der WM 2010 in Südafrika.

Frings adelt Löw

Seit dem Ende der WM 2006 und dem Beginn der erfolgreichen Qualifikation für die Euro 2008 ist Löw längst aus dem Schatten von Jürgen Klinsmann herausgetreten und in Fußball-Deutschland zum neuen Hoffnungs- und Sympathieträger aufgestiegen. Das jüngste 0:3 gegen Tschechien in München trübte die hervorragende Bilanz von Löw als Bundestrainer nur ein wenig: In 16 Partien gab es zwölf Siege, zwei Remis und nur zwei Niederlagen.

Löw gelang es bereits bei seinem Bundestrainer-Debüt beim 3:0-Erfolg gegen Schweden am 16. August 2006, den unter Klinsmann eingeschlagenen Erfolgsweg weiterzugehen. Das Wichtigste aber ist, dass der Coach auch bei seiner Mannschaft ganz hoch im Kurs steht. "Dass wir als Team so gut funktionieren, ist das Verdienst von Joachim Löw", würdigte Mittelfeldspieler Torsten Frings die Arbeit des Badeners.

Liebling "Jogi", vom Boulevard inzwischen sogar als Mode-Ikone gefeiert, sieht sich selbst als dynamisch und durchsetzungsfähig "mit einer gewissen Sensibilität". Dennoch könne er bei personellen Entscheidungen auch "konsequent und emotionslos sein". Im Vordergrund würde aber immer der Erfolg stehen, für den er sich ständig hinterfragen würde. Er gehöre zwar nicht zu den Trainern, "die es hassen zu verlieren. Aber ich liebe es, zu gewinnen".

© SID

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